Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 8 (August 1931)
- Date
- 1931-08-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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aus tausend Wunden blutend, sich rötete, säet auch Germans Arm. Stoch unbesiegt, doch zu Tode erschor ft, lehnte er den Rücken gegen eine Linde und stützte sich au| seine Keule, dievielfach zerspellt und zersplittert, noch imnur eine furchtbare Waffe war. Nach Atem ringend, blickte er!ich um. wo rings im Kreis die Feinde zum Sprung« sich duckt « . . . „Es g>Sre gut, ein wenig zu verschnaufen," sagte er treuherzig — „latzt uns für die Nacht Waffenstillstand schliesien . . ." Unter Germans Gegnern war auch Bison, der seine Siedlung jenseits des «rohen Teiches hatte und auf dem Floh herbeigeeilt war. um seinen Vettern und Sviehgesellen beizütehen . . . „Nicht Waffenstillstand, sondern Frieden" — schlug Dieser vor — „sind wir doch alle des unnützen Kampfes milde, weder Sieger noch Besiegte soll es geben, und Jeder gehe verträglich seines Weges. . . ." „Gut denn" -r antwortete German, nahm di« Keule in die linke Hand und reichte Bison die rechte dar . . . „Noch nicht“ — wehrte da Britus ab — , „tue zuvor deine Waffe weg, alsdann wollen wir weitet sehen, . . ." Und ^German warf seme Waffe weit weg und bo beide! Hände zur Versöhnung . . . „Noch nicht genug" <— krähte da Gallus — „leicht vermagst du auch mit der blotzen Fau t die Schädel uns einzufchlagen . . . Deinen rechten Arm binte an den Baum, damit wir erkennen, dah du es ehrlich n einst. . ." Und German, der treuherzige Tor, German löst, den Gürtel von den Lenden und band sich selber die rechte Hand. Dann sah er Gallus an: „Ist es gut fo?" — Und streckte ihm mit lächelnder Gebärde die freie Hand entgegen. . . ..Die Linke kommt von Herzen, so nimm sie!" . . . Da aber sprang Gallus hinzu, hob mit beiden Händen blif schnell die scharfe steinerne Streitart und hackte mit einem ztchenden Hieb die an den Baum gebundene Hand ab..Jetzt haben wir ihn" — krächzte er. heiser vor Schadenfreude und Hah. — „Die Stunde der Vergeltung ist gekommen, ioohlan, Iaht ohne Schonung sie uns nutzen: So wollen wir denn all sein Gut als Siegesbeute nehmen, den Acker samt! der angehäuften und Alle bCmahen und be- und Umfang der ann umringten sie höhnten: „Dieses du sie an?" b; Viele Jahre hatte German, der Ein Sieger sich gemüht und geschunden. Den rodet! und die Aecker bestellt, das Korn Und gemahlen, Jagdwild in Hülle und frähigen Bäuche hatte er herbeigefchafft, nur, Wurzeln und Eicheln zur Nahrung und mehr schwand die Kraft seines marterten und ausgemergelten Leibes dahin .geschah es, datz er einen schweren Baumstanf 'einen Hand, die ihm geblieben war. gef hatte, nicht ins Lager zu schleppen oermo' mir nur eine Stunde der Erholung" — ä, sab seine Peiniger an, dje mit Schlag un! anpeitschten — „eine karge Atempause vergönin „Sollen wir uns von dem Schelm um die betrügen lassen?" — schrie da Gallus er! heuchelt der Hund, uns schnöde zu prellen schuldet. . Noch einmal versuchte es Atem raffte er zusammen, der noch in seine: war. und mit ungeheurer Anstrengung rich^t Rundholz auf. um es sich auf die Schult, aber brach ein jäher Brutstrom aus seinem hervor. . . Sterbend stürzte German in d fallende Stamm schlug ihm die Stirn ein »nt die er auf seinen Feldfrucht, die Waffen! auch und alle Schätzet Jagden sich erworben. Er aber soll, solang er lebt, uns dienen, und