Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 7/8 (10.1838)
- Date
- 1838-10-01
- Page
- Seite 215 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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215 daher, daß das Aubringrn von Küßen oder Untersätzen an die Lade als etwas angesehen wird, daS sich von selbst versteht, oder dessen wenigstens in der schriftlich aufbewahrtcn Urkunde nicht besonders Erwähnung zn thun nothwcndig sei. Bon besonderer Wichtigkeit war der Deckel der ans die Lade zu liegen kam. Er besteht zunächst auS ei« ner goldenen Platte, durch welche die Lade ihrer ganzen Länge und Breite nach zugcdeckt wurde. AuS dieser Platte erhoben sich, und zwar an ihren beiden Enden zwei Eherubim. Was zuerst den Namen dieses, mit den beiden Cherubim zu einem Ganzen verbundenen Deckels betrifft, so hat ihn Luther durch Gnadenstuhl übersetzt. Eine Ucbersetzung die, wie wir sogleich sehen werden, ihren guten Grund hat, wobei aber der deutsche Bibelleser sich zu merken hat, daß die Bezeichnung »Stuhl« hier in dem älter« Sinne des Wortes zu nehmen ist, wonach dasselbe häufig für Thron steht. Ein Thron aber konnte dieser Deckel insoferne genannt werden, als gesagt wird, die Herrlichkeit des HErrn throne über den Cherubim. Jndeß hat man sich unter diesem Gnadenstnhl oder Gnaden« thron seiner äußern Gestalt nach, nichts anderes zu denken, als den flachen, auf der Lade liegenden Deckel, mit den beiden, an seinen Enden aus ihm sich erhebenden Cherubim. Dieses Ganze wird der Gnadcnstuhl genannt. Luther hat in seiner Bibelübersetzung dieses Wort nicht ganz unpassend gebildet, um dadurch den Ausdruck der Grundsprache wiederzugeben, durch welchen diese Bcdere Wort, welcher den Fuß am Leibe des Menschen und Thieres bezeichnet, in dem bildlichen Sinne einer Fuser an der Säule, oder am Tische u. s. w. zu gebrauchen, und also, um den letzter» Begriff aurzudrücken, rin anderer vom Auftreten hergenommene« Wort mußte gewählt werden.