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Der nationaldeutsche Jude · 1931-08-01 · Nr. 8 (August 1931) · p. Seite 4

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1931
Issue
Nr. 8 (August 1931)
Date
1931-08-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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WWWWWWWWW Grablegung des Zionismus. I. Der XIV. Kongreh. Wörtlicher Abdruck aus der September-Nummer r. 9) unseres Mitteilungsblattes oo.n 1 925. „Der Verlauf und insbesondere der Ausgang de- Kongresses baden mit erschreckender Deutlichkeit bewiesen, chie tief rganiin der das gegenwärtige System der zionistischen-Politik die salion bereits zerrüttet bat. Der Kongreh war nicht Lage. den Hauptzweck seiner Einberufung zu erfüllen utzd eine Erekutive zu wählen.“ Dieie Worte sind nicht von einem Gegner des! Zionismus geschrieben. Sie sind die Einleitungssätze einer Erklärung. mit -welcher die „Vereinigung der radikalen Zionisten“ ihre Bilanz des 14. Zionisten Kongresses.zieht. Die'Verfasser die er Erklärung sind die Sprecher jener Zionisten. in denejn dereine Geist des grohcn Idealisten Theodor Herzk noch hetzte I< bendig ist. Sic waren auf dem Kongreh in hoffnungsloser Minderbeit: ihr Vorstöh gegen den'Mann, in dem sieden Vat«r aller Uebel sehen, muhte" scheitern und ist. gescheitert. Aber auch dieser Mann ielb't. Professor Weizmann. 'eit Jahren Präsident der zionistischen Weltorganisation, kann sich seines Lieg«; nicht freuen. Es war weniger als ein Pyrrhus-Sieg: I We zmannbraucht keinen zweiten dieior Art. um verloren ztz fcip. Er hat genegt — über die Sache, die er vertritt. Man muh auf den Tag zurückgreifen, an dem Weiänanns Weg begann, um zu begreifen, dah der Ausgang biete-: Kon grcnes der Ausgang des Zionismus nt. Als Weizmann vor 8 Jahren von England die vielberutene Balfour-Erklärt ng erzielte. waren die Zionisten aller Länder des Jubels voll. Das Werk, an dem Herzt sein Leben zerrieben hatte. -bäi länt't zur Illusion verflüchtigt schien, durch Weizmänns Tat uar cs plötzlich wieder ins Reich des Greifbaren, scheinbar sogrr der Vollendung nahe gerückt. Und mit einem Schlage w ir der „bescheidene Jude aus Pinsk“ der grohe Skaatsnrai n des Zionismus, ttlur.wenige begriffen, dah' dielet Anfane schon das Ende war. - - \ te ein WeAzmonn Die Entstehung der Balfour-Erklärung ist schoy he f n r»i .* 'llJ « r/4% am f»ir rtTsin UtnKAf st r> r X/% tt nq an Holl“, seines taats- Dic rühriames Märchen für gläubige Kinder geworden, batte als Chemiker der englischen Regierung Dienstefgeleätet' im Kampfe gegen Deutschland- Man bot ikyn Be ahnt und er verlangte „das Länd seiner Väter für ein Wenn man dem Märchen glaubt, war es die § raft lauteren Wollen;, das den Widerstand englisch r Männer überwand. Die Wahrheit sieht nüchternes au;, külilcn Men'chenbenutzer und Menschenverbrauchervan Drwning Street begriffen ‘ int Augenblick, dah hier, im wcltpol tischen Spiel ein grohcr Gewinn ohne eigenen Eini'ah z>: ergattern war. Und sie wagten das Spiel auf lange Siibt, i e ge wahrten grohmütig die „nationale Heimstätte“, die ihnen nicht gehörte, ihnen auch heute nicht gehört, und. die dach — selbst auf . dem Zioniilenkongreh wurde es mit diesen A ortet ausgesprochen beute'nicht; ändere; ist als eine'britische