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Der nationaldeutsche Jude · 1931-07-01 · Nr. 7 (Juli 1931) · p. Seite 4

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1931
Issue
Nr. 7 (Juli 1931)
Date
1931-07-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Einstein in England Kriet eines Mitgliedes aus Lot Glückliche Engländer! Ihr laßt Euer Volk nicht durch irgendwelche „Führer" in unzählbare kleine „Rassen"-Teile, die einander hassen, zerspalten. Ihr habt in Eurem Parlament fünf Parteien, und Ihr achtet auch den Vertreter der feindlichen Partei als guten Engländer. Wenn Ihr in London ganz offen vom „Ghetto" sprecht, so. stellt sich vielleicht ein Lächeln auf Euren Zügen ein, womit Ihr sagen wollt: Wir meiden zwar diesen Stadtteil, aber nicht etwa, weil wir die Bewohner hassen, sondern nur-, weil wir appetitlichere Stadtteile haben. - In ^diesem „Ghetto" wohnt dasjüdisch-englische Proletariat. An den Lüden, die fast alle am SoNnahend geschlossen Und. sieht man hebräische Buchstaben. Dieses Viertel Londons ist übrigens das einzige, in dem man sich — schlecht und recht natürlich - - mit des deutschen Sprache verständigen kann. — Aber es gibt noch andere Stadtteile, in denen ebenfalls fast ausschließlich Juden wohnen, so z. B. Hampstead. Dort wohnen die wohlhabenden jüdischen Londoner. Äon diesem Bezirk ^und ähnlichen spricht der Londoner voll Hochachtung oder zum mindesten mit der ganz selbstverständlichen Ächtring, die er dem anständigen Mitbürger jeder"Abstammung entgegenbringt. - In allen führenden englischen Zeitungen kann man fast täglich Berichte übet die Hitler-Bewegung in- Deutschland leien. Es werden lange Artikel darüber geschrieben und Interviews mit den bekannteren Führern dieser Bewegung veröffentlicht: und es ist interessant zu sehen, daß die englischen Berichterstatter garnicht ahnen, wie oberflächlich sie das deutsche Volk mit seinen großen Sorgen kennen. Gemeinsam aber mit^manchen Deutschen ist den Engländern ein Irrtum, der kxinen Hitler-Mann, sondern einen Juden betrifft.' Die gesamte englische Preise hat Herrn Professor Einstein bei seinem jüngsten Aufenthalt in England als^ einen deutschen Gelehrten gefeiert. .Der Deutsche Einstein. -Professor an der Universität in Berlin", so hieß es wörtlich in der feierlichen Ansprache zu Orford. „wird hiermit zum Doktor Ii.c. der Wissenschaften ernannt." Herr Professor Einitein selbst fühlte sich scheinbar wie -vor den Kopf geschlagen ob der „Beleidigung", als Deutscher bezeichnet zu werden! Denn heute finde ich in einer führenden cngli-chen Tageszeitung <5unclav Cxoress vom 24. Mai 1931 >, einen Artikel Einsteins^- der fast die ganze Seite dieses Blattes Sie kennen wohl das Format det englischen Zeitungen! ausfüllt und der mit «riesenhaften Lettern die Ucberschrift trägt: „Ich -bin ein Jude— und 6in st o l; darau f!". Nun, ich bin zwar kein Einstein, aber ich bin auch ein Jude, bin zwar nicht so maßlos stolz darauf, weil Stolz nur aus eigener Leistung, nicht auf Abstammung beruhen darf, jedoch auch keineswegs das Gegenteil. Eine Veranlammg dafür, die jüdisch: Abstammung in der Presse mit 10 cm großen Buchstaben anzukündigen, sehe , ich für einen jüdischen Gelehrten so wenig, wie für einen anderen Menschen, etwa mich selbst. Damit man endlich einmal auch in Deutschland erkenne, wie schädlich der jüdischnationale Politiker Einstein für uns Deutsch: ist. -und damit man es nicht noch einmal „wagt". Herrn Einstein zu einem Deutschen zu „degradieren", will ich nicht versäumen, eine kleine Stelle seines Artikels wörtlich zu übersetzen: - . „Wenn ich die Phrase höre „Deutscher STtoats* bürger jüdische.n Glauben s ", fo kann ich ein Lächeln nicht vermeiden. Denn dies? Staatsbürger wollen 1. nichts mit meinen armen — o stj ü dis chen Brüdern zu tun haben, und 2. wckllen sie nicht Söhne meines (des jüdischen d. V.) Volkes sein, sondern nur Anhänger der Religiynsgemeinichaft. Iik das ehrenhaft? Kann ein „Arier" Menschen, die nch so verstellen, achten? Ich bin kein deutscher Staatsbürger! - — Aber ich bin ein Jude, und ich bin froh. dem. jüdischen Volke anzugehören! "*) Es iit noch nicht allzu lange her. da wurde Professor Einstein auch in New Bork als deutscher Gelehrter gefeiert. Bei einer Rede, die durch Radio über die ganze Erde verbreitet wurde, hielt dieser „Deutsche" es dann für angebracht, die ganze Zeit einzig und allein von der großen Not seines, des „jüdischen Volkes" zu sprechen. Damals regte sich auch in den Reihen der deutschen Iuden einige Entrüstung über die übergroße Taktlosigkeit. Immerhin glaubte man damals noch an eilte einmalige Entgleisung, die man dem großen Wissenschaftler, wie