Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 4 (8.1838)
- Date
- 1838-08-01
- Page
- Seite 128 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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128 In diesem Monat beginnt auch die Ernte. Die Weinlese hingegen nimmt erst im Oktober ihren Anfang. An Getreide liefert das Land blos Waizen und etwas Gerste; es gibt daher nur weißes Brod^ Für den Fremden, namentlich für einen aus dem kornreichen Deutschland eingewanderten, ist der Mangel an Kornbrod empfindlich. An Gemüsearten und Baumfrüchten hingegen gibt eS reichlichen Ueberfiuß. Sehr zu bedauern ist der gänzliche Mangel an Kartoffeln. Zwar wurden schon mehrere aus Polen eingebrachte iu Palästina verpflanzt, doch sie wurden vom rohen Pöbel noch unreif ausgerisscn; die wenigen, von Italien nach Beirut versendeten, werden hierorts sehr theuer bezahlt. — Ochsen sieht man in ganz Palästina nicht. Da Kühe nur dann geschlachtet werden, wenn sie zur Arbeit unbrauchbar geworden und fast nicht mehr so viel Lebenskraft besitzen, sich fortzuschleppen, so ist ihr Fleisch beinahe ungenießbar, aber dennoch theuer. Nur die in dieser Gegend vorzüglich fetten Schafe geben das jchmackhaftcste Fleisch. Diese versehen uns auch al, lenthalben mit guter Milch, Kühe aber sind gar nicht melkbar. Die Muhammedaner genießen nur dann von dem geschlachteten Vieh, wenn der Schächter vorerst folgende Worte gesprochen: Bisim Allah wachbar, d. h. im Namen des allmächtigen Gottes. Auf andere Weise als nach jüdischer Vorschrift geschlachtetes Vieh genießen sie durchaus nicht; sämmtliches Vieh wird durch Israeliten vorschriftsmäßig geschlachtet. Kurz, wir haben, Gottlob! an Lebensmitteln reichen Ueberfluß sind genießen seit neuerer Zeit ein fn'rdliches ruhiges Leben.