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Der nationaldeutsche Jude · 1934-04-01 · Nr. 1 (April 1934) · p. Seite 4

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
13 (1934)
Issue
Nr. 1 (April 1934)
Date
1934-04-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Ton 8tudfenrat Curt Ofner Gbetto-Scbulcn in keiner form! Das unglaubliche S ch u l p r o g r a mm. das von der sogenannten „Noichsvertretung der deutschen Juden" veröffentlicht worden ist. hat vielen, die bis dahin noch mit Blindheit geschlagen waren, die Augen dafür geöffnet, wohin die Reise geht oder, richtiger gesagt, wohin sie gel>en würde, wenn wirklich die Zionisten der „Rcichsvcrtretung" den Kurs bestimmen dürften. Es kann allen deutschfühlcnden Eltern nur dringend empfohlen werden, diese sogenannten „Richtlinien zur Aufstellung von Lehrplänen für jüdische Volksschulen" mit gröhter Aufmerksamkeit ZU lesen. Aeuszerlichgeben sich die „Richtlinien" als Er-, gänzungen zu den aMtlickzen Lehrplänen für deutsche Polksichillcn. Aber diese Ergänzungen haben es in sich, «ie „ergänzen" den Lehrplan derartig, das? trotz aller'betulichen Redensarten, mit denen das Gegenteil vorgetäuscht werden soll, o o n deutschem G e i st nicht das Geringste übrig b lei dl und das Ergebnis, wenn wirklich jüdische Volksschulen auf dieser Grundlage errichtet werden sollten, nurdie bemühte und gewollte Züchtung eines rein jüdisch völkisch fühlenden Ghetto- Jude n t n m s s c i n k ö n nl e. f . r Leider reicht der uns zur Beifügung stehende Raum nicht aus. die Einzelheiten dieses denkwürdigen Dokuments zu 'würdigen. Die Ouintessenz ist jedenfalls, das? der „jüdische Geist" oder das. was diese Herren darunter verstehen, in alle, restlos alle Lehrfächer hineingeprestt werden soll, vqr allem natürlich in den Deutschunterricht, den Geschichtsunterricht, aber auch in alle^Nebenfächer. sogar in den Musikunterricht. Ein Lehrplan, würdig dieser selbsternannten „Reichsvertretung", die sich, der Wahrheit zuwider, als Vertretung ,che>r" deutschen Juden ausspielt und deren Mitglieder, darunter solche Organisationen. die sich bei passender Gelegenheit mit Emphase als „deutsch" bezeichnen, trotz aller inneren Gegensätze und gegenseitigen Zeitungszänkereien doch nur durch e i n Band zusamincngehalten werden: die Hörigkeit gegenüber den >! ioni st e n.; . Das; auf solcher Grundlage jüdische Vollsschute» nicht * errichtet werden biirfqi. kann selbst für Zwischenschichtler. die sich auch nur einen geringen Vrozentsatz vom Deutschtum bewahrt haben, nicht zweifelhaft sein. Ader die Gefahr liegt auf anderem Gebiete. Auch ein Teil der wirklich deutschfühlenden. aber persönlich charakterschwachen jüdisckzen Eltern hat heute Bedenken, seine Kinder weiter in deutsche Volks schulen zu schicken. Diese Bedenken kommen aus der Angst, das; den „zarten" Kindern im Verkehr mit ihren nichtjüdischen Kameraden Unannehmlichkeiten irgendwelcher Art erwachsen könnten, und vor diesen Unannehmlichkeiten müssen die empfindsamen Kleinen „natürlich" bewahrt werden. Der Satz. den Goethe als Motto vor seinen Lebensroman gesetzt hat. „der nicht geschundene Mensch wird nicht erzogen", ist diesen Weichlingen leider nicht geläufig, und sie haben auch noch nichts davon gehört, das; die wahre Persönlichkeit sich ü b e r a l I durchsetzt, selbst in einer Umgebung, die an sich nicht freundlich gesinntist. Aber selbst dann, wenn die Unzutrüglichkeiten. die unter den heutigen . wie wir zuversichtlich hoffen, vorübergehenden.^-- Verhältnissen nun einmal bestehen, noch so schwer und noch so langwierig. sein sollten. sie müssen h i n ge n o m m e n werdenals d.as kleinere Uebel. Denn das g röste re Uebel ist unzweifelhaft die .völlige Absonderung der Kinder von ihren nichtjüdischen K a m c r a d e n - u n d Altersgenossen, eine Absonderung. die notwendig dazu führen must, dast sie deutschen G e i st u n d deutsches W e s e n überhaupt nicht kennen lernen und dast sie niemals wirklich lebenstüchtig, niemals wirklich, fähig sein werden, sich in die deutsche Umwelt ein;»ordnen. Man darf die jüdischen Schulen, die jetzt errichtet weiden sollen, nicht in einem Atem nennen mit den jüdischen Schulen, die vereinzelt auch früher schon bestanden. Auch diese früheren Schulen waren, von unserem nationaldeutschen Standpunkte aus betrachtet, keineswegs wünschenswert ukid nützlich: Aber der Erneust, der von diesen Schulen auf die dort erzogenen Kinder ausging, wurde doch zum groben Teil dadurch aufgehoben. dast die Kinder wenigstens austerhglb der Schule die Möglichkeit halten, mit nichtjüdischen Altersgenossen in kameradschaftliche Berührung zn treten. Heute besteht diese Möglichkeit meist nur