Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 1 (6.1838)
- Date
- 1838-06-01
- Page
- Seite 29 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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39 fischen Absichten, ob um anjugreifen entweder gegen Nord« westen das Türkenheer, oder etwa gegen Osten den Pascha von Bagdad aus Begierde nach dem Handel am Euphrat und den schönen Gegenden von Mesopotamien — wir wissen es auch nicht. Die Zukunft wird es lehren. Wie nun aber auch die, für den Augenblick höchst schwankenden Berhältniffe des Morgenlandes sich gestalten mögen, so ist doch eine Sache gewiß, eine zweite ist sehr wahrscheinlich, und beide sind höchst wichtig. Die erste ist, daß im ganzen Morgenlande, die europäische Türkei und Aegypten mit dazugerechnet, der fanatische Stolz der Muhammedaner gebrochen ist. Theils sind sie von dm Russen gedemüthigt worden, theils legt ihnen Mehemed Ali, der die europäische Eivilisation liebt, weil sie ihm ein Mittel ist zu Reichchum und Macht, ein eisemes Joch auf dm Nacken,, und zwingt sie, sich gefallen zu lassen an Neuerungen und europäischen Gebräuchen und Einrichtungen, was sich sonst rin freier Muhammedaner nie hätte gefallen lassen. Ein Gleiches thnt der Sultan; seine Türken schweigen, fürchten sich vor den Russen, und sagen mit Ergebung in das Schicksal, vor dessen Gewalt der Muhammedaner gewohnt ist sich blind zu beugen: Unsre Stunde hat geschlagen; wir enden! Daher kann man jetzt, wenn man nur von den betreffenden türkischen oder ägyptischen Behörden mit guten Pässen versehen ist, im Morgmlande mit der größten Sicherheit reisen, waS früher an den gleichen Ortm für Europäer mit Lebensgefahr verknüpft war. Das ist Eines. Eine zweite wichtige Sache liegt mit größter Wahrscheinlichkeit in der nächsten Zukunft vor uns. Wir haben die Aussicht, daß in diesen östlichen Ländern, welche so lange Jahrhunderte hindurch unter der muhHmmedanischen Gewaltherrschaft und nammtlich unter türkisa^er Tyrannei