Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 5/6 (9.1838)
- Date
- 1838-09-01
- Page
- Seite 188 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
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188 Dampfschiffe und Eisenbahnen. Etlwägen, Dampfschiffe, Eisenbahnen im Orient, — wer hätte das gedacht! Kaum sind diese Dinge bei uns recht im Gange; vor wenigen Jahren gehörten sie noch zu den Neuigkeiten, die Manche nicht für überall ausführbar hielten, und schon ist in allem Ernste die Rede davon, diese neuen Erfindungen unserer Zeit, diese charakten'stischen Wahrzeichen unserer industriellen Bewegungstage, in den alten Orient zu verpflanzen und die Räder des Dampfbootes auf den Fluthen prasseln zu lassen, in denen einst die ernst-gewaltigen Paläste der Pharaone, oder die Zinnen der stolzen Babel sich spiegelten. Und doch ist dem also. Alles Ernstes wendet sich die Thätt'gkeit nnserer Zeit nach dem On'ent, und wie in den Tagen der Völkerwanderung ein unbekannter Geist die Nationen des Nordens und Ostens nach dem Süden und Westen lenkte, wie in der Zeit der Kreuzzüge das kampflustige Europa mit allgemeinem Bewegen sich gegen die Saracenen wandte, so lenkt in unfern Tagen eine, für Viele unbekannte Ursache den Blick der europäischen Menschheit nach dem Osten zurück, von dem sie vor Jahrtausenden ausgegangen ist, und aus dessen uraltem Born sie Glauben und Bildung geschöpft hat. Seit mehrern Jahren werden die Gewässer des Mittelmeers von englischen, französischen und östreichischen Dampfschiff«, durchkreuzt. Namentlich hat Oestreich wohl begriffen, welch ein wichtt'ger Kanal sein« Donau ihm öffnet, deren Fluthen «ne Wasserverbindung anbahnen aus dem Innern Deutschlands an die Gestade Asiens. Mit einsichtiger nnd geräuschloser Thätt'gkeit erweitert es stufenweise seine Dampfschifffahrts- Verbindungen, und sein Adler schwingt einen kräftigen Flügel über die Was-