Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 4 (8.1838)
- Date
- 1838-08-01
- Page
- Seite 101 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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101 zu lesen, nicht wie es eine menschliche Uebersetzung gibt, sondern unmittelbar wie es der Geist ausgesprochen hat, und um, auf diese Weise an der Quelle selbst schöpfend, den Labetrunk des GotteswortS in feiner «»verkümmerten Frische, Lebenskraft und zarten, überirdischen Schönheit zu kosten. Wir zweifeln auch keineswegs, daß nicht bei dem großen Eifer, der für die heilige Schrift, als alleinige Quelle aller Wahrheit, neu erwacht ist, und in immer weitern Kreisen sich verbreitet, der Chn'sten immer mehrere sein werden^ welche, ohne dolmetschenden Mittelsmann , selber zu lesen begehren, und dazu die Mühe nicht scheue», in die ursprüngliche Sprache der heiligen Schrift einzndringen. Es ist besonders die hebräische, die Sprache des alten Testamentes, welche durch ihre edle, hohe Einfalt und Gediegenheit, das Uebersetzen in die von Grund aus anders angelegten abendländischen Sprachen so schwer macht, während aus den nämlichen Gründen ihr Erlernen so wenig mühsam, so genußreich und äußerst lohnend ist. Wie viele Mühe gibt man sich mit dem Erlernen der Sprachen benachbarter Völker, um des zeitlichen Fortkommens willen, oder blos des Anstandes und der Mode wegen, ja Manche lernen eine fremde Sprache oft nur, um die in derselben vorhandenen Meisterwerke der Dicht, kunst u. s. w. besser genießen zu können, aber wie selten findet sich Jemand, dem an dem Verständnisse der heiligen Schrift, von Grund aus so viel gelegen ist, daß er sich gleiche Mühe mit dem Worte deS lebeudigen Gottes geben sollte! Und doch ist es gewiß, daß die Bibel nur in dem Grade «ns zum Segen und zur Erbauung gereicht, als wir sie wirklich verstehen. Uns, die wir nun einmal entschlossen sind, dem gründlichen Bibelverständniffe das Wort zu reden, wolle man diese Abschweifung zu gute halten. Wir kehren zu