Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 2/3 (7.1838)
- Date
- 1838-07-01
- Page
- Seite 82 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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89 alS über ein« europäische Neuerung und belagerte den Pascha im Schlosse. Da dieser in Verzweiflung flch umbrachte, wars der Pöbel seinen Kopf in den Hof deü Franziscaner-KlosterS, mit einem angebundenen Zettel, worauf die Worte standen: »Hier ist-Euer Freund.» Bis zur Eroberung von DamaSk durch Ibrahim mußte jeder Christ am Thore der Stadt absteigen, keiner durste durch dieselbe reiten; hatte er Waffen, so wurden sie ihm abgenommen, und die Erlaubniß zu Fuße durch die Stadt zu gehen, konnte er nur erhalten, wenn er keine europäische Kleidung anhatte. War letztres der Fall und besonders wenn er einen Hut ttug, so wurde er mit Hohn und Mißhandlung am Thore abgewiesen. Ibrahim aber hat eS sich zum Grundsätze gemacht, die Christen hervorzuhebcn und die Muhammedaner, besonders die Türken niederzuhalten. Er handelt hierin bloS auS politischen Rücksichten. Er glaubt seine Rechnung dabei zu finden, wenn er diejenigen erhebt, welche bisher unterdrückt waren, und hingegen feinen überwundenen Feinden soviel als möglich seine Uebermacht fühlen läßt. Sr hat daher jetzt den Muhammedanern verboten, Waffen zu tragen, anders als im Dienste der Regierung, und dagegen den Europäern und überhaupt allen Christen das Tragen von Waffen gestattet, wenn die letzter« um eine Erlaubniß einkommen. Manche Beamte und Offiziere Ibrahims setzen'sich offen über alle muhammedanische religiöse Sitte hinweg, zu großem Aergerniffe deS Volkes. Der von Ibrahim eingesetzte Landpfleger (Gouverneur) von Syrien, Schen'ff-Bey, rauchte seine Pfeife und ttank Kaffee, während der strengsten Fasten, und wenn ihn Europäer in morgentändischer Kleidung besuchten, so tadelte er eS und sagte: »Warum kommt ihr nicht mit euren Hüten zu mir? die Türken sollen'» wissen, daß die