Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 11/12 (12.1838)
- Date
- 1838-12-01
- Page
- Seite 382 (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
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382 tesdienst; niemals verlöschen die Lichter deS AltarS, nie« malS die Opfer der Priester... . Hier ist der Fürst deS Lebens auferstanden. Hier sind alle Schmerjen der Welt, die Schrecken deS Todes selber überwunden und verschlungen worden in den Sieg. Vom Grabe führte es mich durch die Schmerzensstraßr *) zum StephanuSthore hinaus in den Garten Gethsemane, am Fuße des Oelbergs, »der vor Jerusalem liegt, gegen Morgen einen Sabbatherweg von der Stadt». Noch heute stehen da acht uralte Oelbäume, von denen die Sage geht, daß sie auS der Zeit Ehristi seien. Auf Entfernung eines Steinwurfs wird die Stelle gezeigt, wo er hingiihg zu beten.» »Den Rückweg nahm ich durch das Thal Kidron, oder wie es gewöhnlich genannt wird, das Thal Josaphat. Es ist gegenwärtig, wir in alten Zeiten, die allgemeine Begräbnißstätte der Juden, die, um hier beerdigt zu werden, ihre müden Glieder oft tausend Meilen weit hertragen. Hier liegt auch das Oertchen Siloah, und ihm gegenüber die gleichnamige Quelle: das stille Wasser von Siloah, welches, wie der lebendige Ouellbrunn, den es vorbildet, der einzige fons perennis **) in Jerusalem ist. Dreißig schöne Marmorstufen führen zu ihm herab; rin enger Frlsengang aus Salomonischer Zeit leitet dann daS Wasser in das große Becken, oder den Teich Siloah, und auS diesem weiterhin in den Garten des König-, wo auch jetzt daS frischeste Grün dem Auge ein wohl« tbuender Ruhepunkt gewährt in der öden Verwüstung ringsum ».- »Dann habe ich auch Bethlehem besucht und die Wüste JohanniS des Täufers, und kann auch dieser Orte nicht *) Gewöhnlich VU dolorosa genannt, durch welche unser HSrr soll »ur Kreuzigung geführt worden sein. **) Ouelldrunn. Tarilus. Hist. V. 19.