Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 11/12 (12.1838)
- Date
- 1838-12-01
- Page
- Seite 370 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/4872516-5427189-5427232--0416-4872905- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
370 liegen; es ist uns hier bloS um die Thatsachen und du, rum zu thun, den Zustand deS Orients, wie er ist, nach der Wahrheit darzulegen. Wir fügen darum hier noch die Erzählung eines Vorfalls bei, durch welche derselbe Verfasser zeigt, bis zu welchem nicht blos unchristlichen, sondern selbst unmenschlichen Grade dieser Religionshaß der orientalischen Christen gegeneinander steigt. Er sagt: »Ich kenne mehrere Katholiken, die sich aus Furcht mit den Franzosen (bei deren Rückzug aus Palästina im Jahre 1799) nach Aegypten gezogen hatten. Als sie nach der Entfernung derselben (aus Aegypten) sich genöthigt sahen, in ihrem Vaterlande (Palästina) wieder ihren Unterhalt zu suchen, kamen sie ohne Lebensmittel, ohne Geld, fast nackt, und ermüdet von der großen Reise durch die Wüste, halb todt in Gaza an. Sie krochen zur Kirche der Griechen, in der Hoffnung, hier von Christen Labung für ihren hungrigen und durstigen Magen zu erhalten. Sie gaben sich zu erkennen, wer sie seien, aber als die Griechen vernahmen, sie seien Franken, erwiederte Man auf ihr Flehen: sie möchten wie Hunde sterben, sie feien schlimmer als Muhammedaner. Den Muhammedanern mochten sie sich nicht zu erkennen geben, weil sie für ihr Leben fürchteten. Es war aber ein muhammedanisches Fratienzimmer, die sie von > ihrem Harem *) aus bemerkte, und vom nahen Tode rettete. Sie sandte ihnen Speise und Trank, und setzte sie auf diese Weise in Stand, ihre Reise nach Jaffa fortzusetzen>,. Was aber den Zwiespalt zwischen der griechischen ( Geistlichkeit in Jerusalem und den römischen Geistlichen vom Orden des Franciscus am meisten anfacht und die Erbitterung unauslöschlich macht, das sind die Heilig, *) Do heilen im Oriente die abgesonderten Wohnungen der Frauen.