Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 7/8 (10.1838)
- Date
- 1838-10-01
- Page
- Seite 243 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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243 §1ne Heerde von Kameelcn, die wir nach einiger Zeit erblickten, machte eS uns deutlich, daß die räuberischen Araber außer ihren Diebereien auch Viehzucht betreiben, und dadurch gleichsam das Privilegium hier wohnen zu dürfen, aufrecht zu erhalten suchen. Als wir auf unserm Rückwege einige unbedeutende Gebirge überstiegen hatten, so fanden wir in einem Thale einen wüstm und fast ungangbaren Fußsteig. Eine Todtenstille herrschte in dieser merkwürdigen Gegend, und mein Begleiter fing an, den heftigsten Hunger und Durst zu fühlen; leider aber hatten uns die Räuber kein Bischen Brod gelassen, und die Hoffnung, in dieser Wüste einige Nahrungsmittel aufzufinden, mußten wir ebenfalls aufgeben. Ermüdet durch die Anstrengung und zerrüttet durch die Lebensgefahr, in welcher wir gewesen waren, setzten wir uns ein Weilchen nieder und sammelten einige Kräfte. Sodann überstiegen wir ein hohes Gebirge, auf dessen Gipfel wir den schönen Lauf des Jordans und den tobten See recht deutlich übersehen konnten. Es fühtte aber unser Weg, der keineswegs derselbe war, auf welchem wir hergekommen, auf eine Ebene, in welcher wir einen Fußweg fanden, den wir eine zeitlang verfolgten. Da begegnete uns eine Frau und ein Knabe, die einige mit Wasser beladene Esel vor sich hertticben, und als sic uns ansichtig wurden schnell seitwärts schwenkten, um uns zu entgehn. Wir riefen ihnen nach, daß sie sich nicht fürchten, sondern stehen bleiben und unS zu trinken geben möchten, und Gott lenkte ihre Herzen, daß sie stehen blieben, und unser Durst wurde durch ihre Milde gestillt. Mir war durch Gottes gnädige Fügung etwas kleines Geld, welches ich in der Uhrtasche meiner Beinkleider nebst drei Dukaten aufbewahrt hatte, geblieben, und