Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 7/8 (10.1838)
- Date
- 1838-10-01
- Page
- Seite 196 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/4872516-5427189-5427228--0240-4872731- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
19« den Menschen auf unverständliche Weise zu nahen? Das ist es ja gerade waS wir mit Anbetung preisen, daß Gr sich geoffenbaret hat in seinem Worte, aber wenn ich von Gott behaupte, er habe sich unverständlich geoffenbart, so faßt dieses einen Widerspruch in sich, gerade als ob man sagte: Jemand finster erleuchten. Aber auch abgesehen davon, leidet diese Ansicht von der ausschließlichen Verbindlichkeit des mosaischen Gottesdienstes noch an einem andern Gebrechen. Es übt die Willkür des Auslegers das freieste Spiel. Mit Ausnahme einiger weniger Hauptsätze ist Alles übrige schrankenlos, und der Satz: Alles und Jedes im levitischen Gottesdienste habe seine Beziehung und Erfüllung in Ehristus, — kann, ohne daß man in Willkürlichkeit, Spielerei und Abgeschmacktheit verfällt, nicht ausgeführt, noch das Einzelne nachgewicsen werden. Allerdings hat diese Ansicht auch ihre wahre Seite und davon werden wir unten sprechen. Hier mußte nur gezeigt werden, dasie unhaltbar ist so ferne man ausschließlich die Vorbildlichkeit des Mosaismus behaupten will. U. Eine andere Ansicht glaubte das Richtige darin gefunden zu haben, daß man annahm, Mose wolle hauptsächlich den Gedanken auSdrücken, Gott sei der alleinige König seines Volkes, und das ganze Ceremoniel des Stiftshütten-Dienstes sei ihm nur eingerichtet worden, um den Hofstaat eines orientalischen Königs nachzuahmen. So wenig, auf den ersten Anblick schon, diese Ansicht der Bibel und der Offenbarung Gottes würdig erscheint, so ist sie doch, und zum Theil von ehrwürdigen Männern, bis ins Einzelne ausgesührt worden. Ihrer Meinung nach lief der ganze Zweck des levitischen Gottesdienstes darauf hinaus, die Ehrerbietung der rohen Menge