Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 2/3 (7.1838)
- Date
- 1838-07-01
- Page
- Seite 40 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/4872516-5427189-5427222--0076-4872570- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
4» der Finstern,ß und der Unreinigkeit, in sich und außer sich. Nicht nur sittlich müsse dahingestrebt werden, daß daS Licht siege über die Finsterniß, sondern das Reich des Bösen müsse auch in der äußern Natur bekämpft werden. Es fti, sagten sie, ein Gottesdienst in seiner Art, wenn man den schädlichen Thieren und dem Unkraut wehre, und dagegen heilsame Früchte pflanze, besonders Bäume, wodurch die Feuchtigkeit erhalten und die Wüste in ur« bares Land verwandelt wird; der Mensch müsse als Mitstreiter Gottes alles Uebel in der moralischen und in der physischen Welt bekämpfen, und dem Guten den Sieg erringen helfen; nur dann werde er, nach seines Leibes Tode, der Seele nach gereinigt vor Gott erscheinen können. Denn die Perser, wie die meisten alt-orientalischen Völker, glaubten an Unsterblichkeit der Seele, an Vergeltung nach dem Tode, und daß der durch Sünde befleckte Mensch nur nach geschehener Reinigung der Seligkeit könne theilhaft werden. Erst nach und nach wurden diese richtigen Erkenntnisse entstellt und verdunkelt, bis sie endlich bei den Gn'echen und Römern im Volksglauben größtentheils gar nicht mehr Vorkommen. Die persische Macht, indem sie auf die angezeigten Religionsideen gegründet war, betrachtete sich als be, rufen zum Kampfe gegen alle Feinde des Lichts, wohin zuerst die Götzendiener und Bilderanbeter gehörten. Denn sie selbst beteten nichts Sinnliches oder Sichtbares an, und wenn schon etwa behauptet wird, sie hätten die Sonne oder das Feuer göttlich verehrt, weshalb die wenigen noch übrigen Anhänger dieser Religion heutiges Tages noch Feuer-Anbeter genannt werden, so haben sie doch das Licht und daS Feuer nur für die würdigste Darstellung Gottes in der Sinnenwelt gehalten und dasselbe zwar verehrt, aber nicht aiigebetet. Diese Kämpfe