Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 5/6 (9.1838)
- Date
- 1838-09-01
- Page
- Seite 156 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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zart«tiefsinnigen Baue unserer altgothischen Eathedralen, ein Straßburger» und andere Münster mit ihren Thürmrn, die gen Himmel ragen groß und vielsinnig wie ein begeistertes Lied, — sind sie nicht Zeugen einer Zeit, die verschwunden ist wie die Freude der Jugend? Aber diese Baue selbst, was sind sie an Größe und staunencrregender Macht der Ausführung gegen den Bauwundern am Nil, den Trümmern von Baal-bek, den Felsentempeln Indiens? Wahrlich, wäre es das erste Buch Mose allein, das uns von diesen Riesenthieren der Vorwelt, von den, allen Jahrtausenden trotzenden Felsengebänden des Alterthums etwas erzählte, man würde beinahe sich schämen müssen, zu glauben, daß es Mammuthe gegeben habe, und daß Aegypter ihre Tempel mit unermeßlichen Balken von le» bendigem Fels aufgeführt haben. Nun erzählt es aber nicht die Bibel, sondern die Erd, und Völkerkunde erzählt eS. So glaubt man es. Aber die Bibel berichtet, daß die heiligen Männer damals so viele Jahrhunderte lebten, als man jetzt, wenn cs hoch kommt, Jahrzehente lebt. DaS glaubt man mit Mühe. Warum? Es gehört doch vollkommen Alles zu einem Ganzen zusammen. Die Bibel, durch diese Angaben sagt nicht das Unwahrscheinliche, sondern das Wahrscheinliche, und das, «aS sie meldet, erhöht ihre Glaubwürdigkeit, anstatt die umgekehrte Wirkung zu haben. Denn wenn das Thierreich so beschaffen war, wie es die ausgegrabenen Ueberreste beweisen; wenn die Menschbeit so beschaffen war, wie die Riesentrümmer der Vorwelt es mit stummem Zeugniß den Jahrtausenden verkünden, so ist eine verhältnißmäßig erhöhte Lebensdauer der Menschen damit in so vollständiger, wir dürfen sagen so nothwendiger Harmonie, daß wenn die Bibel uns von dem hohen Alter der Patriarchen kein Wort sagte, wir, durch eine umfassende und tiefer