K »lonie, ansgebaut mit jüdischem Schweih und Geld, aon einem Von Mix Naumann. englischen Marschall verwaltet, Bollwerk einst gegen Deutsckland. heute gegen Frankreich, gegen Aegypten. gegen die eiwachende islamitische! Welt. Herzls Judenstaat-Gedanke, b phantastisch er sich aüsnahm, war praktisch nicht völlig unausführbar. solang; der kranke Mann am Goldenen Horn'nor, Herr über Paläitina hieh. Als England die Hand auf da; „Land Israels“ legte, war entschieden, dah Palästina dis zu, t fernen Zerfall des britischen Reichs nur das Land, ein Lau > Englands sein würde. Weizmanntz gefeierte Tat war der erst? Spatenstich zum Grabe des jüdischnationalen Traums. Sck,on vor zwei Jahren, auf dem 13. Zionistenkongreh z, Karlsbad, muhte jedes sehende Äuge, erkennen, dah die Grub? des sterbenden Körpers harrte. Aber noch ergchte den blinde, Faust das Geklirr der Spaten. Heute ist mit dem Leben felblt auch die letzte Illusion zerflossen. Der Leichnam liegt zu? Grablegung bereit. Die englischen Lemuren können ihr Werl vollenden. Weizmann auf der einen, seine Gegner auf der anderen Seite, sie alle wollen an den Tod ihrer Sache nicht glaube», heute io wenig wie vor zwei Jahren. Damals betrog »lan sich selbst,- indem man durch Heranziehung „nichlzionistifcher“ Geld und Ratgeber die jüdischnationale Bewegung zu schwammigem Alljudentum verwässerte. Heute lebt das -Bewuhtsein, da, dieser Weg ins Nichts oder höchstens ins Ghetto führt, am, in zionistischen Kreisen. Ganz klar erfatzt wird diese Er kenntnis freilich nur von der kleinen Gruppe der Radikalem und dieie betrügen sich wiederum nach der anderen Richtung, indem sie mi.t dem lächerlichen Gedanken der Auflehnung gegen das übermächtige England spielen. Aber auch auherhalb de Grenzen des Radikalismus dämmert das Verständnis, ton1; der grohe Anfangsgedanke auf ewig verschüttet ist. Und es Ui tragisch und gleichzeitig fast komisch, zu sehen, wie diele ehr lichen. arbeitsfrcudigen, auf Teilgebieten schöpferischen Menschen ihre Kräfte vergeuden, um ihren Wahn zu retten, wie sie mi: Zähigkeit weiter arbeiten an einer Sache, die sie im. Unter bewuhtscin selbst verloren wissen. Wenn der Kitt, der jahrc lang grundverschiedene.Elemente zusammenhielt, heute a» offener Bühne auseinanderbröckelt, wenn kulturelle, soziale, religiöse Gegensäche, die stets vorhanden, aber jahrelang durch den nationalen Gedanken verdrängt waren, sich heute zun, Ergebnis völliger Zerrüttung auswlrken, ist der tiefste Grund die heutige Erleimtnis, dah der nationale Gedanke ein Traum von gestern ist, der niemals zur Wirklichkeit von morgen werden kann. So löst sich das wirre Bild der Kongrehvorgäitge in Klarheit 'auf. Vor zwei Jahren hatte Weizmann mit schwerer Mühe seinen Sanierungsvlan, den Plan der mit Nichtzionrstey durchsetzten „Jewish Agency“ gerettet. Schon vor dem diesjährigen Kongreh war dieser noch immer nicht durchgeführte Plan der Gegenstand hitzigster, hier und dort in Beschimpfungen des Gegners gipfelnder Erörterung. Auf dem Kongreh selbst hämmerten die Gegensätze hart aufeinander. Jabotinsky, der ausgeht, und in dieser Urentscheidung das dem er gehört. eelentu n. zu Israelitisch iit die Seele, die an den Abstand zn sicher und Welt, an die Willensfreiheit, an die -ünde rnd göttliche Erbarmen