nur der Tod soll seine Knechtschaft I lsen. . ." „Wohl gesprochen" — riefen Belgus, Jtalos und Pollar lagerten sich im Kreise und berieten und stimmten für jede- Stunde des Tages Art Frohn, die German für sie leisten sollte. D ihn mit drohend erhobenen SteiiMten und lind unsere Friedensbedingungea, nimmst Und German nickte Zustimmung — usid egt grohes stummes Staunen stand auf seinem Angesicht. ländige, für seine PZald halt« er geesäet und gemäht alle für ihre geoährend er selber rkam. Doch mehr yerstümmeltern g« Und eines Tages m. den er mit der killt und geglättet te.—» „ „So latzt ijt« er gequält und Schimbfwort ihn t mir doch!" . . . Früchte des Sieges hott -tt „Schwäche das, was er uns German. Allen keuchenden Lunge ete er das riesige r zu legen — da jappenden Munde Staub, und der ,n fr- „Das Reich“. Hue dem Buche von friedridt Bi'elfcher (Verlag Das Reich. Berlin 193 t. S. 27-29. 329-332). Die schöpferische Kraft kann nicht auf dem einen Gebiet wirken und auf dem anderen nicht. Sie kann nicht vor dem Alltag Halt machen oder vor den Umständen oder vor der > Not. Sie erfüllt den ganzen Menschen. Er kann nicht aus ihr hinaustreten. Er mag anpacken, was er will: er mag versuchen, sich in nichtige Ding« zu flüchten: ne folgt ihm. sie treibt ihn weiter, und am Ende erkennj.. er, datz alles, wss er angefatzt hat und was ihm begegnet ist, notwendig und gut gewesen ist um seines Werkes willen, für das er lebt, für das er gelebt wird, für das di« Kraft, die ihn besitzt, die durch ihn hindurch wirkt, sein Leben eknsetzt. verschwendet, opfert. Därtm bilden die Menschen, hinter denen einunddasselbe Wesen steht, nicht auf irgendwelchen einzelnen Gebieten, sondern ihr ganzes Leben hindurch, in jeder Hinsicht und unabdingbar eine Einheit des Wirkens. Es müssen -einunddieselben Ereignisse sein, die sie fördern oder hemmen: einunddieselben Begegnungen müssen für sie Tiefe oder Licht bedeuten: sie haben dasselbe Schicksal: das heitzt aber: sie sind ein Volk. Kein Ding in Raum und Zeit bindet endgültig: nicht dH Abstammung. nicht die Sprache, nicht die Umgebung. Dem allen steht der Einzeln« frei gegenüber. Allein seine schöpferische Kraft, die seinen Witten überhaupt erst bildet, aus der sein Wille in jedem Augenblick ^geboren wird, bindet 'ihn notwendig: sie ist der Kern seines Wesens. Damit unterscheidet sich das Volk von einem blotzen Abstammungsverbande und von jeder Verbindung, die nur durch äuhere Umstände zusammengehalten wird: die Jndogermanen sind kein Volk: die Untertanen des Staates der Weimarer Verfassung sind auch kein Volk. Nur die seelische Besessenheit durch dieselbe schöpferische Kraft gestaltet aus einer Vielheit vertretbarer Menschen ein Volk, in dem einunddi^selbe Wirklichkeit durch die Tat bezeugt wird. Das Volk ist Einheit des Bekenntnisses und des Schicksals. Wer diesen Sah bejaht, mutz sich schon entschieden haben: für einen Wert, der mehr ist, als er selber, den er allen Dingen und sich selber überordnet: denn er dient ihin unter Psetsgabe aller Dinge. Eine solche Entscheidung ist eine Entscheidung des ganzen Wesens. Der Wille entscheidet sich: was er tut, tut er nicht als er selber allein, sondern es wird in ihm getan. Die Erkenntnis entscheidet sich: der Wert, dem der Wille eingeordnet ist. wird als wirklich vorausgesetzt, und alles Denken geht von dieser Voraussetzung aus. Das Gefühl entscheidet sich: es ist des herrschenden Wertes von vornherein