Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- Sondernummer (Mitte Mai 1933)
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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I ■ in, cn Ehrfurcht wollen wir haben vrr dem. was anderen heilig i' nicht vorlaut und überheblich b, witzeln und lritisieren. was vc anderer Art ist, als der unseren die wir doch selbst Verständn und Achtung für unsere eigene Art verlaUgen. Das alles fir Gepflogenheiten der Zwischenschicht, die bei ihr im Kern dH Wesens begründet sind, aber mancher nationaldeutsche Juh hat sie sich angewöhnt, weil er es von Kindheit an so vor li gesehen hat, weil er es nich: anders kennt und weil d Menschen, mit deneü er lebt, es nicht anders wollen. Er wach« auf, er blicke um sich und frag« sich ernstlich, wohin er gehört. Der wahre Zwischeyschichtler iü für rmsiverloren. Aber d> einstige Mitläufer der Zwischen chicht ist uns willkommen, wer er wirklich im Herzen, nicht pur aus ^.KonjunkturgründeU' Gepflogenheiten der Zwischen der unsere ist und wenn er die schicht ablegt. > Und noch eines wollen wirt die Äugend gewinnen. Unseb Kinder, die nationaldcutsch im Gefühl s nd wie wir. wuht« bisher nicht, wohin sie gehör rn. Ziellös irrten sie umhep zurückgestohen von ihren nicht! Wischen Kameraden. Da ka der Zionist oder der verworrene Halbzionist, lud sie zu Wandern und Singen ein. und sie liefen mK^dem Rattenfängh und entfernten sich vom Wege des DcMschtums. Unser, deutschen Kinder müssen wir d:m Deutschtum retten. Sera» aus der Gleichgültigkeit, nationaldeutsche Väter und Müttei Seht ihr nicht, fühlt ihr nicht, dah eure Kinder euch frech' werden? Wollt ihr ruhig Zusehen, wie ihr Herz euch, wie dem deutschen Väterlande enfwunden wird? Schüttelt Trägheit ab. nehmt den Kampf auf! Es geht um dH Seelenfrieden eurer Kinder, es geht um euer Elternglück, geht um Deutschland, dem so viele junge feurige Herzen c fremdet werden. Lehrt eure Kinder das wahre Deutschtu kennen, duldet nicht, dah sie sich verständnislos abkehren md r- T Wege gehen, die schliehlich doch meist in Ärrsal und Enb täulchung führen.- i Wahrhaftig, es ist uns ergangen wie dem Junker von Stolzing! Nach der trockenen Regel wollten wir .^Anfängen" und am Ende sind wir wirklich mV,,Singen" ger<y*w. Mag es sein. Wer die Liebe und den Willen zum Deutschtum im Herzen fühlt, wie wir sie fühlen, wird begreifen, dah auch ein nüchternes Programm gegen unser eigenes Wollen zum Hymnus, zum Schlachtruf auch den Beckmesser nicht. ich steigern muh. Und wir fürchten der gewih schon schadenlüstern im Eemerke hockt, um die „Fehler" auf schwarzer Tafel uns anzukreiden. ' es es n Aber noch einmal wollen wir selbst nüchtern zusiammenfassen und fein säuberlich, wie auf Beckmessers Tafel, verzeichnen. was unser „Programm" sein soll. Es soll lauten: Verständigungsarbeit nach auhen, Erziehungsarbeit nach innen, , Entwickelungsarbeit gy der Jugend. Wir wissen, die Arbeit wird hart und langwietig sein und wir werden den klugen Leuten, die uns schon morgen nach unseren Erfolgen fragen! werden, nicht allzuviel vorweisen können. Aber der ist kein rechter Arbeiter, der die^Arbeit liegen läht. wenn ihm nicht schon am ersten. Täge das Werk gelingt. Arbeiten wir. arbeiten wir unverdrossen. Der Erfolg muh kommen und wird kommen. Er wird kommen nicht pur für uns. nein auch für alle dijr anderen, die uns heute noch ver-> ständnislos und feindlich gegenüberstehen, er wird komtnen für das ganze deutsche Vaterland, das keine arbeitswillige Hand entbehren kann. M. N. ii. 3ona, der propbet*) 6fn Schnörkel zur Btbeihrftth Von Dr. Max Naumann i; Und der Herr sprach: Dich jammert dts “ " - " -r ri ' hast Baumes, daran du nicht geqrbeitet hast und hqst ihn nicht aufgezogen, der in einer Nacht wejrd und i» einer Nacht verdarb. Und mich sollte nicht jammern Ninives, solcher grohen Stadt, in b|er sind viele hunderttausend Menschen, auch solche, die nicht wissen Unterschied, was rechts oder links ist, dazu auch viele Tiere?! l<Äona 4. 