glaubt. Wo in einem Men chen dieies Glaubens ächtbar werden, untermischt mit i>en a, nrae Gott das Teile Heuhcitnche Geboten Jahwes nachzueifern versuchthat, wird nun eine Verkörperung des Westens? mit einer Eilfertigkeit, deren Betonung die peinlichen Gefühle der unterdrückten jüdischen Seele verrät, widmet er sich dem Erwerb stofflicher Güter: und der weltliche Geschäftsmann — mit schlechtem Gewissen und um so aufdringlicherem Gebaren — ist fertig. als lieg 'ch. den: dieser i eichen rungcn anderer Glaubenswelten, da streitet eine Seele mit anderen um einunddasielbe Schlachtfeld uttz einunddenselben inwendigen Leih. Unterliegt sie in dieiem Kampfe, so wird tote in dem sie vorher geherrschte hat. an. den Sieger abge^e in der vielfältigen Drdnung<m>irklich:r Kräfte, die eine Memch erscheint: befiehlt nun das Glied des Scclentums. Die Seelen Israels haben mit denen des Westens Glauben an den Stoff gemeinsam: aber diese glahben an ihn, während er für Israel nur ein Teil der . ch Stöht es also mit dem Westen zusammen, so muh: der zuerst um den Sinn und Rang des . Stoffes geknn: dem Augenblick, wo der über dem Stoff waltende g Wille bezweifelt wird, hat der Weiten gesiegt. Den des Reiches ist diese Art des Zweifels fremd, weil der.Gegensatz fremd iit, auf dem er beruht: aber hie des israelitischen Seelentums.werden immer wieder gestohen. weil äe der geheime Widerspruch zwischen Ider und der göttlichen Macht drängt und treibt und nicht werden laht. Findet die israelitisch: Seele den Weg des Mtssias nicht, so kommt sie über jenen Zweifel nicht hinweg: der Westen mit feiner unbekümmerten Bejahung des Stoffes wird Sieger. Aus dem Menschen, der vorher, von Israel bessessenj den iinif|)e den [allein chöpfu ig iit. ■ v— streit u,d in ältliche Seelen ihnen Eilieder ihn Sünde ruhig auf Vermittels der Rassenlehre versucht sich das wilhelminische Denken darüber hinwegzutäuschen, dah es undetjtsch ist. Wtil es in Menschen auftaucht, die ursprünglich von einer Seele des Reiches gestaltet worden sind, finden sich an der j Gestalt dieser Menschen gewisse Reste, die von der ehemaligen Herrscherin zeugen. Auf diese Zeugnisse stützt sich die Rassenlehre, indem sie das Verhältnis von Grund und Folge umkehrt. Wie über ihre eigene Zugehörigkeit, so irrt sich die wilhelminische Schicht im Reichsraum auch über die der anderen Menschen. Um keinen Preis zum Beispiel darf sie sich zugsestchen, dah wesentlich kein Unterschied Mischen ihr und dehjeyigen Gliedern des Westens vorhanden ist, die dem israelitischen Seelentum abgewonnen worden sind. Abermals wird die Rassenlehre zur rettenden Hilfe. Die von Israel an den Westen abgegebenen Menschen verleugnen — wie sich versteht —. in ihrer Erscheinung nicht, dah Israel sie gestaltet hat. Flugs schreibt man sre dem Judentum zu: und im Gegensatz ch den Propheten, zum Messias, zum Baalschem wird aut einmal der westlich: Geschäftsgeist zu einer jüdischen Eigenschaft umgedichtet und als solche mit um so heftigeren Reden verfolgt, je mehr der Verfolgende ihn in sich trägt und diese seine verschwiegene Selbsterkenntnis betäuben mutz: samt dem Aerger darüber, dah der Gegner sich gründlicher und mit gröberem Erfolge auf den Westen umgestellt hat.!

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