i n der Schule und durch die Schule. Erfolgt schon an dieser Stelle die Abschaltung, so ist das Kind, das in der Ghetto-Atmosphäre dem Leben entgegenreifl. für das Deutschtum end - gültigverloren. Man wende nicht ein. dast man diese Gefahr bannen könnte, indem n a t i o n a l d e-u t s ch e jüdische Schulen errichtet würden. Selbst wenn es ausführbar sein sollte, was vielleicht in einigen gröberen Städten, aber auch nur dort, möglich sein würde, jüdische Schulen aufzubauen, deren Leitung und deren Lehrkörper ausschliehlich aus echt deutfchempfindendcn Juden beständen, wäre es unvermeidlich, dast auch in diesen Schulen allmählich der Ghettogeist durchschlagen würde. Den» der Einflust der Lehrer reicht im groben und ganzen nur soweit wie die Dauer des Unterrichts, aber der Gemeinschaftsverkehr der Kinder untereinander, der Verkehr auf dem Schulhof und auf dem Schulweg, ist dem Einflust der Lehrer im wesentlichen entzogen. Und wenn unter den Schülern dieser als nationaldeutsche Anstalten gedachten und aufgebauten Schulen auch nur einige von de» Elementen sind, die überall das Deutschtum zersetzen, wenn nur in jeder Klasse 1 oder 2 Kinder sind, die austerhalb der Schule im Dunstkreise der Herren Zwischenfeld und Genossen leben, die dort von geschwätzigen und zur Aufgabe des Deutschtums schon innerlich bereiten Eltern. Onkeln und Tanten (besonders Tanten!) alle die Legenden und schwachmütigen Redensarten hören, wie sie heute noch „unbeirrt" in den Kreisen der Angst- und Bedenkenmeier verbreitet werden, so inögen die Lehrer und ihr Unterricht noch so nationaldcutsch sein, — das Ergebnis der Erziehung wird doch nichts anderes sein können, als die Heranbildung eines Geschlechts von Ghettojuden, denn das Gift der „kameradschaftlichen" Zersetzung ist immer stärler, als das Gegengift, das vom Katheder herab verabreicht werden kann. Und schliestlich noch Eines: In den Kreisen unserer deutschen Volksgenossen nichtjüdischer Abstammung beginnt sich heute doch schon allmählich die Erkenntnis durchzusetzen, dast man mit der radikalen Ausschaltung der Juden und „Nichtarier" aus so vielen Gebieten des öffentlichen, und privaten Lebens über das Ziel hinausgeschossen hat, dast eine Regelung der Iudenfrage, die auch den alteingesessenen, mit dem deutschen Volke unauflöslich verbundenen Juden gerecht wird, ein Gebot der Notwendigkeit ist, nicht um der Juden, sondern um des Deutschtums willen. Daneben gibt es aber auch heute noch eine Schicht von Nichtjuden, denen die Schlagworte von Anno Dazumak noch heute als unumstöstliche Norm gelte», die sich auch heute noch keine andere Lösung der Judenfrage vorstellcn können oder wollen, als völlige Ausschaltung der Juden. Die Schaffung der Ghetto-Schulen würde dazu führen, dieser letzteren heute noch über die tiefgehenden Wesensunterschiede, die zwischen Juden und Juden bestehen, nicht belehrten Schicht neues Wasser auf die Mühle zu treiben. Man würde mit scheinbarem Recht sagen: „Die Inden fühlen sich ja offenbar im Ghetto und nur jm Ghetto sehr wohl, denn sie tun ja alles, was von ihrer Seite geschehen kann, um ihre Kinder vor jeder Berührung mit dem Deutschtum zu bewahren!" Soll es wirklich dahin kommen, dast man sich eines Tages darauf berufen kann, die Juden hätten sich selb st und ihre Kinder freiwillig ins Ghetto gesperrt? Wir meinen, dast gegenüber diesen schwerwiegenden Bedenken jede Angst, jede Weichlichkeit, jede Gefühlsseligkeit, jede Rücksicht auf die „zarte Kinderseele" zurücktreten muh. In Wahrheit ist die Kinderseele keineswegs zart, sie ist äusterst robust und ist vielem gewachsen, was ein älterer, vom Leben schon zermürbter Mensch nicht mehr erträgt. Wir würden uns an den eigenen Kindern versündigen, wenn wir aus falsch verstandener Rücksicht, aus dem Bestreben, sie vor Reibungen zu bewahren, die ihnen in dieser Zeit doch niemals ganz erspart bleiben können, ihnen die Möglichkeit nehmen wollten, die Festigkeit des eigenen Charakters herauszubilden und den Härtegrad zu erreichen, der allein lebensfähig und lebenstüchtig macht. Und wir würden uns doppelt versündigen, wenn' wir unseren Kindern die fast einzige heute bestehende Möglichkeit oorenthalten wollten, den deutschen Geist, den Geist des nationalen neuen Deutschland kennen zu lernen und zu -begreifen. Darum keine Ghetto-Schulen! Ghettos- Schulen in keiner Form! Die Kinder deutschgeborener Eltern gehören auf deutsche - ch u l e n! Nur wenn wir ihnen diese Möglichkeit erhalten, geben wir ihnen die Aüssicht, zu bleiben, was sie ihrer Abstammung nach sind: Deutsche! test die Schriften des Verbandes nationaldeutscher Juden lY2l-l934! 4

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