Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- Nr. 1 (April 1934)
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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ßropbctircbc (Horte nationaldeutfcber Juden ,' I. Der Zionismus und feine Gefahr für die dcutfchen "Juden Ton Or. Ludwig Kantorowicz f (gefehmben 1903) Vor turiom tagte in Basel der 6. Zionistenkongreß. Begeisterte Reden wurden gehalten, enthusiastische Vorkämpfer des Zionismus, wie der gemütvolle Dr. Herzl und der geistreiche Dr. Riar Rordau. haben unter dem Beifall der Menge erklärt, das; der Strom gleichgesinnter Seelen von Jahr zu Jahr zunähme und überall auf^ der Erde, wo Juden wohnte», eine nie geahnte Begeisterung für die Ideale des Zionismus aufilamnie. Dabei konnten diese Führer nicht umhin, zu erzählen. welche Mißerfolge in praktischer Hinsicht sie erlitten hatten. „Zion iit das freilich nicht und kann es nie werden." sagte l)r. Herzl, „aber eine Kolonisationsaushilie auf staatlicher und nationaler Grundlage." Nordau bezeichnet«: es als ein „Nachtasyl für die Hunderttausende der unglücklichen Brüder, die heimatlos von der Schotte getrieben, hier ein ruhiges Dasein finden könnten". - Und in diesem blinden Eifer, die Hage der Juden zu verbessern, was Ihnen bei den rechtlosen rumänischen und russischen Juden vielleicht «?> gelingt, verschlechtern sie die Lage der Druden in anderen Ländern, besonders in Deutschland, von Täg zu Tag. Für die deutschen Juden, die unter' den Hohenzollern in einem Rechtsstaate leben, in Deutschland geboren sind, deutsch sprechen und deutsch fühlen, an deutschen Schulen gebildet, von deutscher Wissenschaft genährt, an deutschen Geisteswerken sich erheben, die so wenig aus ihrem Deutschtum heraus können, wie aus ihrer Haut, für sie gibt es nur eins: als Juden gute Deutsche zu sein. Der Zionist besorgt nur die Geschäfte der Antisemiten, die aus den Bestrebungen einer in Deutschland noch verschwindend kleinen Minorität (zirka 5000. also nur 0,85 Prozent) den verallgemeinernden Schluß ziehen werden, der nie und nimmer wahr ist und wahr sein wird, dah die Juden eine Sonderstellung im Staate einnehmen, wollen und leinen Patriotismus besitzen können, da ihr Herz an Zion hänge. Ilm diese Argumente anführen zu können und dadurch das Voll noch mehr gegen die Juden aufzuhetzen, warten nur die Antisemiten. Sie sind Freunde der Zionisten, die nur Wasser auf ihre Mühlen liefern. Treiben die Zionisten in Deutschland ihre Tätigkeit in dieser Weise noch weiter, werden ihre Schädigungen nicht recht- ' zeitig durch Wort-und Schrift aufgedeckt und die gedankenlosen Zuläufer aufgeklärt, so werden auch andere Klassen der Andersgläubigen dem Judentum die Sondereristenz mit Sonderinteressen unterstellen und die Juden danach behandeln. Sie werden die vollständige Gleichstellung der Juden in allen Aemtern und Stellungen mit diesen Argumenten hintanzuhalten versuchen. II. Cagcbuchbtätter eines dciitfchen "Jungen jüdischen Stammes Ton Kurt Roten ow, eertd>t8»rr«rror ».o. F 30. oiHi 1923. od) Ifje. dasz der Deutsche Pfadfinderbund sich auf seinem diesjährigen Bundestag „bewußt völkisch eingestellt hat und fremde Einflüsse ablehnt". Er lehnt jedoch auch, das wird besonders betont, jede Iudenhetz? ab. Woran liegt die Schuld, dasz es so weit im sonst ganz vernünftigen DPB. kommen mußte'? Ohne weiteres.stellt sich kein Bund auf solchen Standpunkt. nachdem er viele' Jahre anders sehr glücklich gefahren ist. Ick, nehme an. dasz die Juden in den letzten Jahren zum groszen Teil ausgetreten oder recht passiv geworden sind. Es lag nicht mehr „im Sinne der Zeit"', Pfadfinder Ha sein, es roch nackt „Militarismus" und „Reaktion". Was hier durch solche Lassen gesündigt worden ist, kann in jahrelanger Arbeit nicht wieder gut gemacht werden. ... 