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Der nationaldeutsche Jude · 1931-06-01 · Nr. 6 (Juni 1931) · p. Seite 4

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1931
Issue
Nr. 6 (Juni 1931)
Date
1931-06-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 ZwtfcbenfejüTe und der ]Veger. Gin nachdenklicher Schwank. * Ton Rane IHcuTacho.! > Herr Zwischenfeld sprach: „Das Malheur ist daj Der Vetter Betweenfkeld aus U. 3. A.! Pankee vom reinsten Bromberger Wasser. , Ävarenhauskönig. Begeisterter .Nasser', findet in Deutschland alles verkehrt. Das hindert ihn nicht, daß er uns beehkt. Mr graut schon vor' seinem Hallo-Gewieher: Doch was soll man machen'? Ein großer Bez eher! Geschäft und Verwandtschaftgibt's überall. Das sind noch so Strafen vom Sündcnfall. . Man wird ihn auf Handlungsunkosten buchen. Im übrigen darf man nur smiling fluchen. Und der Alkohol braucht uns nicht zu hctühren^ Wir woll'n ihn ins Paradvo führen. ' Da kann er sauren und nicht viel störey: Bei Jazzmusik ist er nicht, so zu hören." Das Paradsto war weit und breit Bekannt durch äußerste Vornehmheit. Die Kapelle laut, die Bedienung leise, Kleine Speisen, gepflegte Preise. Die Damen diskret in Kostüm und Pemahuig. Stimmung ohne Vorausbezahlung. Beite Gesellschaft, Geburt und Geld. In der Loge das Ehepaar Zwiicheitfeld Und Mr. Betweensield wuchtig dazwischen , In scharfem Kampf gegen proliikition. In dem Tongewirr. das den Saal erfüllte, War's ohne Belang, was der Vetter brüllte. Sigi berechnete still die Sveien. Frau Nost war selten >o glücklich gewesen. Und während io festlich der Abend verlief. Verneigte sich plötzlich der Kellner tief. . - - Und empfing .mil respektvoller Herzlichkeit , Einen E>ast von bedeutender Schwärzlichkeit. '. Ein richtiger Neger — sonst müßte man lügen — Mil runder Brille und geistigen Zügen. Der Smoking Anzug vom letzten Schmitz. SchnccwciM»die Hemdbrust und das Gebiß, Mit ihm eine Dame in lichtblondem Haar. — Und alles bestaunte das seltsame Paar. Nur Mr. Betweensield iasz ganz erstarrt:'' Dann hat er entieht durch die 'Nase geschnarrt: „Ist das admitkd? Was will bas heißen? Ein coloured man mit einer Weißen! Bei uns in den Staaten war' das ein.Skandal! Ist denn den Germans alles egal?" Frau Non. geniert durch des Vetters Geschrei. Trat ihm in der Sache natürlich bei. Und Sigi sprach zögernd, zum Kellner gewandt: „Ist Ihnen der schwarze Knabe bekannt?" Der vornehme Ober, leicht versteift. Hat die drei mit kühlem Blicke gestreift. „Die Herrschaften." sprach er. „lind öfter da. Der Herr ist ein Prinz aus Afrika. Man sagt: er darf nicht nach Hause kommen. Weil er eine Weiße zur Gattin genommen. Und mit der Dame mird's ähnlich sein. So lebt das Paar wohl ziemlich allein. Und wenn es uns abends öfter beehrt. Ist's, weil hier nur beste Gesellschaft verkehrt. Wir fragen hier nichts nach Farbe und Nasse. Der Herr hat Bildung und ist bei Kasse." Das konnte der Mr. Betweensield nicht fassen. Er drängte, das Negerlokal zu verlassen. Auch Herr Zwischenfeld fühlte sich unbehaglich. Die Situation war ihm doch etwas fraglich. Er sprach: „Na ja, inan hat was dagegen. Es ist wohl, ich weiß nicht, der Farbe wegen. Denn schließlich sind' Schwarze und Botokuden Doch auch wohl Menschen wie Christen und Juden. Wir müssen doch auch bei manchen Sachen Ais unserer 9to)s eine Tugend machen'. -schließlich und endlich, was soll man sagen? — Ich will doch noch mal den Kellner fragen." Der Ober nahte bestellungslüstern, llnd Siqi's Stimme sänk fast zum Flüstern: „Herr Ober, man braucht sich ja nicht zu sckzäinen, Aber schließlich kann man doch Anstoß nehmen. Natürlich. — Farbe ist kein Verbreckzen. — Kann man mit dem Schwarzen denn nicht mal sprechen?" Der Kellner ist unbewegt geblieben. Er sprach: „Ganz nach des Herrn Belieben. Doch darf ich bemerken: der Fall ist kritisch. Der Prinz gilt als etwas antisemitisch." Herr Sigi „mit hohen Augenbraunen" Saß da und konnte nichts als staunen. Doch Betweensield, in wilden Grimm gehüllt. Hat laut nach der Garderobe gebrüllt. Von seinen speeches verstand man sonst nur: In Germany habe man keine Kultur. Tann lief er hinaus, um sein Schiff zu erreichen. Herr Zwischenfeld durste die Ncchnung begleichen. > Er war dabei ganz in Gedanken versponnen Und hat über Einstein nachgesonnen. Sein Trinkgeld war relativ hoch bemessen. Das Nachaddieren hat fast er vergessen. theologischer Seile davon abhängig gemacht, daß die Eingruppierung des Beitrages über das Judentum .niest unter den „Vokksreligioncn", sondern unter den „Weltreligionen" erfolge. Diese Vorbedingung wurde erfüllt. Nun aber sollen wir Juden selbst das Judentum den in den Jahrhunderten der Geschichte beschrittencn Weg wieder zurück, von der Weltreligiou zur Bolksreligion. gehen heißen? Sollen den Gott aller Menschen wieder zum Schutzherrn einer partikularistiichen Gemeinschaft herabwürdigen und, wies es ein Rabbiner einmal ausdrückte, „dem Sondercharakter der jüdischen Gemeinde Ewigkeitswerte -verleihen"? Es hieße wahrlich die Welt um einen Anachronismus bereichern, hieße dem Judentum als'Religion den Todesstoß versetzen, würden wir diese Fragen nicht mit einem eindeutigen Nein beantworten. Religion, sprengt ihrem Wesen nach oolktrche und blutsmäßigü Bande. He gibt iich selbst auf. wenn! sie anerkennt, daß vorhandenen oder vermeintlichen körperlichen Rasseneigenschaften auch seelische obe&; geistige Rajieneigefischaften entsprechen. . ' T Dabei muß noch erwähnt werden, daß Lieblich das Wesen jüdischer Religion nicht nur in der äußeren Stellung, sondern auch im Inhalt wandelt. Er bekennt sich zu einer religiösen Auffassung „des Morgenlandes, das auch heute keine religiöse Frage kennt, weil es sie gelöst hat, gelöst im göttlichen Nichts des Nirwana, gelöst im Tao, dem Ernundglles, bir göttlichen Wesenskräfte". Er negiert die Auffassung r on der Willensfreiheit der Menschen, die ja.die Grundlage jeglicher Ethik bildet, zumindest jüdischer'Ethik. Wohin das führt, mag dieses eine Zitat bezeugen: „Der Mörder ist Mörser, da seine auf Gewalt eingestellten Blutkräfte die Kräste' der Vernunft und seines Mitgefühls unterdrücken, er kann sich nicht ändern, und noch viel weniger können wir ihn ändern." Und aus demselben Geiste heraus formuliert er als neues Gebot „Verwirkliche dich selbst!!': das, heißt es wöttlich, „nicht von vornherein naturunmöglich ist wie jenes noch in der Verneinung unmögliche „Du sollst nicht töten!" Genug. Lieblich und der von ihm ins Leben gerufene „Bund für Neues Judentum" sind entschiedene Antizionisten, gewiß. Diese Negation aber vermag uns nicht mit ihnen zu verbinden. Unser religiöses Judentum und unser oolkliches Deutschtum, beide verbieten uns, den Weg zu gehen, der hier gezeigt und gefordert wird. Nochmals: ckie schönste jüdin von berlin. Zu unserm Lichtbild (April-Nummer S. 3) wird uns das pikante Detail mitgeteilt, daß die von dem jüdischnationalen Sportklub Bar Kochba mit vielem Tamtam gewählte Schönheitskönigin, deren germanisches Aussehen in so auffälligem Gegensatz zu der Gesinnung ihrer Wähler und Preisrichter stand, — Halbjüdin ist. O über Euch rassenbewußte Iüdischnationalsportler! — Uebrigens druckt die „Deutsche Zeitung" unseren Artikel „Zionistische Schönheitsköniginnen" mit einigen stilistischen Veränderungen und den vorgeschriebenen hämischen Ausfällen nach <11. April 1931), — natürlich ohne zu erwähnen, daß die Anprangerung des jüdischnationalen Unfugs zuerst im „Nationaldeutschen Juden" erfolgt ist.

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