Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 7/8 (10.1838)
- Date
- 1838-10-01
- Page
- Seite 195 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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195 Erkenntniß und seine Verehrung aufgcbaut hat in der Mitte seines erwählten Volkes. Wir erkennen cs als einen wesentlichen Theil der Aufgabe, welche unser Blatt sich gesteckt hat, die Aufmerksamkeit unserer Leser auch auf diesen Gegenstand hinzulenken, und in daS heilige Dunkel der alten mosaischen Htiligthümcr einzutteten mit dem. Lichte des christlichen Glaubens und Erkennens. Ehe wir aber diejenige Ansicht über den mosaischen Gottesdienst darlegen, welche wir für die richtigste erkennen, erfordert die Deutlichkeit der Auseinandersetzung, daß zuerst die wesentlichsten Auffassungsweisen namhaft gemacht werden, welche in mehrerm oder minderm Ansehen stehen, aber von »ns als unzulässig müssen bettachtet werden. I. Nach der ältesten, am meisten verbreiteten und zum Theil noch geltenden Ansicht ist der ganze mosaische Gottesdienst als vorbildlich zu fassen und zwar als Vorbild auf Christus. Demnach hätten alle jenen gottesdienstlichen Einrichtungen, alle religiösen Handlungen, alle Feste die gefeiert wurden, für das Volk selbst keinen klar bewußten Sinn gehabt, sondern jeder Theil der Stiftshütte, jede Opferhandlung hätte sich auf Ehn'stus bezogen und wäre ein Vorbild auf ihn gewesen, das nicht konnte verstanden werden bis die Erfüllung gekommen war. ES fällt in die Augen, daß es schwer ist zu glauben, es habe Gott Einrichtungen gcttoffen unter einem Volke zu Verherrlichung und Verbreitung seines Namenö, so aber, daß in allem dem rin nicht auszumittelnder, versiegelter Sinn lag, der erst nach langen Jahrhunderten sollte zugänglich werden. Wie würde auf diese Weise daS Volk Gottes herangebildet und erzogen worden sein? Wo und wann ist eS je Sitte Gottes gewesen, sich