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Der nationaldeutsche Jude · 1931-08-01 · Nr. 8 (August 1931) · p. Seite 2

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1931
Issue
Nr. 8 (August 1931)
Date
1931-08-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 99* T »licke in rw HUee Vergängliche \ft nur ein Gleichnis. ft Von 8. Na ft Was hier berichtet werden oll. ihr Freunde, ist nicht dazu angetan, dem, der'- hrret, das Herz mit Heiterkeit zu fülle», doch ist i« unfjr — wenngleich es Märchen lind. In kineii Buche der Welt, auch in der Bibel nicht, nirzendwo steht geschrieben, was wahrhastiger se. — Als Gott der Herr, gelobt sei sein Name, au; Erde, Luft uno Wasser das Weltall gebildet und" m t 2 iergeschöpfen vielerlei Art bevölkert hatte, wies er jeglicher Gattung ihr eigenes Element zu, darin zu leben: den Fischm rnd Reptilien das Gewässer, den Vögeln die Luft, allen ander:» aber das Land. Eine Weile lang achteten die Tiere auch d« r schiedlichen Weltordnung und wahrten den Frieden, indim «in jedes sich in-seinen gottgesetzten Grenzen Istelt. Eines tchlir lmen Tages aber begannen welche, und mit! jedem Tage fuhr m sie ärger fort, ihre Befugnisse zu überschreiten, die ihnen verbotenen Gebiete hcimzusuchen und deren rechtmäßige Bewohner zu beunruhigen. Den Anfang machte der Län mer >eier. Hoch am Himmel kreisend eräugte er unten auf der Erd enr weißes Lämmchen, das in seliger Sommerlust mit hoher Sprüngen übern grünen Anger hüpfte.Wozu bedarf des feiste und rundum fettgepolsterte Schaf'eines wolligen Blickes? Ruht es doch ohnedies warm genug auf weichem Rl sen. Unsereiner hingegen, dem unterm dünnen Federklcid mr Haut und Knochen gewachsen, muh bloß und kalt aul ka >lem Feistestem horsten. Recht und billig ist es. einer Ausgleich zu chaffen. . ." Und jäh stieb eraus den fiiiftcr zur Erde hernieder. Des Geiers dreistes Treiben indessen blieb den Alligator nicht verborgen,^ der, seinen scharfgezähnte i Hache» aus schlammigem Wasser streckend, Amschau hielt. Als der Geier s gbkrallt, an Wr« darfst du die Bxwohner. Lan >bewohner blcil 1 es nickit :r L rft geholt, ml Robert erdie Fänge in den wolligen Rücken des Schaf ihm oorbeiflog, zischte der Alligator neidisch:' das? Weiht du nicht, daß dir'sj verboten ist, des Landes zu überfallen?" — „Wenn's - ein ist," krächzte der Geier zur Antwort, „warum artig auf dLr Erde? Ich hab's mir aber aus d während es mit übermütigen Sprüngen sich v hob." — ,^Der Geier hat recht getan." bedachte stk, da der Alligator, „auch in mein Bereich kommen fid wi «er Gesetz und Ordnung, um zu tnnken. Mit meinen eigen n Auge«; sah ich sie. gierig schlürfend, ihre frechen Schn« uzen ins Wasser stecken. Willkür und Herausforderung - ist )ies, und billig scheint mir, gleiches mit gleichem zu üerge ten . . ." Somit^lpäizte er denn den schuppengepanzerten Leib iufs nahe Weideland, wo die wiederkäuende Kuh, behaglich nalmend, sich sonder Argwohn sonnte. „Fasse es nicht alsl eine feindliche - Handlung auf," schmatzte der Alligator, frekinolich blinzelnd, und ehe das überraschte Rind noch Muh sagen Iwnnt -, war es schon mit Haut und Haaren gefressen-. . Auf diese und jene Weise ward also der Gottes riede gebrochen. und ein mörderischer Krieg Hub an. di: Grundfesten der Weltordnung zu zerstören . . . Als die Tod«sschr;ie seiner Kreaturen durch die neun heiligen Himmel zrm D&r des höchstes Wesens drangen — gepriesen sei er—, erfcnnle.b« Allwehe, wie allen Uebels Wurzel der Trieb zur Ve nichkung war, von ihm selber gepflanzt ins Fleisch und' Bl >t seiner eigenen Geschöpfe, und ersah auch die Ohnmacht östlichen Gebotes dawider. So befahl er denn den Völkern des Tierreiches. einen Bitnd zu schließen und sich gütlich zu verständigen-. Ein Schiedsgericht sollte , eingesetzt sein zur Schlichtung jeglichen Stteites. ... So ward der Hohe Rat der Tiere gebildei. 