Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 4 (8.1838)
- Date
- 1838-08-01
- Page
- Seite 107 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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107 von deren feindlichen Angriffen und Berheeruugev der zerstörende Ueberfall eines Heuschreckenfchwarmes ein paffendes Borbild abgab. Man kann zu (Künsten dieser Ansicht anführen, daß Mehreres in der Schilderung des 2ten Capitels zu stark ausgedrückt erscheine, als daß es sich nicht über die vorliegende Roth hinaus erstrecken sollte. Auch finden wir im Ren Capitel der Offenb. Joh. eine Weissagung, die ihre Bilder augenscheinlich aus Joel entlehnt hat, und wo die Heuschreckenschwärme unstreitig verwüstende und erobernde Kriegsheere bedeuten. Nehmen wir nun dieses an, daß nämlich Joel zunächst von natürlichen Heuschrecken spreche, im Weitem aber noch der Geist der Weissagung unter dem Bilde dieser Insekten auf künftige Gerichte Gottes durch erobemde Fcindesheere hinausdeute, so ergibt sich für die Anlage des Gedankenganges in unserm Buche ein merkwürdiges Aufstekgen und Fortschreiten vom Nähern und Engem, zum Entferntem und Umfassendem. Dieses wird klar werden durch das Folgende. z. Zu allen Zeiten offenbart sich Gott doppelt: richtend und erbarmend. Sein Volk hat an ihm seinen Heiland, sein« Feinde ihren Richter, und die christliche Kirche bekmnt, daß der HErr gekommen ist zum Heile der Welt, und daß er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Tobten. So war auch zu allen Zeiten die Aufgabe der Boten Gottes: einerseits seine Gerichte anzukündigen, andrerseits seine Erbarmung und seine Segnungen, und Joel in seinem ganzen Buche redet abwechselnd nur von diesm beiden Stricken: Gericht und Heil. Alle Gerichte Gottes aber sind zusammengefaßt in einem letzten, großm Gerichte, das noch nicht stattgehabt