Mannheim
Compact Memory

Das Morgenland · 1839-03-01 · 3 (3.1839) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Morgenland
Volume
2 (1839)
Issue
3 (3.1839)
Date
1839-03-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4872516-5427199-5427240--0516-4873000
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

74 Bethlehem. für die Geschichte unserer Religion merkwürdigen Plätze. Mit welchen Gefühlen ich an die Stelle hintrat, die man als die GeburtSstLtte des HErrn bezeichnet, kann und will ich nicht schildern. Denn solche Gefühle gehören zu den geheimsten des Herzens, und die muß man nicht zum Fenster hinauswerfen, wie ein Recensent sehr gut über daS sentimentale Werk des Hrn. v. Lamartine bemerkte. Die Kirche, die über der GeburtSstLtte deS HErrn von der griechischen Kaiserin Helena erbaut wurde, wäre recht schön, wenn sie in ihrer Ganzheit benutzt würde, aber sie ist zur Hälfte untermauert. Die eine Hälfte dient drei Patteien zur Kirche, nämlich den Lateinern ^Katholiken), den Griechen und den Armeniern; die andere den vereinten Gassenbuben zum Belustigung-« orte bei schlechtem Wetttr. Den Weg von Bethlehem nach Jerusalem legt man sehr bequem in 2 Stunde» zurück, und vom Kloster St. Elias aus hat man plötzlich den Anblick der heiligen Stadt, die sich in einem bergigen Thale, westlich vom Oelberg, ausbreitet und einen bedeutenden Raum einnimmt, so daß sie wohl, wie man angibt, 10,000 Einwohner enchalten mag. Der Anblick von Jerusalem ist, abgesehen von jedem religiösen Gefühle, schon in geschichtlicher Beziehung ein höchst interessanter Moment; denn wenige Städte haben den Wechsel des Schicksals so erfahren, wie diese. Reich und groß, sank sie zum Trümmerhaufen herab, erhob sich wieder, wurde der Schauplatz der edelsten christlichen Aufopferung, des muchvollsten Widerstandes der Saracenen, und sank später wieder als Opfer unseliger innerer Zwiste und schändlichen Verrathes, in den Zustand herab, in deni sie jetzt ist. Jerusalem hat eine durchschnittliche Meereshöhe von 2470 Par. Fuß.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.