Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 7/8 (10.1838)
- Date
- 1838-10-01
- Page
- Seite 242 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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941 Ich hatte während dieser Zeit die Iordangegend recht scharf in's Auge gefaßt, und nachfolgende Resultate ge, funden: daß die Breite der Ebene, welche der Jordan durchströmt, über eine deutsche Meile beträgt, und daß die Fruchtbarkeit derselben fast beispiellos sein muß. Dieses Urtheil leitete ich daher, daß das Gras in allen Gegenden, die ich in Palästina kennen gelernt hatte, welk und dürre stand, hier aber war es auch in dieser Jahreszeit *) herrlich grün und üppig. Der Jordan ist nach meinem Augenmaße in dieser Gegend etwa 50 Schritte breit. Ich bemerkte aber auf demselben keine Spur von Schifffahrt, so wie über denselben keine Brücke. So weit mein Auge reichte, entdeckte ich weder ein Dorf noch urbares Land, und es war mir so unwohl, daß diese gesegnete Gegend jetzt ein Aufent« „ halt wilder Räuber ist. Der todte See kann eine Länge von etwa 12, und eine Breite von 3 bis 4 Stunden haben; seine West, und Ostseite werden von hohen Gebirgen begränzt, so daß er gleichsam ein großes Thal ausfüllt, welches ehe, maldie Ebene, die unter dem Namen: Thal Sittim bekannt war, bildtte, und auf welcher die Städte Sodom, Gomorra, Adama und Zeboim standen. Die Gebirge, welche östlich des todten Sees gela, gert sind, schienen weit höher zu sein als die westlichen; vorzüglich hoch erschien mir das fast gegenüberliegende Gebirge Rebo, auf welchem Gott seinem traten Diener Mose das Land Eanaan zeigte. *) Denn erst mit Ende bri Monat« Oktober fängt der Regen zu fallen an, nachdem von Mitte April« an die Tonne vom wolkenlosen Himmel geleuchtet hatte. Man sehe wa« darüber gesagt ist im August-Heft« S. 12».