sicher, ein Zweifel ist überhaupt nicht möglich, auf der Gewihheit des bestimmenden Wertes ruht Alles auf. Diese llrentscheidung über die Grundlage, auf der jedex Witte geschieht, über die Voraussetzung, von der jedes Denken-Nusgeht, über die Gewitzheit, in der jedes Gefühl endet und beginnt, geschieht unmittelbar und eindeutig: sie kann niemals bewiesen werden, weil sie überhaupt keines Beweises fähig ist: sie liegt autzerhalb der Ebene, in der die Beweise etwas bedeuten: sie bedarf keines Beweises. weil sie unabdingbar ist. , , Darum lebt diese llrentscheidung des Menschen in seinem ganzen Tun. Jeder Satz, jede Handlung enthält sie und ist aus ihr gerechtfertigt und aus ihr allein. So liegt auch der Einsicht, datz das Volk Einheit des Äekenntnisies und des Schicksals ist, eine solchellrentscheidung zugrunde, die keines Beweises chedarf. Wer ihr angehört, sieht nicht'nur, dah die Menschen verschiedene Wirklichkeiten. bekennen und folglich verschieden« Wahrheiten besitzen, sondern er weitz darüber In den langen Jahren, da German für sie alle frohnen mutzte, hatten die Sieger die schwere Kunst, im Kampf ums Dasein obzusiegen, allmählich verlernt. Nut wenn der Hunger ihnen zusetzte, griffen sie zu Bogen und Jigdspeer. Kraftlos aber, wie sie geworden wären, verfehlten sie das Wild' im Walde und hm Weih in der Luft.i Ur und Bär. Wolf und Luchs, von keinem German mehr verscheucht und gejagt, brachen Nacht für Nacht in die Siedlung ein. pnd t»is ganze Menschenvolk fiel dem reihenden Getier zur Beute. Auf der verwaisten und verödeten Flur wucherten. wi< zuvor, Gras und Unkraut, Schlinggewächs und Dorngestrüpn. und nur wenige Jahrzehnte brauchte der Urwald, wieder Besitz zu ergreifen von seinem alten Bezirk. Wo einst auf sch oankenden Halmen die schwere Brotfrucht rauschend im Winde ich wiegte, schüttelten Eiche und Kiefer. Tanne und Buche dte hohen Wipfel brausend im Herhststurm und lietzen Laub iinb Nadeln niederfallen auf das modernde Gefegt der Menschen, die einst hier gelebt . . . Das Mammut, massig irrt» schwer, zwängte den Riesenleib durch das splitternd« Unterholz, und lein -schmetternder Trompetenftotz weckte wird« und wieder das Echo der Felsen, datz es schaurig durch die Wildnis scholl. hinaus, dah in diesen verschiedenen Bekenntnissen seelisch« Mächte erscheinen und sich ausdrücken. Diese ^Seelenlümer Im beherrschen die Seelen der Menschen als ihre Glieder. Seelischen fällt die llrentscheidung. Des Seelentums, in dem ich stehe, bin ich gewih. Diese Gewitzheit erschlietzt mir den Sinn der Geschehnisse. Denn wenn ich die Menschen, mit denen ich Bekenntnis und Schicksal gemeinsam habe — das Volk also, in dem ich stehe als Erscheinung und Ausdruck des Seelentums weih, dem meine Seele gehört, erkenne ich alle Dinge als Erscheinungen: fie* haben alle denselben Aufbau, gehorchen den gletchen Gesetzen, sind alle endlich in Raum und Zeit: wenn uh auch nur ein einziges als Erscheinung erkannt habe, habe ich sie alle als Erscheinung erkannt. Und indem ich in einem emsigen Dinge der Seele inne werde, die dahinter steht, werde ich in allen Dingen der geheimen Kräfte inne. die m ihnen wirken. Wie ich um meinen Willen als den des seelischen-Grundes weih, der in mir erscheint, so begegnen mir in jedem Wollen aller Anderen die Gründe, die in ihnen mächtig find. lleberall, wo ein Mensch wirkt, ist mit seinem. Wirken eine llrentscheidung gegeben, von der sein Denken und Tun -J» - l uääk