Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 4 (8.1838)
- Date
- 1838-08-01
- Page
- Seite 126 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/4872516-5427189-5427224--0165-4872658- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
12« chen die Atmosphäre durchstreicht*), welches auf die ganze Natur sehr wohlthätig einwirkt. Es ist allgemeine Sitte, daß die meisten hiesigen Einwohner während der Sommernächte außerhalb ihrer Wohnung, in einem Hofe unter freiem Himmel schlafen, da sie nicht zu besorgen haben, jemals von Regen oder Gewittern überfallen zu werden. Nur Wenige, worunter auch ich, schlagen sich behufs dieses nächtlichen Aufenthaltes eine einfache Hütte auf. Im Monat Elul (September) hingegen ziehen sie sich, der nun einttetenden kalten Nächte wegen, in ihre Wohnungen zurück. Ueberdieß fällt um diese Zeit der Thau so stark, daß des Morgens Bett und Gewand, wie in Wasser getaucht, durchnäßt sind. Der Winter in Palästina ist also blos dann vom Sommer unterschieden, daß eS in jenem zuweilen einen oder mehrere Tage lang regnet; ist dieser Regen vorüber, so folgen warme Sommertage. Schnee ist etwas ungemein seltenes. Dieser wird jedoch gern gesehen, weil er anhaltenden Regen verkündet. Nur selten bleibt derselbe über einen Tag liegen. Im von'gen Jahre jedoch, 1836, fiel im Januar eine solche Masse Schnee, daß er erst nach 12 Tagen schmolz — eine in dieser Gegend wirklich unerhörte Erscheinung. In dem vier Stunden südlich von Safet liegenden Dorfe Brehm steht die Ruine eines Gebäudes, welches die Lehrschule des Propheten Obadja gewesen sein soll. Ain Eingänge dieses uralten Ueberrestes ist, in Stein gehauen, die l hebräische j Inschrift zu lesen: »Staunet nicht über Schnee, ♦) Diese« ist hauptsächlich der hohen Lage Jerusalem'« rujuschreiben. Nach den genauen Beobachtungen de« Engländer« Bete und neuerlich de« Hrn. v. Schubert liegt Jerusalem nahe an 2500 Pariser Fuß über dem Meere, und hat also ungefähr dieselbe Höhe al« die niedrigern Uebergäng« über den Rücken de« Jura-Gebirge« (r. B. die Hauenstrine).