Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- Nr. 5 (Dezember 1933)
- Date
- 1933-12-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Sammlung? Eine Huafpracbe i. Oer Weg zur Sammlung ein offenes mort Bei Erörterung des Problems, alle uatioiialdeutschdenkende», Juden zu ihrem eigenen Besten und zum Besten der Gesamtheit zusamnienzusassen, tri st man immer wieder auf den Begriff der „Zionisten" und „Zynschenschichtler", im Gegensatz nun Ralionaldeulsckren. Die Willensrichtung dieser Kruppe» loht sich schlagwortartig in zwei Sähen zusammenfassen: die. Einen sagen, „wir sind anders, und darum trennen wir uns non dem. was deutsch ist." Die Andern sagen, „das, was Deutsch ist. stöht uns zurück, darum trennen wir uns von ibm - so leid c?5 uns tut." und manche fügen noch hinzu: „und so sehr wir selbst darunter leiden." Aber mit dieser Tnvisierung ist in Wahrheit nichts erklärt. Zwischen den iH’itk'ii bczeichncleit Polen schwankt die Menge in den mannigfaltigsten Schattierungen und der bedränqtesten Gefühls^ Zerrissenheit. Wqr sammeln will, muh diese Mannigfaltigkeit und Zerrissenheit erkennen und wissen, dah er nicht nur Kämpfer, sondern auch Arzt sein muh. ' - Diese Erkenntnis fst keine Verwässerung und kein Kon, promisz. Aber eins iit sicher: wie die Dinge heute liegen, fordert der Sieh des .deutschen Gefühls' ein Opfer des Intellekts. Wer sich InndUrckigcrungen hat. bejaht diese Feststellung freudig. . Die Vergangenheit krankte ja daran, dah das echte Gefühl oom Intellekt unterdrückt wurde. Wer aber noch nicht lo weit ist. der kämpft heute den vielleicht schwersten Kampf seines Gebens iim seine Weltanschauung. . In diesem Kampf muh ihm 'geholfen/ werden. Erkennen wir nun aber das Gefühl als den entscheidende» Faktor in dieseni Kampfe, so leuchtet es ein. dah von der Seite des Gefühls auch die Hilfe kommen muh. - Auch das Gefühl kann hart sein mjb mutz hart sein. Denn die Zeilen sind hart und unser Wollen ist es. Aber so, wie sich das Eisen unter der Hand des Meistersim läuternden Feuer weich biegen läht. so wird das G.fühl des Einzelnen unter den: "Willen des Führers geformt. Wir lehnen Gefühlsduselei und das Zerreden der letzten Dinge ab: der,-der berufen ist, soll formen. Aber die Kenntnis des Materials ist Voraussetzung. Es geschieht uns oft. dah wir Menschen gegen- »berstcsten. die in ihrem nationalen Denken uns "hefteundet sind. Sie bejahest das Deutschtum bis in seine letzten Folgen, aber irgend etwas stützt sie ab und hindert sie, sich einreihen zu lassen in die neue» Front. Und es muh offen bekannt werden. dah es nicht immer die freundlichsten Worte sind, mit denen von diesen Menschen der schon Ueberzeugte, aber nicht Ueberzcugende bedacht wird. Da es nicht am Willen liegt, liegt es an der Formulierung, vielleicht an der Form. Das Mihverstehen und das Mihoerständnis liegt in der Auffassung der Ringenden, man verlange von" ihnen Aufgabe wesentlicher Gefühlsmomente ihres eigenen Daseins. Genau das Gegenteil ist richtig. Wir brauchen ja gerade Menschen, die „sie selbst" sind, allerdings nicht solche, die sich selbst genug sind. Wir wollen nicht den Menschen, den Charakter ändern, wir wollen erkennen lehren, dah gerade der ganze Mensch sich vom toten Ballast scheidet, wenn er das lebendige Gefühl erhalten will. Dann fällt dem Einzelnen auch das Opfer des Intellekts zugunsten des Gefühls leicht. Aufgabe des'Führers ist. diesen Gedanken zu lehren und zu erhallen. Die Zweifelnden und die, welche im andern Lager stehen, müssen erkennen lernen, dah die neue Zeit neue Voraussetzungen und kompromihlose. Gesinnung fordert. Man erleichtert ihnen diese Erkenntnis, wenn man Verständnis für ihre Lagt zeigt. Es sind nicht die Schlechtesten, die heute noch nicht gewonnen sind, aber morgen gewonnen werden müssen. Noch sind sie vermeintliche Gegner, teils in Erinnerung an politische Kämpfe einer vergangenen Zeit, teils, weil sie der Meinung sind, der Kampf würde heute noch, und zwar ausschliehlich unter den deutschen Juden, in der alten Form fortgesetzt. Sie fühlen sich selbst angegriffen und verletzt in einem Eristenzkamps. der für sie um die gleichen Dinge geht wie für uns. um ihre Stellung zum und im Deutschtum. An uns ist es. ihnen zu beweisen, dah wir. nicht vbwohl. sondern weil wir ihr Empfinden teilen, sie zu uns hinüberziehen wollen, um ihnenzuhelfen. Wenn zu diesem Bewuhtsein das Wissen um