Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 4 (8.1838)
- Date
- 1838-08-01
- Page
- Seite 124 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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124 eine genaue Beschreibung mittheile, folgt zuerst eine kurze Schilderung der.klimatischen und ökonomischen Verhältnisse deS heiligen Landes. In Palästina sind Tag und Nacht zu jeder Jahreszeit von l ungefähr) gleicher Länge. Gegen halb sieben Uhr Morgens ist TageShelle, zur selbigen Stunde sind Abendö die Sterne sichtbar. Wir kennen hier blos zwei Jahreszeiten, Sommer und Winter, oder vielmehr eine Zeit der Hitze und eine Zeit deS Regens. Im Sommer, das heißt von Mitte April bis Mitte Oktober, oder vom Oster- bis zum Laubhüttenfeste, fällt im eigentlichen Sinne des Wortes auch nicht ein Tropfen Regen. Daß es am Laubhüttenfeste schon regnet, gehört zur größten Seltenheit. Erst mit dem Ende des Monats Tischri oder Anfangs Marcheschvan (Ende Oktober) fällt der erste Regen. Hat eS bis zum 7ten Marchefchvan nicht geregnet, -so wird Fasttag gehalten, und die vorgeschriebenen Gebete verrichtet. Das Ausbleiben des Regens ist hierorts um so drückender und empfindlicher, als, abgesehen von dessen Einssuß auf die Fruchtbarkeit des Bodens, bei gänzlichem Mangel an frischen Quellen wir lediglich mit Regenwasser unfern Durst stillen müssen. Außer einem einzigen, neben der Stelle des ehemaligen Tempelthores angebrachten kleinen Röhrkasten, in welchen das Wasser durch einen unterirdischen Kanal aus einer 2'/, Stunden von hier entfernten Quelle, welche an der Sttaße nach Hebron, unweit des Grabes unserer Stammmutter Rahel liegt, hieher geleitet wird, ist in Jerusalem weder Quelle noch Brunnen zu finden. Es ist daher an jedem Hause eine sehr tiefe.Grube angebracht, welche das auf der Fläche des Daches sich sammelnde Regenwasser zum Lebensunterhalte anfnimmt, und das, so wenig man es auch vermuthen sollte, sehr gut und erfrischend ist. Ich muß Dir bemerken, daß fast alle