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Der nationaldeutsche Jude · 1931-05-01 · Nr. 5 (Mai 1931) · p. Seite 5

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1931
Issue
Nr. 5 (Mai 1931)
Date
1931-05-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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erweckte den Anschein, als handele >>crbst hinein wieder eingestellt werden deutschen Blätterhain. während es doch di, Suchern pfeifen, dah dieser Hände ganze, .-ligen Endes — dazu dienen wird, die Lrwerbslosen. vielleicht schon im nächsten. jubilierte es nn Spatzen von den Schaffen — uneere der deutschen Winter, um unlezählte Millionen wieder anschwellen zu lassen — vielleicht „f acht, vielleicht auf zehn, wer weih .... Für d-rei- Hindert Millionen neue Ruhlandaufträge — raschelte - im Handelsteil, und redaktionelle Reihenkünstler, rasende Reporter der prHsperitv. jonglierten mit Zinszahlen. ..zwei Prozent über Reichsbankdiskont" .... Letzt, wie sich Rubel u, Rubel reiht und zu achtstelligen Nullen rundet. Nur iade, ihr Lieben, dah es keine baren Rubel sind, weder in fioIb, noch in Silber und nicht einmal in Tscherwonzennoten. ndern in Wechseln, papierenen Wechseln auf eine sehr chic Zukunft die auch erst auf dem Papier des Fünfjahrianes steht, Wechseln, die nach zwei bis zweiunddrei- ' if r teI Jahren., im Durchschnitt also nach 9 Monaten fällig werden. Papiere demnach, die er ordentliche Kaufmann auf „Oonto ciubioso" zu buchen pflegt, die aber in diesem besonderen Falle, diesem jeder Beziehung besonderen — man kann schon sagen: änderbaren Falle aber für die Inhaber ..so. gut wie mr Geld" sind .... weil das Reich, das re,chH Deutsche 'seich, eine Ausfallbürgschaft von 70*y» übernommen hat. Denn s o vorsichtig waren sie doch, jene dreihig deutschen Jndustriemagnaten, die eine Studienreise Nach Sowjetruhland unternommen haben, von der sie, wie ge- I,rieben steht, „sehr befried«g t" zurückgekehrt sind. Ron täte den seriösen Herren bitteres Unrecht an mit dem Mich nichts begründeten Verdacht, sie hätten über allem gesunden Optimismus" vergessen, dah es eine ebenso „gesunde -tcpii$" gibt. Zwar wühlen sie der „Frankfurter Zeitung" non dem .... „überaus energischen, z ä h e n und daher auch.Erfolg versprechenden Willen" der iommunistischen Wirtschaftsführung zu berichten, doch schien es ihnen immerhin opportuner zu sein, das Geschäftsrisiko durch eine Rückversicherung zu Lasten der > Steuerzahler zu decken, als es selbst und allein zu tragen.... Oh. welche begeisterten Schilderungen über „die Gastfreundschaft der Sowjets", liehen sie in die Zeitungen drucken! Bor den ver- - nickten Blicken der Leser erstanden üppige Reisebilder mit ..Salon- und Speisewagen", „herrlichen Hotels" und allen jenen pompösen Potemkindörfern, an denen die proletarische Sowjetunion noch reicher ist, als das kaiserliche Ruhland Katharinas .... Wie schade, dah die freundliche Absicht der uissischen Gastgeber, ihnen auch das Innere des weiten Landes, die Jndustriebezirke mit den tausenden rauchenden Fabrikschloten, zu zeigen, durch „einen plötzlich hereinbrechenden Frost und große Schneewehen" vereitelt wurde. So muhten sie denn leider ihre umfassenden Wirtschaftsstudien auf die beiden Hauptstädte beschränken, auf Moskau und Leningrad, und wenn ihre Autos, hier einmal und dort einmal, auf Verkehrshindernisse stiehen. auf Menschenansammlungen nämlich, oix vor irgendwelchen Läden „Schlange standen", so hat man chnen vermutlich gesagt, — es seien alles Leute, die Jndustriealtien zeichnen wollen. Jene Stalin'schen Jndustrieaktien, von denen eingangs dieser Betrachtung die Rede ist. Wie das Satyrspiel auf die Tragödie folgte auf den Abschluß des Russengeschäftes. — das. nebenbei vermerkt, mit den schon laufenden Wechselkrediten nunmehr auf nahezu ine Milliarde bedrohlich angeschwollen ist —, dem berliner Trauerspiel der Unterzeichnung der groteske Spionageskandal von Höchst. Dsan stelle sich das inmal vor: Da sitzen sie mit ihren deutschen Geschäftsfreunden behäbig beisammen, die Herresn Sowjetkoinmissare, in aller Biederkeit verhandeln sie über Lieferungsbedingungen, schlage» wohl auch einmal mit der flachen Hand äuf den Verhandlungstisch, um ihren reellen Absichten Nachdruck zu' geben, hinten herum aber, das wissen sie sehr wohl sind ihre Agenten hurtigam Werke, um ihnen ein recht schönes Reiseandenken an Deutschland zu stehlen — die Fabrikationsgeheimnisse des wichtigsten deutschen Industriezweiges nämlich.... Dah ein russisches Spionagenetz, fein geknüpft sich über ganz Deutschland spannt, lange. Man ahnt auch bis zur Gewihheit zusammenlaufen: Seit dem Rapqlloverti, Sowjetunion in Berlin eine Handelspertretr besonderer, schwer verständlicher diplomati gewisse exterritoriale Sonderre »e in der Regel nur den Botschaften un zustehen. Wie sehr diese Vorzugsstellung, Versprechungen und Beteuerungen zum Ti