die neue Zeit hinzutritt, kehrt das Vertrauen ein. das im Kampf des letzten Jahrzehnts verloren war. Die Schuldfrage heute zu erörtern, ist ebenso unzeitgemäh wie zwecklos. Aber der Wille, denen, die selbst suchen, die Hand zu reichen, muh immer wieder und viel stärker, als es bisher der Fall war, zum Ausdruck gebracht werden. F. E. u Oie pflicbt zur F)ärte Ich bin dem: Verfasser des vorstehenden Aufsatzes, einem Richtmitg'lied. aufrichtig dankbar. Seine Ausführungen sind > wirtlich „offene Worte", und ehrliche Kritik, die positive Anregungen gibt, kann jedem Führer nur lieh. sein. Und das, was für uniere Arbeit wesentlich sein muh. ist mit. richtigem Blick erkannr. —:datz wir „nicht den Menschen, den Charakter ändern", datz wir ihn nur „erkennen lehren" können. Aber gerade daraus ergibt sich, dah es nicht damit getan ist, den , Anderen, die z» uns kommen könnten, zu zeigen, dah man „Verständnis für ihre Lage" hat. dah man ihnen „helfen will". Jeder, der unsere Arbeit, insbesondere unsere Schriften und die von unseren Matzgebenden Führern gehaltenen Reden wirklich kennt, weih genau, dah wir sehr tiefes Verständnis für die Lage haben, in der sich heute mit allen änjderen Juden auch die im Gefühl echten-Deutschjuden befinden. Wie könnte es auch anders sein? Wir selbst gehören ja zu ihnen, und viele, sehr viele, ja die meisten von uns, die wir heute wie »eit nichr als zwölf Jahren in vorderster Linje den Kampf für das Ralionaldeutschtum führen, leiden schwer unter dem Druck, der aus allen in Deutschland lebenden Juden lastet. Ja. wir leiden zum groben Teile besonders schwer, weil uns aus andersfühlcnden oder irregeleiteten und verhetzten jüdischen Kreisen eine Gehässigkeit entgegengebracht wird, die sich oft genug für uns in persönliche und vor allem in wirtschaftliche Nachteile umsetzt. Anl - Verständnis für die Lage, die ja auch unsere Lage ist. fehlt es also gewitz nicht. Aber Verstehen muh nicht immer Verzeihen cheihen. Wir können nicht dem verzeihen, dem noch heute sein Deutschtum nur Gerede, nicht Tat ist. W i r stehen im Kampfe, und der Kämpfer muh hart sein, hart gegen Andere und auch gegen sich selbst. Wollten wir unsere Zeit und unsere Kraft damit vertun, dah wir den anderen, denen wir helfen wollen, um unserer Beliebtheit willen ewig gefühlvolle Erklärungen eines „Verständnisses" abgeben, das sich von selbst versteht, so würden schliehlich auch wir weich werden und würden in dem durcheinander quirlenden, verworrenen, schtoätzenden und sich selbst beklagenden Haufen aufgehen, der heute Jüdischnationale. Zwischenschichtler und leider auch gefühlsechte, aber charakterschwache und einsichtslose Deutschjuden umsaht. Das wollen und dürfen wir nicht. — um unserer selbst willen, um der Gesamtheit der Deutschjuden willen und nicht zuletzt um Deutschlairds willen. Heute werden Soldaten gebraucht. nicht Klugschwätzer und Klageweiber. Soldat kann nur sein, wer sich selb st abschaltet gegen alles, was ihn vom Wege auf sein Sturmziel ablenken, was ihm die Kraft zur letzten Selb st Überwindung rauben könnte. Wir müssen hart sein — und wir müssen es hinnehmen, wenn man diese Härte, die nur das Ergebnis eiserner Selbstzucht Und ungebrochenen Tatwillens ist, als Gefühl- und Verständnislosigkeit auffaht. Wer durch den Panzer, den wir zum Kampfe anlegen muhten, nicht hindurchzusehen. wer in dem harten Kämpfer nicht den mitfühlenden Menschen zu erkennen vermag, auf den müssen wir heute und vielleicht auch noch morgen als Mitkämpfer verzichten. Damit ist auch abgegrenzt, was wir heute und morgen unter „Sammlung" verstehen dürfen. Schon in unserem Gründungsaufruf vom März 1921 Hieh es: „Wir werben nicht um die Seelen derer, die nicht innerlich schon die Unseren sind. Nur an die unter Euch wenden wir uns, die im Gefühl längst an unserer Seite standen, denen nichts nottat. als der erweckende Ruf. der ihrem tiefsten Empfinden Ausdruck verlieh." Dies gilt Wort für Wort noch heute. Lauter als je erheben wir — vielleicht in letzter Stunde — den „erweckenden ' Ruf". Wen dieser Ruf auch heute noch nicht aufrüttelt.' wer statt des Kampfrufes auch heute noch beschwichtigende Watte verlangt, der mag ein ehrlicher Mensch und er mag auch im Herzen ein Deutscher sein, aber ein deutscher Kämpfer i st er nicht. Wäre ec es. so würde er auch den Ruf der Pflicht verstehen, und diese Pflicht ist heute die Pf licht zur Härte. M. N.