Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 5/6 (9.1838)
- Date
- 1838-09-01
- Page
- Seite 143 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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143 an mit der Bezeichnung »Sohn David-" oder Messias. Der Umstand aber, daß sie diese Benennung braucht, die sie, mit dem übrigen Rufe von Jesn Wunderthaten, von dm Juden kennen gelernt batte, beweist nicht, daß sie selbst vorher schon an den wahren Gott glaubte oder Judmgenossin war. Im Gegcntheile, da wir oben gesehen haben, wie die Schrift es ausdrücklich hervorhebt, wmn von einem Heiden die Rede ist, der wenigstens den Götzmdimst aufgegeben hatte und den lebendigen Gott erkannte, so ist daraus, daß Matthäus blos als ein »ka« naanäisches Weib", Marcus ausdrücklich als »Griechin" (Heidin) von syrophönicischer Abstammung dieselbe bezeichnen, mit Recht der Schluß zu ziehen, daß diese Frau die wunderthätige Hülfe Jesu in Anspruch nahm, ohne daß sie früher schon von dem heidnischen Glaubm sich losgesagt hatte; wie ja auch Naeman, der Syrer, erst nach erlangter Genesung erkannte, «daß kein Gott ist in allen Landen, ohne in Israel". 2 Kön. 5,15. Dieser Heidin also gab Jesus keine Antwort. Durch daS Einreden der Jünger genöthigt, sich über sein unbegreifliches Verfahren zu erklären, äußerte er, daß er als Messias Israels nur an Israel eine Sendung habe. Da nun die Frau ihm in den Weg trat, vor ihm niederfiel und ihre Bitte wiederholte, so antwortete er ihr, von dieser seiner Stellung aus, mit einer abweisendm Erklärung*), welche nicht eine ausdrückliche Verweigerung der Hülfe in sich schloß, sondern die Frau, die so ent- *) --<?« ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brvd nehme, und werfe e* vor die Hunde». Eine Aeußerung, die von ihrem Harten etwa« verliert, wenn man daran denkt, daß die Redensart eine sprichwörtliche war. Auch pflegten die Juden die Heiden mit Hunden >u vergleichen, wie noch heute die Muhammedaner den Christen diesen Namen geben.