3 ie Luft entsandte den Kolkraben und den Uhu, das Wmser >e» Aal und den Tintenfisch — auf der Erde indessen embra inte ein heftiger Zwist. Manche gab es, die da mein en, die anmahende Wesensart des Schafes und der Kul» hette den Krieg verschuldet. Auf daß die West für imn er efriedet werde, sei es nur nötig, sich niemals zur Wehr zu setze,, weder gegen einen Ueberfall aus der Luft, noch gegen;inen solchen aus dem Wasser. Besser sei es, mit fügsamem Ver ländnis für die Gefräßigkeit der Geier und Krokodile 4d ese zur Milde zu stimmen, als sie durch Trotz und Wiverse zlichkeit zum Zorne zu reizen . . . Die erfüllungswilligen F iedensfreunde wählten zu ihrem Wortführer de» listigen S unk —r die Anderen aber, welche einen Kampf mit. Krall« n unlN Zähnen, mit Hufen und Hörnern einer demütjgen Unter- .werfung vorzogen, bestimmten den wehrhaften Igjel zr ihr^n Vertreter. Bevor die beiden Bevollmächtigten aber sich auf die Reise zur Ratsitzung machten, hatte der Skuftk e ne geheime Anterredung mit seinen Freunden. Versammelt hatte sich der Hohe Rat der Tiete, u rd der Uhu Hub also an: „Der Vögel gutes Recht soll sei», zu jagen, wo sie wollen — als ränkesüchtiger Störenfried soll' zelten, wer sie hindert — und suchen wir uns Nahrung au dom Lande und im Wasser — so soll's auch euer gutes Reck t sein, tut ihr gleiches in den Lüften. . ." Darauf schloß de: llhu den Schnabel, schlug mit den Schwingen und rollte Ibie : unden 1 Lichter. Der Kolkrabe aber krächzte ihm Beifall. - '.last { und geschmeidig begann da der Aal sich zu schlang ein: ,,' t -sn. ' ttere nur freß' ich und bleibe in memem Bezirke - >,be nichr Anteil an dem. worum ihr so hesttg euch streu druhl sonder Eigennutz bin ich. ohn' Hinterhalt ist Rede: — Klug hat der Uhu gesprochen, denn gleiches gilt für Alle — schlägt der Geier die Schafe, so rei Kaiman die Rinder. . ." Den Rücken zierlich krü, verneigte sich der Aal und schwieg — sein Begleiter ab Tintenfisch. »lachte, das; den Anderen schwarz vor den t' ward . . . Jetzt war zu reden die Reihe am Igel, und entgegnet' er also: „Wie sollen wehren wir uns gegen? aus Luft und Gewässer — wenn doch die Flügel uns zum 'Fliegen, die Flosse» zum Schwimmen? — Ehe aus: solche wachsen, bleibt Unbill, was Recht ihr da nennet >ne echt der nd. der ien I rlifl t.irift i Mm uns Plustert der Uhu sich auf »nd rollt gar gewaltig die A: Solche Worte beweisen, daß eure Gesinnung nicht friedl> — -7., _(Ti. •...x c«.ot}accam r« ...x rüsten wollt ihr euch frech mit Waffen, so nimmer ziemen — ehe dieses ich dulde, sag' an ich lieber die Feh allen Tieren des Landes im Namen der reisigen Vögel Wieder auftat die Schnauze der Igel zur furchtlosen wort — doch 'dem Gehege der Zähne entquoll klägliches Röcheln — Pestgestank würgt' ihm die i und Ekel verschlug ihm die Rede — denn der Skunk : ien: uch tückisch den'üblen Saft seiner Drüse — ihm auf die Sch, .