Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 11/12 (12.1838)
- Date
- 1838-12-01
- Page
- Seite 371 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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371 H)Ürner und bereit Besitz, namentlich das heilige Grab. Um diese heiligen EnnnerungSstätten der Christen wird in Jerusalem auf eine so unwürdige Weise und mit so unwürdigen Mitteln gestritten, daß es scheint als sollte gerade in diesem geschichtlichen Mittelpunkte des Christenglaubens die Uneinigkeit und Lieblosigkeit seiner Bekenner am grellsten sich zeigen. Zwar waren es seit den ältesten Zeiten die katholischen oder lateinischen Christen, welche die Heiligthümer in Jerusalem in Besitz hatten, daselbst btteten und die Kapellen unterhielten, und die türkischen Kaiser in einer großen Anzahl Dekrete bestätigten immer auf's neue den Lateinern den Besitz der geweihten Stätten. Aber schon seit bald zwei Jahrhunderten sind die Griechen unermüdlich in dem Bestreben, den römischen Katholiken oder Lateinern die Rechte, die sie besitzen, zu entteißen, und dieselben an sich zu bringen. Im Jahre 1807, am 12. Oktober, entstand eine Feuersbrunst in der Kirche deS heiligen GrabeS, über deren Veranlassung nichts Sicheres ermittelt ist, nur geben die Lateiner zu verstehen, als ob eine Tücke der Griechen dem Unglück zu Grunde gelegen. Der ganze obere Theil der Kirche verbrannte, und man bettachtete es als ein Wunder, daß das heilige Grab selbst, und sogar die hölzerne Thüre desselben unversehrt blieb, wie wohl die brennende Kuppel darauf stürzte und seine Kapelle zerschmetterte. *) Wir folgen nun in der Erzählung der weitern Vorgonge den Berichten des mehrerwähnten katholischen Theologen Scholz. Sogleich nach dem Brande eilttn •) Die Stelle nämlich, welche als das Grab Ehristi gezeigt wird, ist von einer 60 Fuß hohen Kapelle überdeckt, und diese Grabeskäpelle selbst steht im Innern der große» »Kirche des heiligen Grabes».