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Das Morgenland · 1838-10-01 · 7/8 (10.1838) · p. Seite 226

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Journal
Das Morgenland
Volume
1 (1838)
Issue
7/8 (10.1838)
Date
1838-10-01
Page
Seite 226 (sequence 34)
Language
German
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336 Eine andere Frage aber ist es, wie lanae nach Mose diese sichtbare Erscheinung im Allerheiligsten der Stiftshütte noch fortgedauert habe und von den Hohepriestern sei wahrgenommen worden. Da aber hierüber die biblischen Nachrichten uns nicht die mindeste Auskunft geben, so können wir nur im Allgemeinen, der Wahrscheinlichkeit nach, die Vermuthung äußern, daß wohl dieses außer-' ordentliche Zeichen, woniit der HErr, wie durch ähnliche andere, sich zu Mose und seinem Werke bekannte, mag nachgerade erloschen sein, da Alle diejenigen zu ihren Vätern versammelt waren, welche die großen Werke des HErrn gesehen hatten, und nach ihnen ein anderes Geschlecht aufkam, das den HErrn nicht kannte, noch die Werke, die er an Israel gethan, und das den HErrn, seiner Väter Gott verließ und nachfolgte andern Göttern. Nicht. 2, 6. u. ff. Diese sichtbare Aeußerung der göttlichen Nähe nennen die Rabbinen Schechinah, die Gegenwart, oder wörtlich das Dawohnen, und nach ihnen hätte diese Schechinah das Heiligthum nicht verlassen bis zur Zerstörung des Tempels durch Nebukadnezar, wobei sie zugeben, daß in dem zweiten Tempel, der 70 Jahre nach Ehn'sti Geburt durch die Römer zerstört wurde, von Anfang an sowohl die Schechinah als die BundeSlade selbst gemangelt habe. sollen da« Heiligthum verhüllen, wenn schon eine Wolke, auf dem Gnadenstuhl ruhend. vorhanden gewesen, welche die Herrlichkeit de« HErrn einhallte?.. — fällt »usammen, wenn man erkennt, da-jene Wolke, von der der «weit« Der« spricht, nicht eine dunkle Hülle war, um di« sichtbare Spur der göttlichen Gegenwart r» umkleiden, sondern daß eben sie al« Lichtwolke, in ihrer ruhenden, klaren Helle, selber der sichtbare Au«druck der göttlichen Nähe war. Sobald man über die Beschaffenheit der Wolke über dem Gnadrnstuhl da« Richtige festhält, lö«t sich jene Erklärung von selbst auf.

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