-uze Ünt. nur iile, alte dem gespritzt, wie er's mit den Seinen besprochen — Und Igel schwanden die Sinne, als müßt' er ersticken — jämmerlich jappend« ward er bewußtlos, und als er erwachte —«■ war dton der Schiedsspruch gefällt, und dieser lautete also: „Hoher Ryt aller Tiere zu Lüften, zu Wasser, zu Lande —, hat > inen Freundlchaftsoertrag geschlossen in herzlicher Eintrachl — Gelten für immer zu Recht soll der gegenwättige Zustan■ -r- Freves sei jeder Versuch, mit Gewalt oder List ihis m ändern . . ." Bei diesem Vertrage blieb es, und täglich wa schlimmer. Reptilien krochen in Scharen aufs Land, rau und rissen rundum alles, was ihnen vor den' gefräs, Rachen geriet. Adler schwärmten und Sperber. /Falten Bussarde füllten mit Schwingenrauschen und hellem Jagd!,,rei Wiese und Wald. Selbst die Zaunkönige fanden kein Ge: ügc mehr daran, hin- und herflatternd nach geflügelten Inlen in der Lust zu haschen, sondern maßten sich an, das L nd hcimzusuchcn,' um Käfer. Schnecken und Würmer zu schlen. Schrecken und Jammer, Not und Trauer breiteten i:»4:cr mehr sich, aus auf der gequälten Erde. ... rd's 'len gen nnd ar ili) d in . Vor vielen. Tausenden von Jahren, zu jener und fernen Zeit, da unsere alte Mutter Erde noch juna Europa eine einzige ungeheure Stein-, Moor- und W>i wildnis war. wo Höhlenbär. Ar und Elch miteinander grimmer Fehde lagen, und des Mammuts schmen er Trompetenschall schaurig durch die Einöde scholl, kam > Sonnenaufgang her eine Horde Menschen dahergezogen siedelte sich mitten im Urwalde an. Mit starken A rodeten sie weite Flächen zu nutzbarem Ackerland und r>-:> V Furchen in die jungfräuliche Erde, dahinein sie Saallo » streuten, das sie auf ihrer Wanderung mitgebracht. ehedem Gras und Farnkraut, Dorngestrüpp und Schlin, gewächs zu undurchdringlichem Dickicht wucherten, wo Tan ie und Kiefer, Eiche und Buche ihre Hohen Wipfel Himmel« n erbrausen ließen — da schwankten bald die schlanken HaNue der Brottrucht trächtig im Sommerwind, und kräuselte sich die goldene Flut der Äehren. Zur Zeit nun. da die Handlung anhebt, worüber hur belichtet werden soll, hauste inmitten der Siedlung Einer, de» sie German nannten, weil er besser als alle Änderen de, Wurfger zu führen verstand. Der Stärkste und Kühnste a,s der Jagd, der Klügste im Rat und der Fleißigste auf den Felde, war er zugleich auch der Reichste an Gut- und Hab«, dem der Ertrag seiner rechtschaffenen Tüchtigkeit in stctii wachsender Fülle sich häufte, an Jagdbeute nicht minder., dein an Erntesegen. Großmütig war er und verträglichen Sinne:, hilfsbereit und bewährt ,n der Treue. Die Anderen abe: beneideten ihn um feine Kühnheit und Stärke, um Jagd-- glück und wohlerworbenen Besitz. Weil er besser als dl Anderen war, darum liebte ihn Keiner, und Jeder wollte ihn übel. Der aber gegen ihn unversöhnlichen Haß im Herzeihegte, hieß Gallus — an Listen oer Reichste, an Lügci Erfinderischste. Geschmeidig und schmeichelnd war seine Ge bärde, glatt und gleißnerisch stoß ihm die Rede — doch « den Falten seiner hinterhältigen Seele lauerten Tücke un Mißgunst. Wohl fehlte es auch ihm nicht an Mut und Kraft weit größer aber noch als beides war seine Kunst, ränkeoolb Pläne zu schmieden und zum schlimmen Ende zu führen. M« hetzendem Geflüster schlich er von Einem zum Anderen — uni Germans Untergang wurde beschlossen. . . . > Viele Stunden wähtte der Kampfl^und als die Sonn« des heißen Tages gckmken war» und ver^Abendhimmel, wt« in t

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