Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 4 (8.1838)
- Date
- 1838-08-01
- Page
- Seite 127 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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127 der im Nisan (April) fällt, wir haben solchen gesehen im Sivan (Juni).» Merkwürdig ist, daß es in Palästina nur im Winter Gewitter gibt, niemals aber im Sommer. *) Bon Blitzableitern weiß man im ganzen heiligen Lande nichts. Mehrere Freunde glaubten, und auch ich war Anfangs der Meinung, daß auf der hiesigen Festung, Thurm Davids, ein solcher angebracht sei. Bald aber überzeugte ich mich, daß dieser vermeintliche Blitzableiter nichts anderes als eine Stange ist, an deren Spitze zuweilen eine Fahne aufgesteckt wird. Die Fruchtbarkeit deS Bodens in Palästina ist vor, züglich gut. Die Natur scheint in diesem Lande den Man« gel an ökonomischer Wissenschaft reichlich zu ersetzen. Häufig sieht man Felder, die so sehr mit Steinen übersäet sind, daß der Ausländer sie für öde Steppen hält, während diese in reichem Maaße gesegnete Ernten liefern. Der Anblick der Bearbeitung des Feldes ist für den Frem, den wirklich erbärmlich zu nennen. Bei gänzlicher Er« manglung des Pflugeisens wird lediglich mit einem höl« zernen, einem Baumaste ähnlichen, mit einer abgemager, ten, kraftlosen Kuh bespannten Apparat der Boden gleich, sam nur aufgrritzt, und der Samen eingestreut. Daß bei dem äußerst schlechten Biehstande kein Dünger gewon« nen werden kann, versteht sich von selbst. Doch der von Natur schr fette Boden bedarf dessen nicht. Ein deutscher, in Tiberias ansäßiger Oekonom erzählte mir, daß er versuchsweise einmal nach europäischer Weise sein Feld mit Dünger versah, doch der Boden brannte aus und es war an keine Ernte mehr zu denken. Jene Produkte, welche im Abendlande im Juli und August zur Reife gelangen, sind es hier schon im April. *1 Darum war da» Gewitter zur Zeit der «Wairenernte» ein so große» Wunder, i. Sam. 12, 16. u. ff.