üblich, verzieh. Heute aber sehen wir. daß diele Rundfunkrede kein« einmalige Abirrung auf das politische Gebiet war, sondern wir müssen uns *) Sperrungen von uns vorgenommen. . on. ~ I endlich darüber klar werden, daß in diesem taktlosen Abrücken vom Deutschtum ein System liegt, daß diese politischen Tiraden. deren jede auf eine Beleidigung Deutschlands hinausläuft. mit: voller Absicht und im Einvernehmen mit anderen — weniger gelehrten — Zionisten in die Welt hinausgeschmettert werden — und zwar unter, geschmackloser und selbst vom politischen Standpunkte' verwerflicher Ausnutzung der Verbrchtungsmittel (Rundfunk, größt Presse usw.), die dem j ü d i s ch n«.t i o n a l e n Agitator Ein st ein nur deshalb zur Verfügung gestellt werden, weil man glaubt, der „deutsche Gelehrte" wolle sich ihrer bedienen. Glückliche Engländer! Ihr schüttelt den Kopf über den deutschen Antisemitismus! Ladet Euch noch einige „deutsche" Professoren ein. vielleicht dazu noch einige ebenso „deutsche" Negierungsräte oder Inhaber ähnlicher hoher Stellungen im geduldigen Deutschland! Ladet sie ein und — seid so lieb! — wenn's irgend geht, behaltet sie drüben! Ihr werdet staunen, wie schnell diese „Deutschen" nicht nur sich selbst, sondern auch den deutschen Antisemitismus bei Euch heimisch machen werden! <3. U. Der Schrei nach dem gelben Fleck. Die (zionistische) I. T:A. veröffentlicht auf Anregung des „jüdischen Schriftstellers Marcus Silberschatz", dessen Name hiermit der Mitwelt und Nachwelt überliefert sei, einen flammenden Protest dagegen, daß in der neuesten Auflage des Brockhaus-Lerikons bei Aufführung vieler „Geistesgrößen" die jüdischer Abstammung „verschwiegen" worden sei. Eine lange Liste solcher „Geistesgrößen" wird veröffentlicht: in ihr finden sich, abgesehen von einigen wirklich bemerkenswerten Persönlichkeiten, u. a. Georg Bern- .hard, Elisabeth Bergner, Ernst Deutsch. Hilferding, Karl Grünhut. Daß bei diesen und anderen Größen die jüdische Abstammung „verschwiegen" ist. nehmen Herr Silberschatz, der wohl nur aus Versehen (oder Bescheidenheit?) nicht selbst in der Liste aufgeführt ist, und die I. X. A. dem Brockhaus- Verlag um so' mehr übel, als bei einigen bekannten Ausländern. z. B. Hoover, ausdrücklich auf die deutsche Herkunft hingewiesen ist (!). Die I. T. A. schließt ihren Artikel, der fast eine Folio-Seite füllt, mit dem flammenden Appell: „Noch ist es möglich, das an den Juden begangene Unrecht teilweise wieder gut zu machen. Der mit! beginnende y. Band, der auch den Buchstaben J enthalten wird, ist noch nicht erschienen. In einem Artikel „Jüdische Geistesgrößen" ließe sich eine entsprechende ergänzende Liste anführen. Daß in den Bänden, die erst erscheinen werden, eine Schmäle r,ung der jüdischen kulturellen Lei st ungen vermieden werden müßte, ist eine selbstverständliche Forderung". Wir stimmen mit Herrn Silberschatz und der I. T. A. dahin überein, daß es unzweifelhaft eine „Schmälerung der jüdischen kulturellen Leistungen" bedeutet, wenn in einem Konversütions- Lerikon nicht ausdrücklich darauf hingewiesen wird, was ja sonst natürlich auch niemand wüßte, daß etwa Georg Bernhard, Hilferding und Elisabeth Bergner Iuden sind. Aber wie wäre es. wenn Brockhaus wirklich b« jedem Juden, dessen Name angeführt wird, auf die jüdische Abstammung hingewiesen hätte? Würden in diesem Falle die Silberschätze usw. nicht vielleicht solche Hinweise ebenso flammend als Beweise des krassesten Antisemitismus gekennzeichnet haben? Zu den Waffen, gottgesegnete Streiter vom unbeirrten Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens! Es geht um das heiligste Gut, um das Recht auf das selbstgewählte Ghetto! Eine Riesenblamage ist zu gewinnen. Soll dieser Silberschatz den Zionisten allein in den Schoß fallen? Verbanäsnacbrickten. 1. Ausflug. Der Verbandsausflug nach Phoeben bei Werder, der am 13. Juni d. I. stattfand, nahm bei' guter Beteiligung von Mitgliedern und Gästen einen harmonischen Verlauf. 2. Reise-Erlebnisse. Wir bitten alle Mitglieder und Leser unseres Mitteilungsblattes, von Sommerreise-Erlebnissen, die im Sinne unserer Bestrebungen als Beispiele oder Gegenbeispiele dienen können, unserer Schriftleitung Mitteilung zu machen. Die Verwendung erfolgt selbstverständlich, soweit nicht das Gegenteil ausdrücklich gewünscht wird, in einer Form, die jede persönliche- Behelligung der Einsender ausschließt. , 3. Mitteilungsblatt. Manuskripte, die noch in unserer August-Nummer Verwendung finden sollen, bitten wir so rechtzeitig einzusenden, daß sie der Schriftleitung spätestens am 15. Iuli oorliegrn. Der Vorstand.

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