Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 9/10 (11.1838)
- Date
- 1838-11-01
- Page
- Seite 300 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/4872516-5427189-5427230--0345-4872835- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
letzte That, die allen andern die Krone aufgesetzt hätte, unmöglich mit Stillschweigen übergangen werden konnte. Oder sollte die Bundeslade unabsichtlich und zu» fällig verbrannt sein? Wenn, wie man bei dieser Voraussetzung annimmt, die Lade von den Priestern nicht in Sicherheit gebracht wurde, so stand sie im Allerheiligsten des Tempels. Wie es nun aber soll zugegangen sein, daß die Chaldäer mit der, im 25ten Capitel des 2tcn Buchs der Könige erzählten, emsigen Sorgfalt die Töpfe, Schaufeln, Messer, Löffel, Pfannen, Becken u. s. w. sollten aufgeräumt, und die goldene Lade im Allerheiligsten übersehen haben, das wird sich doch gewiß Niemand vorzustellen wissen. Wenn wir nun aber gesehen haben, daß die Bundeslade nicht kann nach Babel abgeführt worden sein, und daß andererseits die willkürliche Annahme, sie sei in dem Brand des Tempels untergegangen und zerstört worden, auch nicht die mindeste Wahrscheinlichkeit für sich hat, so bleibt uns noch übrig, jener Meinung Gehör zu schenken, welche annimmt 3. die Bundcslade sei vor der Zerstörung des Tempels in Sicherheit gebracht und geborgen worden. Ehe wir uns nach einigen geschichtlichen Spuren zu Gunsten dieser Ansicht Umsehen, wollen wir dieselbe von Seite ihrer Wahrscheinlichkeit überhaupt betrachten. Die Abführung der Bundeslade durch die Philister in der Zeit Eli'S, hatte dw Israeliten belehrt, daß ein solches Ereigniß möglich sei, und daß es Thorheit sein würde zu glauben, ein anderer Sieger werde nicht den gleichen Triumph suchen in der Wegführung dieses Heiligthums. Die höhnische und Gott lästernde Sprache, welche schon der Assyrer Sanherib in der Zeit deS Hiskia gegen den Gott Israels geführt hatte (Jesaj. 36,