Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 11/12 (12.1838)
- Date
- 1838-12-01
- Page
- Seite 383 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4872516-5427189-5427232--0429-4872918- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
388 gedenken, ohne die gastliche Aufnahme zu rühmen, die mir die Mönche, trotz ihrer Armuth, gewährten. Die Lage von Bethlehem ist eben so anmuthig, als die von Jerusalem traurig. Fruchtbare Felder iklid Weingärten, Feigen«, Mandelbäume, Oliven umgeben es; der Ort v selber ist sehr malerisch zwischen zwei Hügeln und auf dem einen, während der andere zur Linken von dem Klo« ster und der Kirche über der Krippe des Ehristuskindes, hoch ummauert wie eine Burg gekrönt wird. Die große, von der Kaiserin Helena gegründete Kirche, auf 48 Marmorsäulen ruhend, sieht fast einer Ruine gleich, da kesn Geld da ist, sie zu erhalten». »Anderthchb Stunden jenseits Bethlehem, ein enges, tief eingeschnittenes Thal entlang, liegen die ehemaligen verschlossenen Gärten Salomo's; sie wurden getränkt von drei in Felsen eingehauenen großen Wasserbehältern, die ihr kühleS Bergwaffer bis nach Jerusalem führten. Ich fand das Thal noch gegenwärtig von dunkeln Orangen, und Granatäpfelbäumen erfüllt. Auch der Weg nach St. Johann zieht sich durch schöne, wohlangebaute Gründe mit Rosengärten, Weinreben und Terebinthen». »Die Wüste des Täufers ist ein steiniger Ort voll duftender Kräuter und Bienen, und einiger Johannisbrod« bäume; die Grotte, wo er gewohnt und Buße gepredigt, hat den frischesten Felsenquell und liegt, so still und ein, sam traulich, daß sie unwillkürlich einladet, einige Stun, den da zuzubn'ngen. Erst spät in der Nacht kehrte ich «ach Jerusalem zurück».- »Nachdem ich sodann noch die Stätte von Jericho besucht hatte und daS tobte Meer, und die grünen Ufer des Jordan, und wieder nach Jerusalem gekommen, die Pest dort ausgebrochcn fand, beschloß ich die Rückreise über Samarien nach Galiläa anzutreten. Noch einmal ging ich auf den Golgatha, und zum Grab, und nahm dann einen letzten Blick von dem Ort der Himmelfahrt ans der Spitze des Oelberges. Schweigen und ein na«