Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 5/6 (9.1838)
- Date
- 1838-09-01
- Page
- Seite 184 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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184 J tigen sie Schuhsohlen, große Wasserschläuche und lederne große Säcke, welche sie auswendig roth färben, und worin sie Butter, Getreide und dergleichen aufbewahren oder trqnsportiren. Aus der Haut schneiden sie ferner Rie, men, und aus fünf bis sechs solcher Riemen bereiten sie lange, feste Stricke, deren sie sich bedienen, um Wasser aus tiefen Brunnen heraufzuziehen. Sie spannen außer, dem die Haut über ein Gerippe von gebogenen Stäben und bilden dadurch große Gefäffe, deren sie sich zum Tränken der Kameele bedienen. Die zwei Sehren im Nacken der Kameele benutzt man zu Stricken, die eine außerordentliche Festigkeit haben. Und damit, nach der wohlthätigen Einrichtung des Schöpfers, dieses Thier so recht eigentlich dem Wüstenbewohner Alles leiste was er bedarf, so dienen die Haare, welche dem Kamee! alle Frühlinge von selbst auöfallen, und selbst der Mist, um wesentliche Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen. Bei dem gänzlichen Mangel an Brennholz wird nämlich der Mist der Kameele sorgfältig gesammelt, mit Stroh ver» mischt, und an der Sonne getrocknet. Er dient dann als das gewöhnliche Feuerungsmittel, ohne welchedie wem» gen Dorn, und Distelgewächse nicht hinreichen würden, daß der Araber sein Essen kochen könnte. Aus den wol, lichten Haaren des Kameels werden Decken, Teppiche und Säcke verfertigt, auch grobes Zeug zu Kleidern. Ein sol, chcs geringes Kleid von Kameelhaaren trug Johannes der Täufer, Matth 3, 4. Auch sind heutzutage noch die Kutten der muhammedanischen Mönche, welche Derwische ge, nannt werden, von Tuch aus Kameelhaaren verfertigt. In den Stellen Matth. 19, 24. Marc. 10, 25. Luc. 1», 25. führt Jesus ein von dem Kameel Hergenom, menes Sprichwort an, um auszudrücken, wie unmöglich der Eingang in das Reich Gottes zu vereinbaren sei mit