Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 9/10 (11.1838)
- Date
- 1838-11-01
- Page
- Seite 303 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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SOS an ihrem Orte. Zu Erklärung dieseauffallenden Umstandebietet uns eine jüdische Ueberlieferung eine willkommene Beihülfe und es ergibt sich als das Wahrscheinlichste folgendes: Unter den feindseligen und götzendienerischen Königen war die Lade, so gut als das alte, heilige Gesetzeseremplar, von den Priestern in sichern Verwahr ge« than worden. Unter Josia konnten diese Gegenstände wieder hervorgeholt werden, und zu würdiger Feier des großen, angeordneten Passah's wollte der König, daß auch die Lade wieder an ihre gebührende Stelle gebracht werde. Die Worte: »Ihr sollt sie nicht (oder: ihr braucht sie nicht) auf den Schultern (zu) tragen», machen es wahrscheinlich, — wohin auch die jüdische Ueberlieferung »ns führt, — daß der geheime Verwahrungsort der Lade und anderer heiliger Gegenstände im Schoose des Tempelberges selbst war, und vielleicht unmittelbar unter dem Allerheiligsten. Die Natur des Gesteins jener Gegend macht nicht nur das Anlegen von trockenen Felskammern z»l einer leichten Sache, sondern bietet auch viele natür, liche Höhlen dar. Wir hätten also hier eine Spur, daß schon vor den Kriegen mit Nebukadnezar, in bedenklichen Zeiten, die Vorsicht von den Priestern angewendet wurde, zu Verhütung aller Entweihung die Lade an einen geheimen Bergungsort zu bringen; eine Vorsicht, die vollkommen gerechtfertigt par, nachdem schon Ahas sich erlaubt hatte, den Brandopseraltar von seiner Stelle vor dem Tempel hinweg und an dessen Seite zu rücken, damit er einem neuen, abgöttischen Altäre Platz mache (2Kön. 16,10. ff.). Es darf uns daher nicht verwundern, wenn wir bei den jüdischen Schn'ftstellern als eine allgemein verbrekttte und geglaubte Ueberlieferung die Nachricht antreffen, die Bundeslade sei vor dem Untergange des Tempels an einen