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Das Morgenland · 1838-09-01 · 5/6 (9.1838) · p. Seite 187

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Morgenland
Volume
1 (1838)
Issue
5/6 (9.1838)
Date
1838-09-01
Page
Seite 187 (sequence 62)
Language
German
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meele lehnt seinen langen Stab an das Thier und der Reiter gleitet an demselben herab. Einige ältere Reisende haben dieses Herunterglitschen ein Herabfallen genannt, und wenn von der Rebekka erzählt wird: sie hob ihre Augen auf und sah Isaak, da fiel sie vom Kameel (1 Mos. 24, 64.), so ist wahrscheinlich ein solches schnelles, sich Heruntersenken darunter zu verstehen. DaS Kameel nun, daals ein Geschenk des weisen Schöpfers und ein unentbehrliches Mittel zum Leben und Verkehr der Menschen in den unermeßlichen Wüsten Asiens und Afrikas auch von den Bewohnern jener Gegenden anerkannt wird, und das von den Morgenländern so theuer geachtet und geliebt wird, hat auch eine gewisse Untugend, die wir nicht verschweigen dürfen, nachdem wir das, was zu seinem Lobe gereicht, erzählt und ihm nachgerübmt haben, wie treulich es die beschwerliche Aufgabe erfüllt, die ihm sein und aller Welt Schöpfer gegeben hat. Dem Kameel wird von seinen besten Freunden nachgesagt, daß es einen rachgierigen Charakter habe. Ein alter Schriftsteller sagt: »Ein Kameel, daS längst einmal Schläge erhalten hat, verschließt seinen Groll auf lange Zeit, und übt, wenn sich Gelegenheit dazu darbir« tet, seine Rache aus.» Daher auch die Araber daS Sprichwort haben: das Kameel rächt sich nach tausend Jahren. Wir wollen jedoch bei dieser Untugend des sonst so braven Thieres uns nicht zu lange verweilen, und lieber den Beschluß machen mit einer dankbaren Anerkennung des vielen Guten, da- Gott, der Schöpfer und Erhalter, dem dürren Lande, und den armen Menschenpilgern dann, durch dieses sein Geschöpf erweist. Er ist e», dem allezn't und allwärts das Lob dafür gebührt^ daß Er väterlich und allmächtt'g sorgt für Land und Leute^

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