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Der nationaldeutsche Jude · 1931-05-01 · Nr. 5 (Mai 1931) · p. Seite 3

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1931
Issue
Nr. 5 (Mai 1931)
Date
1931-05-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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7 M! * I Vas Ruffengefcbäft. Als Lenin., der sanftmütige Radikalist. ' das Sowjetparadies. schuf, indem er die Fabriken zu Schutt und Schrott schlug. d,e Direktoren aufhängte, Kontobücher. Aktien und Obligationen zu Makulatur und daraus himmelanlodernde Scheiterhaufen machte, ahnte er nicht, dah der kaum erkalteten Asche dieses Feuers ein neuer Phönir entsteigen werde, ein kapitaler Phönir sozusagen, der aus Papier, aber darum nicht von Pappe war.' Kurz, das papierene Zeitalter des kapitalistischen Kommunismus brach an: Fünfjahrpläne wurden ausgeschrieben und Industrieaktien m wahrhaft inflationistischen Auflagen gedruckt. -Anteilscheine, auf Erün- 'düngen lautend, die auf sauberem Papier standen und über deren Rentabilität -übersichtliche Tabellen auf Rubel und Kopeke Rechnung ablegten. Der. Dertrieb dieser Wertpapiere inachte wenig Schwierigkeiten. Wer auf behördliche Einladung gar nicht oder in nur bescheidenem Umfange zeichnete, setzte sich lebensgefährlichen Unannehmlichkeiten aus, denen man lieber aus dem Wege ging. Beamten und Arbeitern wurde verkürzten Verfahrens halber zehn Prozent ihres Gehaltes oder Lohnes abgezogen und in Aktien ausgezahlt. Räsoneure, die etwa philosophische. Betrachtungen darüber anstellten, datz — ebenso, wie in der Kapitalistenhölle 4auch im Sowjetvaradies mit jenem Wasser gekocht wird, chas aus den Poren der Proletarier perlt — nur dah man hier, schon aus ständiger Todesangst, noch reichlicher schwitzt, als dort —, wurden wegen Werksabotage unter Anklage gestellt und dazu begnadigt, zugleich mit ihrem Blute auch ihren letzten Arbeiterschweitz zu verhieben.. i •* Die Fabriken stehen unter Dach und Fach, wovon aber, zum Teufel,'sollen die Schornsteine rauchen? Es lind leine Kessel da. es sind keine Maschinen da, und Geld, beides anzusckraffen, auch nicht, sintemalen der — ins Ausland — „rollende Rubel" ganz anderen Zwecken zu dienen hat als aufbauenden . . Eine Sintflut russischer Dumpingware ergictzt sich über den Kontinent. Hölzer zum Bauen, Hölzchen zum Zünden, Getreide, Erdöl — Welle auf Welle. Die Länder aber beginnen. Zolldämme zu errichten. Einfuhrsperren. Borzkottwehren. Aus Kanada ergeht 'Her Ruf: Schande über jeden, der die schmutzige Ware kauft, an der Blut und Schweih der Sowjetsklaven klebt. * 1 Prosperity! Die Pereinigtcn Staaten ersticken unter der dicken Goldhaut, die sich während des Weltkrieges auf ihrem Volkskörper gebildet hat. Geld wird angeboten „wie Sauerbier". niemand nimmt es, selbst nicht zu eineinhalb Prozent. Aber Stalin will an Uncle Sam eine Kreditoperation vor- „lleine Gruppe" sind, ob es in Deutschland viel oder wenig nationaldeutsche Juden in unserem Sinne gibt, spielt — das werden oie mir zugeben — für die Grundfrage, die biologisckze Frage, keine Rolle. Sobald Sie auch nur einen einzigen nationaldeutschcn Juden als wesensecht anerkennen, müssen Sie zugestehen. datz Ihre Theorie, die alle