Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- Nr. 1 (April 1934)
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Für ganz ruhige Zeilen mag diese Duldsamkeit ein friedliches, wenn auch nicht gerade von innen her freundliches Nebeneinanderleben zweier Bevölkerungsgruppen gewährleisten. Sobald aber einmal die Sinne dafür geschärft sind, dah ein Anderssein nur im Unwesentlichen, nur im Rahmen der unauflöslichen Zugehörigkeit zum Volksganzen tragbar ist, führt Toleranz zu nichts anderem, als zu dem. was der Psychoanalytiker imter „Verdrängung" versteht. Man drückt ein Wissen, das ständig ins Oberbewuhtscin. hinaufstrebt, gewaltsam ins Ilnterbewuhtsein hinab, aber, eines Tages steigt es doch wieder nach oben, und dann beginnt erst der wahre Konflikt. Diesen Konflikt zu verhindern, tit nur möglich, wenn man eben nicht „verdrängt", wenn man sich in> Gegenteil trotz aller verwirrenden Einwirkungen,von auhen die wirkliche Lage innerlich klarmacht.' wenn man sich beinüht, mit dieser.wirklichen Lage sich abzufinden, mag auch Hergebrachtes und selbst Liebes dabei zu Bruch gehen. Das Ergebnis einer io ge, schaffenen Klarheit, mag sie zunächst auch noch sy erschütternd sein, verbürgt immer noch eher eine freie undgesammelte. Zukunft, als die Verdrängung, die nur dann bei dem Einzelmenschen ihren Zweck erfüllen kann, wenn dieser - Einzelmensch zufällig das Glück hat zu iterben. che das verdrängte Missen ins Oberbewuhtscin steigt und den Lebenden umwirft^ Völker und Bevölkerungsgruppcn lwben nicht das Glück. - über ihre Konflikte hinwegzusterben. Hier muh Klarheit geschaffen werden, mit größter Folgerichtigkeit und nötigenfalls mit stärkster Vrutalität. wenn eine konfliktlose oder doch konflittarnze Zukunft gewährleistet werden soll. Damit sollte das Verhältnis zur sogenannten Toleranz für alle Juden bestimmt sein. Dasz es nicht für alle 'so bestimmt ist. verdanken die Juden den Verdrängungs- und Verdummungsaposteln, die noch heute oder heute schon wieder an ihrem feigen Werke sind, trotzdem die Ereignisse des Jahres 1933 die deutschen- Juden wenigstens dazu erzogen haben sollten, gegen sich selbst ehrlich zu sein. Wenn der Verband nationaldeutscher Judsn für sich-ein Verdienst in Anspruch nehmen darf, so ist es das, schon vor vielen Jahren diesen Gang der Ereignisse oorausgesehen und vorausgesagt, schon damals seine warnende Stimme erhoben zu haben. Wir kommen immer wieder in die eigenartige Lage, uns selbst zitieren zu müssen. Aber das. was wir vorvielen Jahren. gesagt und geschrieben haben, ergibt gerade in Verbindung mit dem. was dann trotz unserer leider nicht beachteten Warnungen geschehen ist, den schlagendsten Beweis Dafür, wie es in Zukunft nicht gemacht werden darf. In der Schrift des Verfassers dieser Betrachtung „V o n deutscher Z u t u n f t" «erschienen im. August 1 92 4) heiszt cs wörtlich: - „Nehmen wir an. das; heute in Deutschlands ein Mann eristierte, der bei Nichtjuden allgemein Autorität genösse, und das; dieser Mann so. wie man es seinerzeit dem Kaiser zumutete, das Wort spräche: laszt die Juden in Frieden, wir kommen ohne sie nicht aus, denn sieverstehen vieles besser, als wir. und haben Hilfsquellen und Beziehungen, die Deutschland brauchen kann. Nehmen wir weiter an. das; dieses Wort gehört, und befolgt würde. Was wäre das Ergebnis? Es würde bestenfalls ein zeitiges Ruhestadium geben ohne den inincren Entschluh der Dauer, ein Ruhestadium wie für den Hasen, der heute noch geschont werden muh. weil er