Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 2/3 (7.1838)
- Date
- 1838-07-01
- Page
- Seite 39 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/4872516-5427189-5427222--0075-4872569- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Isaiah 1× ep/1005097
OCR text
ist dann, daS Thier habe den frischen Raub noch im Munde, erhalte aber sogleich die Vollmacht, zu den gemachten Eroberungen neue hinzuzufügen, mit den Worten: Mache dich auf, und ftiß viel Fleisch. Die Religion der Perser bestand nicht in tiefsinnigen Geheimlehren, welche, wie bei andern alten orientalischen Völkern, durch allerlei Zeichen und Bilder wären ausgedrückt worden, und womit ein zusammengesetzter Opferdienst oft mit anstößigen Gebräuchen, verbunden zu sein pflegte. Die persische Glaubenslehre bekannte einen einigen Gott, den Gott des Lichtes Ormuzd, und ihm gegenüber einen Fürsten der Finsterniß, ein böses Wesen Ahriman. Der Jrrthum dieser Lehre bestand darin, daß der eine, allmächtige Gott durch dieses böse Wesen gleichsam beschränkt erschien, und daß also Ormuzd, der Gott deS Lichtes, gewissermaffen einen Nebenbuhler hatte an Ahriman. Diese Vorstellung streitet wider die rechte Erkennt, niß von der Einheit und Allmacht Gottes. Darum sehen wir auch, daß der Prophet Jesaja, da er dem persischen Eroberer Cprus oder Cores seine Bestimmung anzeigt, zugleich die heilige Wahrheit recht ins Licht stellt, welche hauptsächlich bei diesem Volke verdunkelt war, und den Jrrthum, der bei ihnen gangbar war, bekämpft mit den Worten (Jes. 45, 5. 6. 7.): Ich bin der HErr und sonst keiner mehr; kein Gott ist, ohne ich. ... Ich bin der HErr, und keiner mehr; der ich daS Licht mache, und schaffe die Finsterniß; der ich Frieden gebe, und schaffe das Uebel. Ich bin der HErr, der solches alles thut. Das aber wußten die Perser nicht. Sie glaubten zwei ganz gettennte Reiche; ein Reich deS Lichtes und eines der Finsterniß. Sie sagten, der beste Gottesdienst sei, daß der Mensch, als ein Stteiter für das Reich des Lichtes und der Reinheit, nach allen Kräften Abbruch chue dem Reiche