Inden in einen Topf wirft, falsch ist. Und dann ist es nur eine Frage der Entwicklung, wirviel nationaldeutsche Juden es in der nächsten oder übernächsten Generation geben wird. Im übrigen gibt es natürlich schon heute sehr viel mehr nationaldeutiche Juden, als Mitglieder unseres Verbandes. Wir Verbandsmitglieder sind ja nur di: Unbekümmerten, Kampflustigen. Statistisch nicht zu erfassen ist die — zweifellos grobe — Zahl derer, dis zur vollen Auswirkung und selbst zur vollen Erkenntnis ihres nationaldeutschen Empfindens vor lauter „Beziehungen", Verstrickungen und Vereinsgeschwätz nicht kommen. Wenn Sie das, was ich hier in möglichst knappe Sätze zusammenzudrängen versucht habe, als richtig oder auch nur als diskutabel anerkenn:», dann sind Sie nicht „unbelehrbar und ich stehe nicht an, dielen meinen Ausdruck reumütig zurück- > zu nehmen. Aber wenn Sie diesen ersten Schritt tun, dann dürfen Sie auch den zweiten nicht - scheuen. Sie müsten es über sich gewinnen, sich in die „innerjüdischen Auseinandersetzungen" cinzumischen. Im Grunde mischen Sie sich ja längst ein, fceun Ihre bisherige Auffassung, dab ausnahmslos alle Iud^n ins „jüdische Vollstum" gehören, entspricht ia ganz geirau der Anschauungsweise einer jüdischen Partei, der Zionisten, oder, richtiger ausgedrückt, der Iüdischnatlonalen. die meist fliehe wiederum Herrn Ministerialdirettor l>r. Badt) gar nicht daran denken, von Zion prättischen Gebrauch zu machen. Indem Sie, wenn auch in noch so zurückhaltender und vornehmer Form, auf einer Veranstaltung, wie der von Rnon. sich ganz auf den jüdischnattonalen Standpunkt stellen, nehmen Sie bereits sehr entschieden Partei innerhalb der Auseinandersetzungen, die Sie für „innerjüdrsch hatten, die tatsächlich aber innerdeutsch sind. Aber Sie nehmen dre falsche nehmen und solcherweise sich selbst sanieren. Die Kon kurz uiid schmerzlich: .... LWell —' und welche Sich bietet die Sowjetunion fürs die Anleihe?" — „Siche soviel Ihr wollt, Eu:r Hochchohlgeboren, Gold, Silber Eisen, Kupfer. Kölle, Kali. Erdöl die Hülle uni tchätze von unermeßlichem! Werte, und alles sollt fände haben." -- „All right, und wo sind , Pfänder?" — „Wo sie sind? Wo denn sonst sollen als im Boden der heiligen! russischen Erde? Dort ' und warten nur darauf, von Eurer kapitalkräftigen' hoben und ausgeb« utet zu werden. Greift zu! Heiligen Muttergott-s von IKasan, Ihr macht ein g schüft." — „In der Erde also liegt sie. Eure Sicherste welche dazu gebt Ihr nod,?*' — .lWas redet Ihr, Euss> wohlgeboren, wozu :rst nach solchen Kleinigkeiten fra denn ich nicht da und die ganze Regierung der Sön dazu?" — „Well, ich resümiere also: an Garantien Anleihe sind vorhanden die russischen Bodenschätze Erde und die russische Regierung auf dieser. — W Ihr fi ' umgekehrt, so 'liebe so? O no!" — sich darüber reden. Dieses war noch vor kurzem das Glaubensbekennt lis aller Länder und Regierungen: Von allen Gefahren, die jemals Menschentum und Kultur in ihrem Bestände -bedroh' haben, die grötzte — von allen Seuchen die giftigste — ist der Bolschewismus, das Weltübel unserer Zeit — und ein: Gcitzel Gottes ist Stalin, der. Antichrist .... Von den Rednerpulten der Parlamente, den Kathedern der volkswirtschaftlichen Seminare, selbst