Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 2/3 (7.1838)
- Date
- 1838-07-01
- Page
- Seite 48 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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48 den Griechen im Allgemeinen durchaus hintangesetzt wurde. Daher denn auch das griechische Volk in einem kläglichen Götzendienste versunken blieb und eS als eine große Ruch-. losigkeit betrachtete, wenn die Perser ihren Widerwille» gegen die Bilderanbetung an den griechischen Götzenstatuen auSließen. Wenn aber dabei die Griechen, auf der andern Erste, das Verdienst hatten, mit gesundem Menschenverstände manchem verjährten Aberwitze entgegengetreten zu sein, wenn ihre Bemühungen für Verschönerung und Erheiterung des Menschenlebens allen Dank verdienen, wenn ihr reges Streben in der Wissenschaft und der Kunst sie allen künftigen Zeiten unvergeßlich macht, so läßt dagegen der Charakter Roms sich gewiß nicht besser bezeichnen, denn als ein eiserner, wie es auch in dem Traumgesichte Nebukadntzars geschehen ist. Da ist nicht mehr der Glanz und "bi* Geschmeidigkeit des Erzes — womit die Griechen bezeichnet waren, — sondern eine nnedle, harte Herrschsucht und Selbstsucht tritt uns unv.> heimlich entgegen. Wenn die Griechen Eroberungen machten, sa verbanden sie damit den Zweck, Bildung zu verbreiten und Handelsverkehr anzuknüpfen, hingegen Rom steckte sich die Herrschaft an und für sich zum Ziel, ohne, wäre es auch nur um des Scheines willen, einen edlern Borwand zu suchen. Merkwürdig ist die Aeußerung eines der größten römischen Dichter, Virgil, der, in der Zeit deS Kaiser Augustus, einen der Stammherrn der Römer in dem Todtenreiche läßt reden und auseinandersetzen waS die Bestimmung RomS sei; er bezeichnet sie als solche: die Völker zu beherrschen, ihnen Gesetze zu geben, nur Unterjochte zu schonen, Jeden aber, der Widerstand leistet, niederzukämpfen. *) *) Man »rrgl. die beachtenswerthe Stelle Vir,. Ara. VI, 847 - 853.