Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 7/8 (10.1838)
- Date
- 1838-10-01
- Page
- Seite 194 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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194 daraus zur Genüge, welche Wichtigkeit auch dieser Offenbarung Gottes, über den ihm darzubringenden Dienst, beizulegen ist, und es kann nicht verkannt werden, daß in dieser genauen Darstellung des mosaischen Gottesdienstes etwas niedergelegt ist, das seinen göttlich tiefen Sinn und seinen bleibenden Werth hat. Bei aller Achtung aber, die man auch diesem Theske der göttlichen Offenbarung schuldig zu sein sich bewußt war, sind doch in verschiedenen Zeiten verschiedene Ansichten ausgestellt worden, und es hat der levitische Gottesdienst mit Allem was dazu gehört Bcurtheilungen erfahren, welche zum Theil wenig passen zu der Würde der heiligeir Schrift und ihres Urhebers. Auch ist cs eine bekannte Thatsache, daß für die meisten Bibellescr die Abschnitte, welche von der Stiftshütte und ihrer Einrichtung handeln, zu denen gehören, welche sie am wenigsten "genießbar« finden. Man liest gewöhnlich diese Capitel und Bücher mit geringerer Aufmerksamkeit, oder überschlägt sie ganz. Die Folge davon ist, daß man im Allgemeinen eine sehr unbestimmte und oberflächliche Kcnntm'ß hat von den alten Heiligthümern Israels und von den heiligen Handlungen, die der HCrr so auffallend mit dem Segen seiner Nähe begleitete. Nicht genug aber, daß man ihre nähere Beschaffenheit wenig kennt, man weiß auch meistentheils nicht recht, was man davon zu halten habe, in wie weit in diesen mosaischen Verordnungen ein höherer und daher bleibender, göttlicher Sinn liege, oder in wie weit man sie als todte Zeichen und erloschene Vorbilder ansehen müsse, und in welcher Beziehung dieses Grundgesetz des alten Bundes zu den Fundamental-Artikeln deneuen stehe. Das letzte Ergebniß ist ein Darüberhinweg-gehen, eine gewisse Nichtbeachtung jener alten, heiligen Grundlage, auf welche Gott seine