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Der nationaldeutsche Jude · 1933-12-01 · Nr. 5 (Dezember 1933) · p. Seite 2

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
12 (1933)
Issue
Nr. 5 (Dezember 1933)
Date
1933-12-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Frontkämpfer und frontgeift Es ist notwendig, dieser sachlichen Betrachtung einige persönliche Worte vorauszuschicken. Ich bin Frontkämpfer int 2iiuif des Berussbeamien Gesetzes. war als Offizier Führer von .Kampftruppen, besitze die meinem Dienstgrade entsprechenden. Kriegsauszeichnungen und darüber hinaus einige schriftliche ErNärungen früherer Borgesetztcr, inj denen mein Berhalten bei Kampfhandlungen als „tapfer, laltblütig und umsichtig" beurteilt ist. Alles dies führe ich nalprlich nicht \ an, um mich, als „ruhmreichen Soldaten" auf die Koinödienbrettcr;u stellen. Aber wer es unternimmt, sich mit.dem Fronlkäinpfchibegriff kritisch zu beschäftigen, hat lalle Veranlassung, im voraus klarzustcllen. dah ler^s.'lbst nicht Zu den Heim und Papierkriegern gehört. Zur Sache;' _ , 4 Tai; ein Mann, der mit der Waffe für sein Valcrlano ein getreten iit, Vorzugsrechte geniesten soll, iit ein richtiger und gesunder Grundsatz. Das Fiontlämpierlum war eine besonders sinnfällige Form des Dieiütes am - Deutschtum, und solckrer Dienst fit deutschen Lohnes wert. Deshalb hat auch unser Verband iintionaldeutsckrer Juden die in den bisherigen Gesetzen zugunsten nichtarischer Fronttäinpfer erlassenen Aus nahmebeslimmungcn begrüßt. und in den Vorschlägen zur Fassung des Staatsangehörigkeits-Gesetzes «siehe den Aussatz „Der einzige Weg: die llngleichschaltung" in der Oktober Rümmer dieses Blattes Seile 4» haben wir -an etiter Stell« die Aufrechterhaltung gerade dieser Bestimmungen angeregt. Aber wir würden es bedauern, wenn das Fronlkämpfertmn der einzige Gesichtspunkt sein würde, unter dem einem deutschgeborencN und derilschbewährkcn Juden der Weg ins Deutschtum gejönnel blcib«7i soll. Dienachfolgenden Ausführungen sind aus der Sorge. dah eine solche bedauerliche Einengung des'Weges eintreten könnte, zu verstehen» Wir idKiid, das; heute aus nichtjüdischer wie auf jüdischer Seite der blohtn Zugehörigkeit zur Gruppe der Frontkämpfer eine Bedeutung beigelegt wird, die letzten Endes zu unlogischen und unbefriedigenden Folgen führen muh. Frontkämpfer im Sinne des Vermsbeamlen Gesetzes und anderer Gesetze oder gesetzesgleicher Bestimmungen ilt ein Mann, der vor fast 20 Jahren gewisse formelle Voraussetzungen. «Teilnahme an Gcsechtshandlungcn, Verwundung usw.» erfüllt hat. Wer in der Lage war, diese Voraussetzungen zu erfüllen, genießt, ioftnt er im Sinne des Gesetzes Nichtarier iit, bestimmte Vorrechte: diese Vorrecht« kommen bis zu einein gewissen - - sehr eingeschränkten Grade auch den Ehefrauen-und. Kindern des FrontkämpfersI zugute. Dieser Grundsatz enthält de« Keim einer Schematisierung, die, wenn sie über die jetzt gültigen Einzclgcsctze hinaus in die Allgemeinflücsetzgcbung, insbesondere in das bevorstehende Slaalsangehötigteits-Gesctz, übergehen sollte. Manchen bevorzugen würde, ^er es nicht verdient hat, und Manchen benachteiligen, dem ganz gewih — zumal um des Deutschtums willen.