10: 11.) i Die Erlebnisse des Propheten Äona gehören zu dem bekanntesten Teile der Bibelerzählungen. Mancher, der seit Schulzeittagen im Drange der Älltagsgeschäfte nicht mehr Zöit oder Stimmung gefunden hat. die Heilige Schrift zur! Hand zu nehmen, bewahrt gerade di,sein „kleinen" Propheten ein freundliches Gedenken. Nicht etwa feiner Lehre wegeit. denn Lehren haften schlecht im Gedäcltnis. und zudem ist Jona ein Prophet, der selbst gar nichts lehrt, der nur dazu da ist. eine Lehre hinzunehmen. Aber bis es so weit kommt, erlebt er Abenteuer über Abenteuer, unh diese Erlebnisse sind es. die ihm einen Platz im Schrein der Erinnerung sichern, wie er gröheren Propheten nicht immer beschieden ist. Wer kennt nicht die amüsante Geschichte vom gröhen Fisch, der den von geängstigten Seeleuten übet Bord geworfenen Jona verschluckt und ihn nach drei'Tagen und Nächten wohlbehalten ans Land speit? Wer hat nicht schon Scheffels feuchtfröhliches Lied gesungen, in dem das Meerungeheuer zum Wirtshausschild umgedeutet und das Ausspeien als der durch den Hausknecht aus Nubierland vollzogene Hinauswurf des zahlungsunfähigen Propheten travestiert wird?' Kein Wunder, dah soviel Spatzhaftigkeit das Gedächtnis frfsch erhält. Freilich nur das Gedächtnis an die spahhaften Dinge selbst. Was es im übrigen mit Jona auf sich hat. wissen die meisten nicht mehr. Allenfalls erinnert sich der eine oder andere, der schon auf der Schulbqnk ein Skeptiker war. an das drollig verlegene Gestckit seines Religionslehrers, mit dem dieser die phantastische Geschichte erläutert und gleichzeitig in den für Bibelkunde nun einmal unerlätzlichcn Ernst überzuleiten versucht hat. 'Er hat cs zumeist wohl in der Weise versucht, dah er vorgetragen hat. es handele fick um sinnbildliche Vorgänge, die man in unserer Zeit vorgeschrHltencr Erkenntnis nicht mehr wörtlich zu nehmen brauche, die aber in den wundergläubigen Tagen der Entstehung der alten Schrift willig als Zeugnisse göttlicher Allmacht bingenommen worden seien. , Ich glaube, dah man dem Autor und auch den zeßtgenössischen Lesern der Jona-Geschichte mit dieser Auffassung unrecht tut. Das Buch Jona ist, wie auch das Buch Ruth. entstanden zu! der Zeih als Esra und lNchemia die öus der babylonischen Gefangenschaft in die alte Heimat entlassenen Juden mit denen, die nach der Zerstörung Jerusalems dort zurückgeblieben waren, durch genossenschaftliche und priestcrliche Strenge zur blutreinen nationalen Einheit zusammenzuschwcihen versuchten. Peide Bücher sind Schriften der Auflehnung, des Protestes gegen den engherzigen „völkischen" Göist des Priesters und des Vermaltungsbcamten. gegen detz Geist der Ileberhebung. der jeden anderen Stamm als minderwertig und unrein ignsah. der fanatischüber reales. Mens chentum hinwegschritt.! um zu dem Ideal der nationalen Geschlossenheit vorzudringen. Die wenigen Juden, die nach der gründlichen Zerstörungsarbeit Nebukadnezars im Lande geblieben waren, hatten FraueN aus den umwohnenden Stämmen genommen hatten mit ihnen Kinder! gezeugt. Die ersten Siedler, die nach des Kyfos Befreiungswort aus Babylon zuriukgekehrt waren, hatten das gleiche getan. Da sandten die Juden, die zzoar selbst in Babylon zurückgeblieben waren, aber -lgleich unseren „theoretischen" ZijonistLN — aus behagliche: Ferne, sich für das harte Siedlungswerk lebhaft interessierte» , ihnen zwei Männer. die in, nationaler und religiöser Hinsich zuoer-, lässig genug Erschienen, um l „Ordnung zu schaffen". E.ra und Nehemia rechösertigten -das in sie gesetzte Vertrauen. Mit eisernem Besen kehrten sie!aus. was ihnen von, ihrem jüdisch völkischen Standpunkt als stlnrat und Schmach erschiei. Und, die Siedler beugten sich dem Spntch der überlegenen Drgani satoren. Ohne Mitleid wujkdcn die „fremden" Weiber davon gejagt, wurdirn die Kinder und Enkel, die aus MI ischehen hervorgegancftn waren, aus der Gemeinschaft ausgestohen. Besondere Agsschüsse überwachten die strenge Durch ührung der „im Nationalinteresse gebotenen" Mahregel. Die Durchführung gelang: das Vaterland war gerettet. Und die Zionisten in Babylon waren gewih von der Tüchtigkeitihrer Abgesandten durchaus befriedigt. In gehobener Stimmung betrieben sie weiter ihre einträglichen Geschäfte — in Babylon Aber nicht alle maijhten sich ohne Widerspruch den völkischen Wahn zu eigen.: der in dem blutreinen Ju >en die Krone der Schööfung und in den „Völkern" nur eine ninderwertige Erscheinungsform her Gattung Mensch sah. lnnzelne beherzte Mämier erhöben shre Stimmen zum Protest. Zwei solche Protestlchriften sind uns überkommen, beide geschaffen von echten Tuchlern, die wohl nicht geahnt haben, dlh ihre Werke einmal in dem glichen Lehrbuch neben den Taten Esras und Nthemias im Temvel aufbewahrt werden pürden. übergoldet von dem gleichen. Schimmer der Heiligkeit. Der eine schuf eine einfache Dorfgeschichte, ein Idyll. •) Zuerst abgedruckt in der „Deutschen P 0 l i t i k", Heft 14. vom 8. Oktober 1821* dann in der Schrift „Ganz- Deutsche oder Halb-Deutsche?" (Schriftem des Verbandes national-deutschcr Juden. Berlin 1921).! dessen schlichte Augen treibt. Schönheit Uns noch heute das Wasser in die Kein scharfes, polemisches Wort geiselt die f Zeloten des lkationalgedcmkens. Nur'eine Zeile de, Ausklangs läht ihnen. wa»um dieses Buch geschrieben ward. Die Zeile, in ier gezeigt wird, dah auch der gefeierte Notional- » ' irfA*i)Mfylrr Talrii