Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- Nr. 1 (April 1934)
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/6682492-5438710-5438906--701-4871870- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Caufe? Ton Kurt Machol Nationaldeulsche Juden gibt es in allen religiösen Lagern von der Orthodoxie bis zur Reformgemeinde. Manche nationaldeutsch fühlenden Juden stehen aber auch der jüdischen Religion gänzlich fern. Nicht wenige von ihnen sind längst, vielfach von Kindheit an. aus ehrlicher religiöser Ueberzeugung innerlich Christen. Andere haben sich aus nationaler Empörung über die unglaublichen Zustände, die in manchen unserer Gemeinden herrschen, allmählich vom Judentum abgenehrt, weil ihnen das Judentum eben nur in der Form des mißbrastchten Kultus erschien. Sie haben früher den Uebertritt zum Christentum nicht vollzogen, um nicht nach außen hin als Feiglinge zu erscheinen und um nicht mit denen verwechselt zu werden, welche lediglich um persönlicher Vorteile wegen Idas Judentum aufgaben. Heute aber, da durch den Uebertritt zum Christentum persönliche Vorteile nicht mehr zu erlange» sind, die Getauften vielmehr „Nichtarier" im Sinne der Ersehe bleiben, halten es verhältnismäßig viele Juden dieser Gesinnung für richtig, ihrer inneren Ueberzeugung auch nach au!>en hin Ausdruck zu geben und formell zum Christentum, de» » sie innerlich schon geraume Zeit angehören, überzutreten. Wer so handelt, verkennt damit vollkommen seine Aufgabe und macht sich das Leben allzu leich»/ Diese Reuchristen wollen im Grunde nur mit dem Judentum und der Iudenfrage nichts mehr zu tun haben, und wenn sie i uch äußerlich weiter als Juden gelten,> so wollen sie sich doc i formell sozusagen zur Wahrung ihres Gewissens von ihrer Vergangenheit-lossagen. Sie verkennen, daß es heute nich mehr darum geht, damit getan ist, eine religiöse Ueberzeugung, demonstratio nach außen zu bekunden/ Sie verkennen, daß sie heute auch gar nicht mehr das Recht haben, ein Einzelsch cksal zu leben. Die jüdischen Deutschen habe», so wie alle anderen Deutschen, einen schweren Kampf zu kämpfen: fü: Deutschland. Wir nationaldeutsche Juden haben'in diesem Kampf eine bc sondere Aufgabe: Mitzuwirken an der Lösung der Judenfrage — um Deutschlands willen. Wir wissen, daß eine innere Befriedigung Deutschlands nie oollkomnien sein kann, wenn die Judenfrage nicht endlich gelöst wird. Wir kennen die Schwierigkeiten: sie sind an diesir Stelle oft genug erörtert worden. Wir kennen aber auch den Schlüssel zur Lösung dieser Frage: es ist die endliche „Ungleich schaltung". Es gilt, diejenigen Juden, welche nach ihrem nationalen Gefühl nichts als deutsch sind, als Volldeutsche in das deutsche Volk einzugliede cn und von denjenigen zu sondern, die den Eindeutschung-prozeß nicht oder nicht restlos vollendet haben. Es gilt, diese Deutsch,uden durch diese schwere Zeit durchzuhalten «nt jeden von ihnen zu einem Kämpfer für das Deutschtum zu machen. Wer heute sich einer Gemeinschaft entzieht und sei es auch nur der „äußeren" Rellgions-Äezeichnun > nach, ist kein Kämpfer, sondern ein Drückeberger. Er dri ckt sich zwar nicht, wie es früher möglich erschien, aus dem Judentum selbst, denn diese Drückerei ist heute gesetzlich unwirksam, aber er drückt sich vor dem Kampf, der heute Nur von Menschen geführt werden kann, die auch das Wort: Jude nicht scheuen. Unser Verband national de rischer Juden hat seit dem Jahre 1921 als Gemeinschaft von Juden für Deutschland gekämpft, und er ist deswegen immer verleuindet und verunglimpft worden, von jüdischer und nichtjüdischer Seite. Wir sind trotzdem immer Kämpfer für Deutschland gewesen, und wir werden es imme/ bleiben. Heute beginnt man hüben und drüben zu begreife». daß unser Weg der richtige, der einzige war. Unser Kamp' um das wahre, das innere, das nationale Deutschtum tarn aber nur von denen geführt werden, die sich auch nach außen hin zu ihrer Abstammung bekennen und dis sich oder ihre Kampfgemeinschaft nicht einen. Augenblick in den Verdacht l ringen, verkannt werden zu wollen. Deshalb ist der Uebertritt zum Christeptum heute auch für diejenigen abzulehnen, die dem Mten religiösen Gefühl nach längst Christen sind, denn jeder ^getaufte Jude ist heute als Kämpfer a u s g e s ch a l 1 e t. Wer heute zum Christentum Übertritt, tut dies — wenn auch vielfach unbewußt — aus einer inneren Beauemlichkeit. weil er den schweren Kampf nicht mitkämpfen will. Er sei sich klar, daß. er ein Fahnenflüchtiger ist. Wenn einmal wieder -ruhigere Zeiten kommen, mag er. seinem religiösest Gefühl folge». Heute gehört jeder Jude, der für Deutschland