aus diesen oder jenen Gründen - erst in ein paar Monaten geschossen werden darf.. Glaubt jemand ernstlich, das; wir auf diese Weise dtm Ziele der Volksgemeinschaft auch nur einen Schritt näherkommcn würden? Man muh uns wollen, nicht weil man uns als Fjnanzleute und Verwandte amerikanischer Finanzleute^als Manager oder Advokaten für diesen oder jenen Sonderzweck braucht, weil man irgend eines unserer vermeintlichen Sondertalente im Augenblick nicht entbehren kann und weil man deshalb die Aeuherungen des Hasses und der Verachtung einstweilen zurückstellt, ohne deshalb diese Gefühle selbst mfc dem Herzen zu reihen. Man muh uns. wollen in der Erkenntnis, dah der Jude nicht nur als Intelligenz wertvoll ist. nicht nur der kluge, der bewegliche, der talent- } volle Jude, sondern das; es darauf ankommt, den deutsch fühlenden Juden zu gewinnen , auch , wenn er ein simpler Durchschnittsmensch ohne überragende Eigenschaften ist. nichts als ein handfester. und williger Arbeiter am Bau der deutschen Volksgemeinschaft. Das ist es, was wir erstreben müssen. Deutsche wollen wir sein, nichts weiter, nicht fremde Geschäftemacher und TausenDkünftl-er^ die man nur im Kontor empfängt und mit geschäftlicher Höflichkeit behandelt, solange man sie braucht, sondern schlichte Volksgenossen in Reche und Glied, mit denen man sich im Herzen einig fühlt und die auch am - Familientisch gern gesehen sind. Deutsche, die nichts von sich her machen, die nicht ihre Talente und damit auf Umwegen wieder ihre Fremdheit in den Vordergrund stellen, sondern bescheidene Glieder der Volksgemeinschaft, von denen man f>erade weih, dah sie da sind, aber auch, dah man sich auf ie verlassen kann, und dah sie zur Stelle sind, wenn man sie braucht." Wenn man diese vor fast genau 10 Jahren geschriebenen Worte liest, wird man hüben und drüben, bei Nichtjuden und Juden, besser verstehen, als man heute noch versteht oder verstehen will, dah nur unser Vorschlag der „Ungleichschaltung", unsere Unterscheidung zwischen „Deutschjuden" und „Fremdjüden" und unser Wunsch, diese gerade heute allein wesentliche Unterscheidung in der deutschen Gesetzgebung verankert zu sehen, eine wirklich konfliktlose Zukunft verbürgt. Man spricht heute in weiten jüdischen Kreisen, insbesondere in solchen der Zwischenschicht und der Zionisten oder vermeintlichen Zionisten, von „Milderungen", die hinsichtlich der Behandlung der deutschen Juden in Aussicht genommen seien. So sehr wir es einzelnen im früheren Sinne „anständigen" Juden gönnen würden, wenn solche Milderungen ihnen zugute kämen, so sehr würde» wir es bedauern, wenn durch einen so unorganischen Lösungsoersuch die wirklich organische Lösung der Jüdenfrage wieder auf lange Zeit verschüttet würde. Es wäre ein Unglück für die Gesamtheit der deutschen Juden, auch für die Fremdjuden, wenn man sich nicht wenigstens jetzt zu der Erkenntnis durchringen wollte, dah es sich bei den Unterschieden zwischen Juden und Juden nicht um eine Unterscheidung zwischen anständigen und unanständigen Angehörigen desselben „Volkes", noch weniger natürlich um einen Streit zwischen einzelnen jüdischen Organisationen handelt. Der Froschmäusekrieg. der zwischen alljüdischen Vereinen und Vereinchen um irgend welche Einzelheiten ihrer unproduktiven Betätigung geführt wird, ist so unwesentlich, wie die Unterschiede zwischen den Gefühlsrichtungen dieser streitenden Gruppen selbst. Wesentlich ist nur die Frage: wer ist Deutschj-ude und wer ist F r e m d j u d e? Man muh endlich