— ein anderes Schicksal zu gönnen wäre- Es hat zu allen Zeiten Frontkämpfer — gleichviel welcher Abstammung - gegeben, die zwar die.formellen Voraussetzungen des Frontkämpfertums erfüllten, aber für das Volk, in dessen Kampfreihen sie slafiden, leiiieswegs erfreuliche oder gar nützliche Erscheinungen lwaren. Ich wiederhole: dies gilt für alle Zeiten und alle sogenannten Rassen. Auch /Thergtes war ein Frontkämpfer. und wenn im allen Griechenland das Front kämpfer/um fijr irgendeine Dorzugsbehandlung ausschlaggebend war, so hat! der brave Soldat Thersites unzweifelhaft an diesen Vorzügen teilnehmen dürfen, unbeschadet der wohlverdienten Prügel, die ihm Odysseus verabzolgt hat. In den deutschen Heetcn, die von 1914 an für Deutschland gekänipft haben, hat es sicherlich mehr als einen Thersites gegeben, und jeder Führer pon damals wird heule noch das Gedächtnis an einige derartige Gestalten. Arier oder Nichtarier.: bewahren, die den Geist seiner Truppe unterwühlken und das Ihrige zur Auflösung der Frontgeistes taten. Aber damit ist nur der krasseste Fall bezeichnet. Zwischen Thersites und Achilleus liegen Tausende und Abertausende von Abstufungen. Jedem von uns sind diese tausendfach abgcwandelren Frontkämpfergektalten entgegengetreten. im Kriege selbst und vor allem nach dem Kriege. Und bei jedem haben wir. die wirgtets an die Zukunft dachten und einen Wiederaufbau de^ Deutschtums ersehnten, uns die Frage vorlegen müssen: ist' dleser Mensch für das deutsche Volk, ist er für die deutsche!Zulunft wertvoll —•- ohne Rücksicht auf das Bändchen oder das Verwundetenabzeichen, das er iin Knopfloch trägt? Wer nicht in unzähligen Fällen zur Verneinung dieser Frage, gekommen ist. der werfe den ersten Stein auf mich. . Und wie! steht es wiederum mit den anderen, die aus irgendwelchen Gründen nicht Frontkämpfer sein konnten, weil sie damals zu jung oder zu alt waren oder weil irgendein Gebrechen ihnen verwehrte, an die Front zu gehen? Sind unter diesen nicht Menschen, unzählige Menschen, die für das Deutschtum wertvoller waren und sind, als mayche von denen, die heute auf Kriegsstammrolle oder Kriegsrangliste pochen dürfen? Wir brauchten diese Betrachtung nicht anzustellen, wenn für uns ..Nichtarier" heute die Frage des Frontkämpfertums nicht von ganz besonderer praktischer Bedeutung wäre. Man kennt unsere Unterscheidung zwischen Deutschjuden und Fremdjuden. zwischen solchen Juden, die ihrer ganzen Persönlichkeit nach zum deutschen Volke und nur zum deutschen Volke gehören, und solchen, die zwar von Rechts wegen deutsche Staatsbürger, aber von Volks wegen Glieder eines über die ganze Welt verstreuten und doch gefühlsmäßig zusqmmen- * hängenden Fremdvölles sind. ^Wie steht es mit dieseP i>zsj, ihrer Eigenschaft als Frontkämpfer? / Unter denen, die heute mit Recht die Frontkämpfer bestimmungcn der geltenden Gesetze für sich in Anspruch nehmen dürfen, sind nicht wenige Zionisten und solche, die im Herzens gründe jüdischnational fühlen, auch wenn sie den Ausdruck „Zionist" nicht gern hören. Und viele von ihnen waren recht gute Soldaten. Mancher, der heute mit Inbrunst die „Jüdische Rundschau" liest, ist vor vielen Jahren freiwillig ins Feld gegangen. Der Rausch, der damals über ganz Deutschland ging, hatte auch diese ergriffen, und unter den jungen Helden, die bei Langemarck singend gegen die Maschinengewehre stürmten, werden sicherlich auch Zionisten gewesen sein oder solche, di« heute Zionisten wären, wenn damals die Maschinengewehre nicht stärker gewesen