gesponnen und dicht weih man schon w o die Fäden ag unterhält die ng. die auf Grund Abmachungen t e genießt, wie Gesandtschaften allen Verträgen, fotz, immer wieder sicher mißbraucht wird, ist schon in mehr als einem Falle so gut wie offensichtlich gewi aden, darf' aber nicht überraschen bei einem System, von dem Ge heim rat Cleinow, der gründlichste Kenner Auhlands, in seinem Stockholmer Vortrag vor dem ..Reichsverband der Schwedischen Industrie" festgestellt hat: „A Ile Wirtschaft der Sowjetunion steht unter Kriegsrecht. Kein Vertrag bra rcht gehalten )u weiden, der ungünstig für die Sowjetunion ist.. . Die Spionage in» den Höchster Farbwerken also ist gewissermaßen ein ganz normaler Fall, ein Dutzendskandal sozusagen — und erhält ihre befördere Note nur durch die u «anständige Stunde, in der sie entdeckt wurde: Gerade, als in der russischen Handelsvertretung zum Abschluß der Vertraäskonfetenz ein gegenseitiges herzliches Händeschütteln anhub, platzte did Nachricht in den Saa wie peinlich! \ Peinlich allerdings, aber weniger für uns, als für die Sowjetkavaliere. Man! kennt diese neue Sorte von Diplom ulen schlecht, wenn man meint, sie hätten nicht auch bei eine: so peinlichen Situation .jdas Gesicht gewahrt". In aller. Unverfrorenheit haben sch gedroht, die Lieferungsverträge st fort zu streichen, wenn man's wagen sollte, die Untersuchung der Spionageaffäre auch auf die Berliner gesellschaftlichen Be» Ziehungen ihrer Agenten auszudehnen.... Man sollch sie nur gleich beim Wprch nehmen! Bei dieser Geldgehheit Erscheint es vielleicht angebrdcht, auf ein Buch hinzuwiiien. das Stalin's ehemalizer Privatsekretär Bajanow geschrieben hat. Es höht: „Stalin,! der rote- Diktator". Aus dessen deutscher Uqbersetzung veröffentlichen folgende, (Stelle: die „Dresdner Neuesten Nachrichten" Während der Sitzungen des Politbureaus mokchrten sich Krassin, Gesandter der US2R. erst in London, lann in Paris, und Kroftinski, der Gesandte in Berlin, zern über die erstaunliche Leichtgläubigkeit »er Staatsmänner! in den „bürgerlichen" Lindern. Lachend erzählten sie. wie leicht es sei, sie an der Nase herumzuführeg. „Wissen Sie, wie ich mit simen spreche? Ich fa'se meinen Mann, an einen Knopf seines Rockes und flüstere im vertraulich-freundschaftlichen Ton: .Verehrter Herr,, Ssr. Monsieur, wir. Sie und ich, sind doch Geschäftsmänner: wir verstehen die Sache. Glauben Sie wirklich, dah es bei uns überzeugte Kommunisten gibt? Ja. wir haben zwär in der Komintern eine Haut voll Fanatiker,« aber praktisch nehmen sie nicht den geringsten Anteil an der Regierung. Und lein Mensch nimmt sie ernst. Wir beide. Sie und ich. sind dach G e schm f t s m ä n ne t, wir machen Geschäfte, ohne uns Um jene Utopisten und sihre Phantasien zu kümmern . . . Krassin und Kreitinski genießen nun die Wirkung, die. diese Worte auf das Politureau auslösen. Ein schallendes Gelächter bricht los. Darauf fügen sie beide hinzu:,„Und Sie denken" wohl, die glauben uns das nicht'? Ehrenwort, sie glauben'sT In den deutschen Blätterwald ist eine nachdenkliche Stille eingetehrt, von 'Jubilieren und Tirilieren vernimmt man nichts mehr. Hat der Schock über den Höchster Spionageskandal den Lobsängern de- Russengeschäftes die Stimme verschlagen?' Beginnt Man einzusehen, wie wenig vertrauenswürdig ein „Geschäftsfreund" ist, der mit der einen Hand Industriekredite entgegennimmt und mit der anderen Fabrikationsgfheimnissesich aneignet? Oder ist man über eine Meldung bestürzt, die schon vor einigen Tagen dies „Züricher Zeitung" gebracht hat und die heute von der „Deutschen Bergwerks-Zeitung" in ihrer Nr. 94 vom 23.April bestätigt wird? Ein deutsches Bankinstitut hat bei der „I n t e scn a t i o y a l e n Bank" sReparationsbank) den Antrag gestellt, russische Regierungswechsel, diemit 7 0 °/° Garantiedes Deutschen Reiches versehen sind, zu rediskontieren. Aus finanziellen, vor allem aber aus politischen Gesichtspunkten haben die Mitglieder >des Ve r w al t u n g s r a t s in ihrer Mehrheit diesen!Antrag abgelehnt....; *.; ' Vielleicht wäre jetzt die Frpge zu untersuchen, ob die nach Abschluh des Lieferungsvertrages entdeckte russische Werkspionage und die von der „Internationalen Bank" attestierte Kreditunwürvigkeit der 'Sowjetunion die juristischen Handhaben bietet, das ganze Russengeschäft zu annullieren n die Reichsregierung von n Bürgschaftsverpflichtung och ist es nicht zu spät . . . . Als die Rußland; fuhren, hat einer unserer Leitartikler diese Geschäftsreise mit n z u g" verglichen . . . Wenn hier oder zum mindeste derüberno mm e n e zu entbinden. — N Grobindustriellen nach humanistisch gebildeten dem — „Argon autenzu, . _ _ von einem „goldenen Vließ" die^ Rede sein kann, so hat es der deutsche JasoN nicht hergeholt^ sondern hingebracht — und dem deutschen Vhlke ist es über die Ohren gezogenworden > i

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