Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 5/6 (9.1838)
- Date
- 1838-09-01
- Page
- Seite 145 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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14S Frage von brr Stellung Jesu gegenüber den Heiden mir geschichtlicher Rothwendigkeit eine zweite, welche da» Verhältnis seiner Jünger, und seiner Gemeine ZUM JndenthUM, nach seinem Hinschiebe, betrifft. Die Frage: Sollten die an JesuS, als den Messias, gläubig Geworbenen, «namentlich die gewesenen Heiden, gehalten sein, sich als hinübergetreten zu betrachten an den Glauben und die Glaubensformen der Israeliten, — sollen sie, weil sie Jesus, den Messias Israels, als ihren HErrn erkennen, auch alle Gesetze deS israelitischen Glaubens, wenigstens diejenigen, welche Mose selbst gegeben hat, auf sich nehmen und befolgen? Diese Frage hat in den ersten Jahren nach Jesu Himmelfahrt mit der entscheidendsten Wichtigkeit, im Schooße der werdenden Ehristengemeine sich herausgestellt «ud von ihrer Beantwortung hing die ganze Gestaltung unserer christlichen Kirche ab. Hier aber wollen wir, mit Uebergehnng ihrer kirchengeschichtlichen Seite, dieselbe nur in so weit berühren, als sie mit dem Thema --Jesus und die Heiden-- in engerer Beziehung steht, und uns das Benehmen des HErrn während seines irdischen Wandels einige Winke an die Hand gibt, wie Er selbst diese Frage möge angesehen haben. Wir finden dadurch zugleich Gelegenheit die Schranken anzudeuten, welche einer zu weit gehenden, einseitigen Anwendung des in den obigen Abschnitten Gesagten, sich entgegenstellen müßten. Wir haben weiter oben gezeigt, daß wir anerkennen, Jesus habe von den Heiden, welche seiner Hülfe theilhast werden wollten, verlangt, daß sie vorher ihrer heidnischen Begriffe und ihres heidnischen Stolzes sich entschlagen, und die Offenbarung des einigen Gottes an Israel gläubig verehren sollten. Dagegen findet sich keine Spur, als ob er gefordert hätte, daß Heiden, ehe sie sich 1«