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Das Morgenland · 1838-09-01 · 5/6 (9.1838) · p. Seite 133

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Journal
Das Morgenland
Volume
1 (1838)
Issue
5/6 (9.1838)
Date
1838-09-01
Page
Seite 133 (sequence 5)
Language
German
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man, weil sie die Rordküste von Afrika bewohnten, Lybo« Phönicier hieß. Matthäus bezeichnet diese heidnische Frau mit dem alt«biblischen Landesnamen als ein »kanaanäisches Weib". Denn die Phönicier sind ihrer Abstammung nach Kanaaniter und behalten auch in der Bibel diesen Namen, während sie im Abendlande, wohin ihr Handel sie führte, als "Phönicier" bekannt wurden. Auf den Hülferuf dieser Frau schien Jesus nicht zu achten. Sie hielt an, und hielt so lange an mit Ru« fen, daß die Jünger den HErrn ermahnten, um ihres Geschreis willen, auf ihre Bitte zu merken. Er wies auch die Jünger ab, mit der entscheidenden Erklärung: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlorenen Schafen vom Hause Israel. Als. nun die hülfsbedürftige Frau in ihrer Roth sich ihm vor die Füße warf, hielt er ihr das schneidende Wort entgegen: »Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme und werfe es vor die Hunde«. Diese befremdliche, anscheinende Härte Jesu ging erst dann in Freundlichkeit über und in Anerkennung ih« reS großen Glaubens, als die Frau auf die Abweisung, die sie erhalten, einging und bemerkte, daß aber selbst die Hündlein von der Speise der Kinder sich nährten, so viel nämlich diese erübrigten, oder weggäben. Da sprach Jesus: »O Weib, dein Glaube ist groß! dir geschehe, wie du willst". Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Obschon nun dieser Schluß dem Herzen wohl thut, und es auch nicht anders-erwartet werden konnte, als daß Jesus gewiß zuletzt helfen werde, so liegt doch in seiner langen Weigerung, in der Festigkeit, womit er dem steigenden Drange des Hülfebegehrens ein Nichtwollen entgegensetzt, etwas so Ungewöhnliche-, etwas das uns an Ihm befremdet, daß kaum «in aufmerksamer Leser der heiligen Schrift sein wird, der nicht bei dieser

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