waren, als ihr Deutschlandrausch. Und dann die anderen, die gar nicht erst berauscht waren, aber einfach als anständige Menschen ihre Schuldigieit taten -„ohne Begeisterung für Deutschland, aber mit ernstestem Pflichtgefühl" (Naumann: „Von Zionisten und Jüdischnationalcn", Berlin 1921). Und schließlich die vielen, leider sehr vielen, die im Anfang sich für „gute Deutsche" hielten, die den Krieg überstanden und dabei immer klarer erkannten, vst noch während des Krieges, andere erst nach dem Kriege, dah sie auf der falschen Seite standen, dah ihr vermeintliches Dcutichgefühl von 1914 eine Selbsttäuschung war. und die so ganz folgerichtig immer weiter auf die fremdjüdische Seite rückten, bis sie schliehlich als Üefer oder Mitarbeiter bei der „Jüdischen Rundschau" landeten. Sind diese pflichtgetreuen Frontkämpfer — von den M U h - Kämpfern ganz abgesehen — heute wirklich wertvolle oder auch nur brauchbare Deutsche? Werden ihre Kindxr, die von ihnen im deutschfremden Geiste erzogen werden, erzogen werden müssen. — werden diese Kinder jemals Deutsche sein können? Zwei Beispiele: Eine jüdische Organisation zankt sich jetzt in ihrem Mitteilungsorgan mit einem ehemaligen Mitglied, auch einein Frontkämpfer, dem sie vorwirst, schon in Berlin versucht zu'haben, die Organisation „absolut ins politische Fahrwasser linksgerichteter Parteien zu ziehen", und der heute in dem berüchtigten Pariser Emigrantenblatt „Freiheit" vom Auslande her das ' Deutschtum bespuckt. Ein Feind des Deutschtums, aber ein Frontkämpfer. Und ein anderes Mitglied der gleichen Organisation, ein verbissener Zionist und früher wahrscheinlich ein tüchtiger Soldat, der sich noch jetzt mit der Herstellung von Kriegergedcnkbüchern beschäftigt, schrieb schon im Jahre 1921: „Ich selbst habe an der Front niemals so schamlose Fälle von Feigheit beobachtet. wie bei aktiven Offizieren. Die geringste Verletzung, harmlosestes Unwohlsein. Aerger im Dienst, tlnbegucme Vorgesetzte waren willkommene Anlässe, sich aus der Front herauszustehlen, um dann Jahr und Tag gesund und wohlgemut im Ersatzbataillon den weiteten Krieg im dortigen Kasino zu überstehen." Wer auch nur eine Ahnung davon hat. was von aktiven Offizieren für Deutschland geleistet worden ist. welche ungeheuren Blutopfer gerade diese gebracht haben, Unb wer eine Ahnung davon hat, welchen Anteil gerade auch ehemals aktive Offiziere an der schließlichen Wiedererweckung des deutschen Geistes haben, der wird begreifen. warum wir gerade diese Gegenbeispiele für besonders beweiskriäftig halten. Und nun die Kehrseite. Während Frontkämpfer dieser Art gef tzlich bevorzugt werden, fallen die anderen aus, die damals zu alt oder nicht alt genug oder nicht gesund genug waren, um Frontdienst zu tun. und die doch während des Krieges und nach dem Kriege sich selbst und alles, was sie geben konnten, rücksichtslos für das Deutschtum eingesetzt haben. Die AlKn und Kranken sind auf den Aussterbeetat gesetzt, und das mqg, von ganz hoher Warte betrachtet, im Rahmen der Neugeburt eines Volles erträglich sein, wenn auch uns, die wir mitten darin und nicht ganz so hoch über rms selbst stehen, sich oft genug das Herz darüber zusammenkrampft, dah dies der Abschluß so vieler in nationaldeutschem Geiste gelebter Leben sein soll. Immerhin: auf die Alten kommt 2

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