Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- Nr. 4 (Oktober 1933)
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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StUle^Jndacbt 28. Juni 1933. Bor vierzehn Jahren Besiegelung unierer Schmach im gallischen Hauptstadtporort. B/erzehn Jahre Wehrlosigkeit, Ehrlosigkeit, Tributerpressungen:' Ruhreinbruch, der Neger am Rhein. Demütigung auf Demütigung. Enttäuschung auf Enttäuschung, in Locarno, Thoiry. und jetzt in Genf. ' Einen Einzelgänger in Berlin, der laute Kundgebungen meidet, führte ein «fchüchlcrnhartnäckiger Trieb, dem wider strebenden, in der Regel seines Ablaufs nicht gestört sein wollenden Werktage zum Trotz, in das Mausoleum, nn Charlottenburger Schloßpark. Einileiner Tempel des Prcubcn tums, in Sinn und Gestaltung nicht minder preußisch. als die zuni Ehrenmal für die Toten des großen Krieges, auch die aus jüdischem Stamme, auserkorene Schinkellche Neue Wache Unter den Linden oder als die friderizianischen Stätten in Potsdam: aber einsamer, durch leine ehrfurchtslose.Neugierde und eitle Schauiucht entweiht. Die schwere, geschmiedete Doppeltür schliefzt sich im Rücke», nach zögerndem Durch'chreilen eines von blguverdunkeltem Licht bestrahlten Borraums, der Sammlung und Einkehr dienend, wagt iich ichliefzlich der. dessen deutsches Gewissen rein iit. nach vorn in das Allerheiligite. Der Preuße Christian Rauch hat hier, im Sabre des Erlebens von Belle Alliance, ein Sinnbild geschaffen, das keinem Denkmal des groben Friedrich, vor der Universität der Reichshauptitadt. ebenbürtig ist. Gedämpfte Helle durchflutet die Kapelle, schwarz die Säulen, weis; die Wände, schwarz das Kreuz und weis; vier Sarkophage.■ Der dritte Friedrich Wilhelm und Königin Luike, Wflhehn der Grosze und Kaiserin Augusta. Und der Andachthaltende wcjsz. in der unterirdischen Gruft, dicht darunter, nureinem Hohenzollern zugänglich, schlummern in Frieden die beiden Fürstenpaare aus geichichtsformendcm Ge'chlecht. Sn der Kapelle aber, aus schneeweißem Stein ge mciszelt, rubcn die Toten auf den Sarkophagen. Zur Seite des Gemahls die treue Begleiterin, sorgende Landesmulter. grobe Dulderin: es war ihr nicht mehr vergönnt. die Abichüllelung des Konen zu erlebe'». Ein herbes Schicksal, niir Hoheit und Würde tapfer getragen. llnitoTflidi ihre Gestalt, itummbcrcdt die Sprache des gramvollen Antlitzes der Königin Lnise. Sie trug ihr Leid.nicht umsonst, ,lu Füszen der Eltern ruht der alte'-Kaiser, ruhmvolles Sinnbild deutscher Kraft und Gröbe. Das Reich war erstanden. in Erfüllung gegangen die Sehnsuchteines Volkes. Er hat schon recht gehabt, der Eiserne Kanzler:-ohne Sega lein Sedan. - Abirurz und Aufstieg, die beiden Marksteine im vorigen Sahrhundcrt: kann denn die'Welle der Geschichte auf imnrcr im Tal heben bleiben? . Voll Mut und Zuversicht trete ich in den Karten, ein Schimmer der noch verborgenen <ronne durchbricht die tiefhängenden Wolken. Auf^den Spitzen des Parkgitlers als einzige Zier der preußische Adler, darüber der Wahlsrruch des groben, gerechten Zollern: äuum cuiqtic, Scdem das Seine! Und eine innere Stimme lagt i^ir: Der Tag wird k o m in e n . an dem sich d c r G e i it, der aus diesem Sinnspruch der preubischen K ö n i g e a u f it e i g t. vermählt mit Macht und Glan; des neuen deutschen Vaterlandes! Ge org Schmerling. Ein Veutkck - Amerikaner rur cteutscken ^suclenfrage Aus einem Aufsatz von George S n l v e st e r Viereck New York Herald Tribunal. Sn der Verwirrung der unblutigen Revolution Deutsch 'ands und den Süden unverdiente Härte« auferlegt worden. Trotzdem iit klar ersichtlich, dab die deiitsckzen Süden nicht den leisesten Wunsch haben, die gesetzlichen Beschränkungen, die ihnen durch dgs Hitler Regime zeitweise auferlegt sind, uegen die gesetzlose' Willkür der polnischen Pogrome zu vertauschen..Das neue Deutschland in seiner gegenwärtigen Stimmung, die ich nicht für die endgültige halte, begrenzt >e Anzahl der Süden in gewissen Berufen und Schulen. Wenn ich der Diktator von Deutschland wäre, würde ich ■.r’+.n Fall nach seiner besonderen Lage behandeln. Aber v» Beschränkungen, die in Deutschland auferlegt werden, s im Prinzip identisch mit dem numerus clausus der -"--rikanifchen Universitäten, der amerikanischen Krankenhäuser vieler Körperschaften in den Bereinigten Staaten. Ein u.'Fn'.er jüdischer Nationalist könnte den Pogrom einem - ..