Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 5/6 (9.1838)
- Date
- 1838-09-01
- Page
- Seite 185 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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185 dem Hängen an irdischen Gütern. Er sagt: Es ist lcich. ter, daß ein Kameel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher in das Reich Gottes komme. Mehrere Ausleger haben gemeint, diese sprichwört, liche Redensart sei nicht recht passend ausgedrückt, und man habe wohl an die Stelle des Wortes Kameel ein anderes griechisches Wort zu setzen, welches beinahe gleich klingt, und ein dickes Schiffseil bedeutet. *) Sie dachten, das schicke sich besser als Gegensatz zum Nadelöhr, durch welches ein Faden, aber nicht ein Seil gehen kann- und doch auch endlich ein Seil, wenn es nämlich genug auseinander gezogen und wieder in einzelne Fäden aufgelöst wird. Es ist dieß aber allzukünstlich ausgedacht, nnd der Text bedarf nicht, daß man das mindeste daran ändere und ein Wort an die Stelle des andern setze. Man findet das nämliche Sprichwort auch sonst in den altjüdischen Schriften, wo für eine unmögliche Sache gesagt wird, einen Elephanten durch ein Nadelöhr führen. Auch ist es unnöthig, daß man die Stärke des von Jesu Gesagten dadurch zu mildern suche, daß man statt des Kameels ein Seil setzt, das denn zuletzt sich doch noch auseinanderflechten lasse. Der HErr will ausdrücklich eine völlige Unmöglichkeit aussprechen, wie wir dieses aus den gleichfolgenden Worten sehen, wo er sagt: »Bei den Menschen ist es unmöglich, aber bei Gott sind alle Dinge möglich.» Damit jedoch auf der andern Seite seine Worte nicht hahin mißverstanden werden, als wollte er sagen: der Besitz von irdischen Gütern an und für sich sei ein Hinderniß zum Eingehen in das Reich Gottes, so drückt MarcuS es bestimmter so ans: die, so ihr Vertrauen auf Reichthum setzen. *) Kamclos, rin Kameel, und Kamilos, rin Gchiffseil.