Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 5/6 (9.1838)
- Date
- 1838-09-01
- Page
- Seite 134 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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184 Geschichte auch schon, und vielleicht schon öfters, sinnend verweilt hätte. Auch zeigen die Bemühungen, die sich die SchriftauSlcger mit dieser Stelle machen, und die Verschiedenheit ihrer Erklärungen, daß auch sie sich hier in eine gewiße Schwierigkeit verwickelt fühlen, die sie so oder anders zu lösen suchen. Wir wollen einige dieser Versuche namhaft machen. 1. Man nimmt an, Jesus habe blos den Glauben dieser Frau recht prüfen wollen. Es ist wahr, daß er auch sonst wohl den Glauben derer, die sich ihm nahten, auf die Probe stellte und in dem Menschen, der seine Hülfe in Anspruch nahm, eine ganze Entschiedenheit der Gesinnung hervorrief, ehe er diese Hülfe gewährte. Aber immer erscheint noch die Art, wie er es diesesmal mit der kanaanäischen Frau that, auffallend hart, und es bleibt noch fortdauernd die Frage uns unbeantwortet, warum er gegen dieses unglückliche Weib in seiner Weigerung so weit ging. Außerdem wird bei dieser Annahme keineswegs erklärt, was Jesus mit der starken Versicherung sagen wollte, nur das Haus Israel habe Anspruch auf seine Hülfe, da tx, doch nachher , in scheinbarem Widerspruche mit dieser Aeußerung, der Frau Alles gewährte, was sie verlangte. Vielmehr bringt dieses Wort uns ein anderes, von ähnlichem Inhalte, in Erinnerung, wo nämlich Jesus seinen Aposteln einschärfte sich nicht mit Heiden und Samaritern einzulassen, sondern sich nur als gesendet zu betrachten --zu den verlorenen *) Schafen aus dem Hause Israel". Match. 10, 6. Wir sehen hieraus, daß die ^gleichlautende Erklärung, die er gegen die kanaanäische Frau anöspricht, eine bestimmte *) oder verirrten. Für: »verirrte» Schaf» steht auch im itit Psalm, B. «7«.: ich irre wie rin verlorene« Schaf. Da« Wort de« Grundterte« vereinigt beide Bedeutungen in sich.