-n-ru-, clausus oorziehen. aler jedem vernünftigen'Gehirn. vv\ v'cht sinnlos durch das Begehren nach Märtyrertum jst orfcheint eine zahlenmäßige Beschränkung das III>IIIIII!WIl!I>!II!IIII!I!IIIIl>I^!!!!Il>IWIIIIlII!IIl!lIIIl!W!MlMIlII!lVWI>WM^lMWlIIIIIIIWIIW Mitglieder! verbreitet unsere Zeitschrift „Der nationaldeutsche Jude" Die Geschäfts st ekle liefert die gewünschte Anzahl von Exemplaren kleinere von uvei Hebeln. Sn^ jedem Falle bilden die Maßregeln. die Deutschland für seine eigenen Bürger einyeführt hat. keinen beweiskräftigen Grund, um Deutschland die Gerechtigkeit; zu versagen, und zwar einfach deshalb, weil nach 15 Sahren der Demütigung und der Ablehnung der deutsche Rationalismus sich schlieblich selbst geholfen hat. füblungl nehmen! (Ein W o rt eiine5 jüdischen Frontsoldaten nn seine jüdischen Fr>on 1 kameraden. Mit das Wichtigste beim Ererzicren war im Gliedc stets: Ständige „Tuch ühlung" mit seinen Nebenleuten. Dies „Fühlung nehmen" war dann im Kriege, besonders mährend der Bewegung, angefangen vom einzelnen Mann über die kleinste Formatiozi bick zum höchsten Verband, etwas gairz Wesentliches. Ihr jüdisch« n- Frontkameraden. Ihr sollt und müszt „Fühlung nehm n" mit Euren i Kameraden nichtjüdischer Ab-! stammuiig. Dam seid Shr in den Regiments-Verbänden.- Steigen etwa Jemandem Bedenken auf: Jetzt? Gerade j c I; l? — —Jawohl! Gerade jetzt! Habt Shr e> nicht oft genüg im Kriege erlebt, dab Shr plötzlich durch elementare Ereignisse auseinandergesprengt wurdet? War ei für Euch nicht'stets selbstverständlich, nachdem Shr Euch innerl ch gesammelt habt, es auch äußerlich zu tun: „Fühlung zu nehmen?" , Shr alle se d in diesem Jahre mit elementarer Wucht innerlich erschütltrt worden. Ihr habt Zeit zur Sammlung gehabt: jetzt deirkt an das „Fühlung nehmen"!-Immer noch Bedenken? Hat nicht manch Einer von Euch im Felde nur aus „konfessionellen" Gründen auf Beförderung in höhere Chargen oder aui Erlangung höherer Auszeichnungen verzichten müssen? Konnte er deshalb bei Seite stehen, ohne „Fühlung zu nehmen"? Nein! Denn es galt seinem deutschen Vaterland, das er liebte, für das er als echter Kerl kämvfte. WasZind hiergegen Auszeichnungen? AeußerlichEiten, die wohl anspornen mögen — menschlich, zu verstehen —, aber.nicht das Ausschlaggebende sind. lieber Allem steht die Liebe zu Eurem deutschen Vaterland. Diese Liebe kann Euch R i e m a n d nehmen, sic allein führe Euch! „Fühlung nehmen!" Geht hin zu den Zusammenkünften Eurer Regimentsverbände. 2hr werdet auch jetzt richtig empfangen. Nicht anbied^rn, das sollt Ihr nicht, das wollen auch die andern nicht. Aber dabei sein. „Fühlung nehmen!" Da kommt Shr hin. werdet sofort als Kamerad begrübt: schon das Du verbindet ja. Und wie rasch seid Ihr in Unterhaltung mit Euren nichkjüdischen Kameraden über das Thema, das uns Alle bewegt. Bedenkt iiodj nur. wie in Eurem Negiments-Derband alle Berufe vertreten sind, wie Ihr vielleicht die Möglichkeit habt. Euch mit führenden Köpfen, mit maßgebenden Persönlichkeiten in zwangloser Weise auszusprechen. Nun seht Ihr ein. wie wichtig es ist: „Fühlung zu nehmen!" Denn wer gemeinsam im feindlichen Feuer Not und Gefahr mit Kameraden erlebt hat. den kann nichts von diesen trennen. Eure nichtjüdischen Kameraden sollen wissen, daß Ihr da seid und Euren Mann steht: für Euer deutsches Vaterland! Jetzt e r st r e ch t! Wer von Euch die Fühlung nie unterbrach-gut so! Euch andern rufe ich zu: Laßt Eure falschen Bedenken fallen! „Fühlung nehmen!!" Berthold Lichten st ein.