kämpfen will, in die Reihen derer, die sich als n a t i o n a l d e u t s ch e Jude« bekennen. > . ' i i Deutrehe Eltern jüdt leben Stammes! Ein paar Rabbiner^, die noch immer nicht begreifen können, daß Mannheim nich 1-, it, Palästina liegt, wolle» uns mit einer j ü d i s ch e nlV o I k s s ch u l e beglücken, die im Grunde eine getarnte höhere Schule sein soll «freiwillige Zusatzstunden in Fremdsprachen, insbesondere Hebräisch!). In ihrem Flugblatt vom 9. März 1934 schreiben diese Herren, daß von der Gründung einer solchen Schule „die Zukunft unserer Kinder entscheidend« bhäng t". Diese Worte treffen den Nagel auf den Kopf.. Es ist i» Wahrheit für die Zukunft unserer Kinder entscheidend. ob sic gemeinsam mit n i ch t j ü-d i s ch c n Kameraden in einer deutschen Schule oder ob sic in einer ausgesprochenen Ghettoschule erzogen werden. Aus der G h e t t o s ch u l c Können mir Ehettomen scheu hervor gehen, die gefühlsmäßig im Gegensatz, zum Deutschtum stehen und die Kluft, die heute leider Mischen Deutschen jüdischer und nichtjüdischer Abstammung besteht, ständig vertiefen müssen. Laßt Euch nicht einreden, daß diese Dinge mit Religion etwas zu tun haben- Auch wir find religiöse Juden, trotzdem' wir auf deutschen Schulen erzogen sind. Die Ghetto schule i st ein r e i.n jüdisch-völkisches Untern e h m e n und es ist fin Mißbrauch des geistlichen Amtes, wenn gerade Rabbiner! zur Gründung solcher Schulen auf fordern. Habt auch keine Angst davor, daß Eure Kinder, wen» Ihr sie auf deutsche Schulen schickt, in Reibereien mit irregeleiteten nbchtjüdischen Kameraden geraten könnten. Wer das Zeug dazu hat. eine Persönlichkeit zu sein, setzt sich überall durch, und eine blutige Rase heilt immer noch schneller, als ein durch seelischen Zwiespalt zerrissenes Herz, i. Eine „Reichsvertretung der deutschenIudc»". auf die sich diese Herren Rabbiner berufen, gibt es nicht. Richtig ist nur, daß sich einige (keineswegs alle) Organisationen unter dem Einfluß ihrer zionistischen Mitglieder für bestimmte Zwecke zusammengeschlossen haben und daß dieser Zusammenschluß sich ohne jedes Recht als „Reichsvertretung der deutschen Juden" bezeichnet. Die sogenannte Reichs» er - tretung steht unter jüdisch-völkischer Führung. Deutsche Eltern, wollt Ihr Eure Kinder diesen Leuten in die-Hände geben? Wollt Ihr sie gewaltsam zu einem Fremdvolk machen? Wenn > Ihr das nicht wollt, gebt diesen jüdisch-völlischxn Rabbinern, uNd ihrer sogenannten Reichsvertretung die gebührende Antwort. | Verband nationaldeulsche r_3 uden c. V. Ortsgruppe Mannheim. Brüdern", zum anderen Teile aber die Sichtbarmachung des Gegensatzes zwischen zwei Völkern sind. wird die deutsche Iudenfrage so gut wie gelöst seyi. Es gibt Mittel, zwischen Dentschjuden und Fremdjuden zu unterscheiden. Für die ältere Generation wird die Unterscheidung nicht allzu schwer sein, wenn man die frühere Einsteilung der Einzelnen zum deutschen Volke, nicht nur zum jeweiligen deutschen Staate, mit derselben Gründlichkeit prüft, mit derheute die sogenannte „Rassefrage" geprüft wird. Für die junge Dneration aber steht die Frage der nationalen Erziehimg im Vordergründe. Gibt man dem Teil der deutschen 5 lugend. der nach seiner Abstammung zu den Deutschjuden gehören müßte, die Möglichkeit, gleich der nichtjüdischen Jugend Iiurch die Mühle der nationalen Erziehung zu gehen, so will sich sehr bald die Spreu von dem Weizen sondern. Dieh n Weg zu beschreiten, bedeutet gerade auch für die national fühlenden Nichtjuden in Deutschland ein Gebot der völkischen Selbsterhaltmig, denn die Fortdauer des jetzigen Zustandes kann nur dazu führen, eist Geschlecht von Feinden des Deutschtums heranzuziehen. And für die Juden selbst gilt das Gleiche. Sie müssen heute, soweit sie ehrlich sind und ehrlich den Willen haben, zum Frieden mit dem deutschen Volke zu kommen, sich der Probe unterwerfen, nicht ob sie „anständige" oder „unanständige" Juden, sonderst ob sie Deutschjuden oder Fremdjuden sind. Wer sich dieser Probe nicht unterziehen will, gehört zu denen, die „üdrigbleiben", und die wert lind, daß sie zugrunde gehen. Denn es ist immer noch besser, daß ein -kleiner Rest von Wurzellosen zugrunde geht, als daß Hunderttausende von Menschen zugrunde gehen, die wissen, woliin sie gehören, oder doch den ernsten Willen haben, es eines Tages zu wissen. Und vor allem darf eines nicht zugrunde gehen, dgs an dem Fortbestehen der Jndenfrage in der heutigen Form weiter kranken würde, wenn man auch heute wieder versuchen wollte, durch sogenannte Milderungen zu vertuschen, was entscheidend ist. Nicht zugrunde gehen darf unser deutsches Volk.