von den Kanzeln der Kirchen heral erging der Aufruf zum Kreuzzug 4nickst mit „Rotz und Reisigen", denn der Krieg ist geächtet,!sondern mit der noch wir! sanieren Waffe des Boykotte -- und >dieser Ruf fand tausendfachen Widerhall in der Presse her Welt. Seit einincr Zeit aber flattern, wie Fledermäuse, idünkle, gestaltlose, n ihren schattenhaften Ilmrissen schcher bestimmbare Nachrichtin durch den Blätterwald, schwirrend^ Gerüchte, dieses oder jen:s Land habe Maschinen, Wirkgeräte, Halb- und Fertigfabrik ite nach Rutzland geliefert, lilnkontrollierbarc Meldungen. wie gesagt, vielleicht gar jener chllgärcn Gattung emsig sich ausbi eilender Zeitungsenten zugehörig, die in Moskauer Redaktio isstuben ausgebrütet, von den Funktionären der internationalen Propagandabüros mit pfleglicher Sorgfalt auf gezogen, nirgendwo ein so lc Utes,, ungeniertes — man kann sbeinqhe schon sagen -ru iverschämtes Reklamegcschnal dürfen, als.bez uns im Deutschen Reich: Wen» einen Verdienst daraus machen, mit der Sowjetunion zu „arbeiten", warum nicht |D i r? Nach Geschäften, sstltation. erheiten rheiten, Platin. Fülle, zum Eure sie sein, egen .sie and ge- : Bei der J Geit, und r Höchen. bin jetunion für die i n der Ire es Aber )ic wir Partei, denn es kann Ihnes, und dem ganzen deutsch: n Volk nicht gleichgültig sein, ob eine immerhin nicht unerhebliche Gruppe von Staatsbürgern gcfühlsmähig durchweg, zu den Fremden oder wenigstens zum Teil zu den deutschen Volksgenossen gehört. Jever Zionist, mag er noch so ehrlich Überzeugt und persönlich noch soj „anständig" sein, ist ein Minus- Fattoc für die Schaffung j der deutschen Volksgemeinschaft, die wir für die deursche Zukunft brauchen. Md die — das ist doch wohk auch Ihre Meinung! — grundverschieden ist von der nur oersasfunasmähigen tbemcinschaft der tnutsthen Staatsbürger. Ein nichtjüdst'cher Deutscher, der es m t dem deutschen Volke gut Meint und der gegenüber den innerhalb der deutsihen Iuoenheit bestehenden Wesensunterschiede r nicht „unbelehrbar" ist. mw st daher auch in diesen Fragen, die Sie fälschlich „innerjüdische" neisnen. Partei nehmen,, und zwar die deutsche Partes. Er muh die Entwicklung einer mi »glichst grohen Anzahl von deutschen Juden zu jüdischm De ltschen wünschen und demgetsiäh in tätiger Piitwirlung die Erziel nmgsarbeit der nationaldcutschcn I übest fördem, statt der G:samtheit der deutschen Juden vom > Katheder der biologischen Wissenschaft aus zu dozieren: „Respekt vor Eurem Voklstum, aber — drei Schritt vom Leib:." Verübeln Sie es mir 1 nicht, dah dieser Brief etwas ausführlich ausgefallen ist. 1 Ich bin mir natürlich bewuht, dab trotz dieser Ausführlichkeit das, was ich Ihnen heute sagen koMte, das Problem' nicht ini Enttetntesten erst »öpft Die wirklich praktische Verständigunasarbeit fängt erst dort an. wo ich heute aushören muh. Aber ich hoffe, das! wir recht bald Gelegenheit haben werden, uns weiter zu 1 mter-. hatten. Sie sind ja, wie ich au; Ihren Schriften weih, gleich mir der Meinung, dah nur freimütige Aussprache ohne Vertuschungen' und Beschönigungen zu einen, brawchparen Ergebnis führen käirn. Mit vorzüglicher Hochachtung hr ganz ergebener Naumann. ) r ~*L ~- L

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