begreifen, dah diese Unterscheidung nicht auf eine künstliche Nüanzierung zwischen Gruppen und Grüppchen desselben „Volkes" hinausläuft. sondern auf den natürlichen, angeborenen, die ganze Persönlichkeit bis in die letzte Faser des Seins durchdringenden Wesensunterschied zwischen* zwei Völkern, die vor grauen Jahren einmal aus derselben Wurzel entsprossen sein mögen, die aber im Laufe vieler Jahre sich auseinander entwickelt.und heute im richtig verstandenen völkischen Sinne nicht das Geringste mehr miteinander zu schaffen haben. Die Deutschjuden gehören zum deutschen Volke, die Fremdjuden zu einem in alle Winde zerstreuten Volke ohne L.a n d. — denn auch das englische Palästina ist keineswegs i h r Land und wird es niemals sein, — einem Volle, das sich als solches erhalten hat weniger durch körperliche, als durch geistige und gefühlsmähige Inzucht, durch die krampfhaft aufrecht erhaltene Rückständigkeit, durch den niemals ganz ausgetilgten Wahn, eine Gemeinschaft von Auserwählten und für die Anderen ein „Problem" zu sein. Der Deutschjude. dessen Ahnen schon längst mit Leib und Seele im deutschen Volke aufgegangen sind, steht diesem Fremdvolk, diesem in Stäubchen über die Erde zerstreuten Anachronismus mit derselben inneren Ablehnung gegenüber, wie jedes andere Volk, gleichviel ob der sogenannte Antisemitismus, die periodisch überall aufsteigende Welle der bemühten Ablehnung, gerade in diesem oder jenem Land im Ebbe- oder Flutstadium ist. Dieser sogenannte „Antisemitismus", der seit Tausenden von. Jahren überall, wo Fremdjuden leben, zu irgend einer Zeit und in irgend einer Form zur Oberfläche gestiegen ist. wird überall dort auch weiterhin leben und Leben vernichten, wo nicht hurch eine wirklich reinliche Scheidung die Iudcnfrage aus dem Verdrängungsstadium svstematisch ins Oberbewuhtsein gehoben wird. Unb wenn es einmal so weit gekommen ist. wie im heutigen Deutschland des totalen Volkstums, dann müssen auch wir Juden, gleichviel welchem Volke wir angehören, daran Mitwirken, diese reinliche Scheidung herbeizuführen, denn nur diese Scheidungkann klare, dauerhafte und für geraume Zeit konfliktlose Zustände schaffen. Die ehrlich und gerade denkenden Zionisten, die man nicht mit den verlogenen Zeitungsschreibern und Auch-Zionisten zufammenwerfen darh haben diese Lage so klar erkannte wie wir nationaldeutfchen Juden, die wir nicht den Anspruch erheben, die einzigen. Deutschjuden, aber der kämpferische Stohtrupp der Deutschjuden zu sein. Es gibt heute in Deutschland Zionisten, die ehrlich bereit sind, sich als Fremde zu bekennen und als 'Fremde zu leben. Mit diesen Menschen kann man Hausen, wie jedes Volk mit Fremden, die in seiner Mitte wohnen, Hausen kann, sofern nur dieses Zusammenhausen in den entscheidenden Punkten, in allem, was den Kern des Volkstums selbst berührt, als ein schiedlich-friedliches Nebeneinander ohne den Anspruch auf Ilebergriffe in die eigensten Bereiche der anderen gestaltet wird. Aber nicht leben kann man mit denen, die auch heute noch Grenzverwirrung betreiben, sei es aus Dummheit. sei es aus Ueberschlauheit. was im Stunde das Gleiche bedeutet. Schon in der Schrift „Vom nationaldeutschen Juden" die vor fast 14 Jahren erschien, heiht es: „Was übrigbleibt. ist wert, dah es zugrunde geht." Wenn einmal unsere nichtjüdischen deutschen Volksgenossen erkannt haben, dah Deutsch zu Deutsch und Fremd zu Fremd gehört, dah die vermeintlichen „inneriüdischen Streitigkeiten" nur zum Teil belanglose Reibereien „unter 2