Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 7/8 (10.1838)
- Date
- 1838-10-01
- Page
- Seite 220 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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220 Zeugnisses" (2 Mos. 40, 3. 5. und öfter'). Unter diesem Zeugnisse werden die zehn Gebote verstanden, wie dieselben, auf zwei steinerne Tafeln geschrieben, in die Lade niedergelegt wurden. 5 Mos. 10, 1. 2. Als Worte, die Gott vor den Ohren des Volkes Israel gesprochen vom Berge Sinai, waren sie der Ausdruck des Bundes zwischen Ihm, dem Allmächtigen, und ihnen, als seinem Volke. *) Zugleich umfaßten diese zehn Gebote die Grundlagen der ganzen Gesetzgebung, durch welche Israel zu einem Volke Gottes organisirt war. Die Tafeln mit den darauf befindlichen Worten enthielten also, mit dem Finger Gottes geschrieben, ihrem Inhalte nach von dem Munde Gottes ausgesprochen, die Fundamentalsatze deS außerordentlichen Verhältnisses oder des Bundes zwischen Gott und Israel, und die Tafeln waren das eigentliche Dokument dieses Bundes. Die Tafeln waren zwei dünne, steinerne Platten, deren Größe vermuthlich nach der inner« Weitung der Lade sich gerichtet hat, so daß wir uns dieselben als etwa zwei hebräische Ellen lang und eine breit denken dürfen. Sie waren auf beiden Seiten beschrieben (2 Mos. 32, 15.). Das darauf befindliche "Zeugniß- **) Gottes *) Darum werden auch die zehn Gebote au«drücklich der Bund, oder die Worte der Bunde» genannt. 2 Mos. 3». 28. — S Mos. 4, 13. **) Man übersehe nicht, daß die ursprünglich« Bedeutung von Zeugniß und reugen nicht ist. --eine Aulsage thun vor dem Richter }u Jemand« Gunsten oder Ungunsten--. Diese« ist der spätere Sinn. Die erste Bedeutung diese« deutschen Worte«, wie de« entsprechenden hebräischen, ist blo«: eine Au-sage thun. und zwar eine feierliche, positive. In Beziehung auf da« deutsche vergleiche man nur die verschiedenen Bedeutungen de« Worte« zeugen, erzeugen u. s. w., und für da« hebräische wird sich jeder Bibelleser erinnern, wie oft er in der Schrift die Wort« bezeugen, Zeugniß u. s. w. in einem Zusammenhang« antrifft, wo offenbar der Sinn kein