19. September 1923. Abends im Tempel. Trotzdem ich mir vornehme, alles möglichst objektiv zu betrachten, komme ich in die ganze Sache nicht kein und werde wohl nie mehr reinkommen. Rur das gewaltige Orgelvorspiel gibt wirklich Weihe, bricht die Bahn des Alltäglichen jäh ab. W.s Rede ist glänzend. Mit gewaltiger Kraft stellt er i>ie Pflicht in den Mittelpunkt, das Staats¬ und Volksbewusztsein, das alte Preußentum in seiner Treue. All das entspricht ganz meinen eigenen Gefühlen. Dasz nach Schluß des Gottesdienstes die Juden did Rede abfällig be- Dentichlaud verstoßen als Deutsche zu leben!) kneifen, zu fliehen versuchen, das heißt, unsere selbstverständlichen,. bejahenden Gefühle filj das deutsche Vaterland äbbauen, Herausreißen die mehr, oder weniger tiefen Wurzeln, um sich lo innerlich behaupten zti könneit «denn die ganze ungeheure seelische Umschichtung eines leider sehr großen Teiles der deutschen Iude^iheit -- „Märzzionisten^' — zu Gleichgültigkeit ober ‘ Haß geg$n alles Deutsche iit zum größten Teil nichts anderes, alsifelisckie Notwehr aller Schwachen, die es nicht ertragen könnqn, ihr Leben unter schwersten seelischen Erschütterungen Tu leben, Erschütterungen Und seelische Belastungsproben. die das Maß .des Menschenmöglichen schon beinaheüberschreiten. Ein Beispiel: Fühle ich nuch zu der großen dentschen-Jungeuarmee, dein deutschen Jungvolk innerlich verbunden und zugehörig, dann trifft mich Ablehnung und. Nichtdabeiseinkönnen doppelt schwer, iit es mir gleichgültig, empfinde ich es als fremd, oder habe ichinich gar in einen Haß dagegen hineingesteigert, dann gehl nuch das innerlich ja so gut wie gar nichts an. und nrein seelisches Gleichgewicht bleibt ungestört. Man lebt leichier,- wenn man auf das schimpft, was einen verachtet. Haß iß oft nichts anderes als verdrängte Liebe): oder:'sich seinem Schicksal stellen, auch wenn es gegen einen entschieden hat! Das iß Größe! Nicht vordem zermalmenden Rade des Schicksals hinwegschleichen, um sein Leben, dieses erbärmliche Ferment (für einen selbst vielleicht der höchste Wert, in der Weltgeschichte aber die billigste Ware, die zu Millionen verschleudert wird), das doch nur Sinn bekommt durch die Größe dessen, der es führt, um jeden Preis zu erhalten, sondern dazustehen, gerade und aufrecht, wo man hingehört, wo man seiner innerlichsten, unabänderlichsten. Substanz nach hingehört, auch wenn das Rad der Geschichte über einen h i nzoe gr 0 l l t! . Es gibt -nur diese beiden Wege, ein Witter bleibt uns nicht! - Wir glauben nicht bakan, daß das neue Deutschland auf dit Dauer uns ausschließen wird. Wir hoffen auf den Tag, wo uns von drüben die Hand gereicht wird. Wir rechnen aber nicht damit! Darauf zu bauen ist Feigheit! Wir sind keine Optimisten. Wir brauchen eine Gesinnung, die notfalls auch vor dieser letzten Entscheidung nicht znrückschrecken würde, Menschen, die. wenn es darauf ankommt, auch tapfer mit ihrer Gesinnung untergehen können. Gesinnung,. Gesinnung und noch einmal Gesinnung!!! Eine Gesinnung kann man nicht ändern. Meinungen kann man ändern, eine Gesinnung kann man nur haben. Sie steht jenseits von richtig und falsch «wie fade und jämmerlich sind unter diesem Gesichtswinkel.gesehen alle Argumentationen von „nutzlos" und „Erfolg" u.' a.). Wir können uns unser Heimatrecht vielleicht nicht erkämpfen, aber dafür sorgen können wir. daß spätere Geschlechter einmal mit Achtung über unsere Gräber gehen! Wir wissen: Nie kann der Mensch an seinem Schicksal zerbrechen. Ter Mensch kann nur an sich selbst zerbrechen! Wir können an unserem Los zugrunde gehen, wir können aber auch an ihm über uns selbst hinauswachsen. Was wir für ein Schicksal haben, dazu können wir nichts tun. was wir aber aus ihm für uns machen, das allein ist unsere Sache. Den einen schlägt jedes neue Unglück, jede neue bittere Erfahrung tiefer zu Boden, den anderen führt sie immer höher hinauf. Der eine wird durch Schice zum Feigling, der andere zum - willensstarken Kämpfer. Wir klagen nicht über unser Los. 'Wir machen es zu unserer größten Waffe, indem wir es meistern. Wir leben es in der einzigen Form menschlicher Geineinschaft. die,Not- und Kampfzeiten würdig und gemäß ist: in Kameradschaft! Idealismus, Sinnlosigkeit sagen die Niedrigen und Gehässigen. Größe. Gesinnung sprechen wir. Diese Haltung geht über „Menschenvermögen" hinaus, über das Vermögen der Schwachen und Halben. W i r haben nie gesagt, daß wir es uns leicht machen wollen. Ihr macht Euch unglücklich, die Mitleidigen. Das Leben ist nicht dazu da. um es gut zu haben darin, sondern um es in Größe und Bestimmung zu leben. Ihr rennt in Euer Verderben, die Wohlmeinenden. Ein kurzes Lektn voller Taten und Ruhm ist uns lieber, als ein langes voller Demütigungen und Unfreiheit! 6 t.